Pantheon I
Pantheon I

Interview

Mit "Worlds I Create" ist den Norwegern PANTHEON I nach dem ungleich schwächeren Vorgänger abermals ein wahrlich superber Streich in Punkto melodisch-aggressivem Black Metal gelungen. Grund genug Mastermind Andre Kvebek auf den Zahn zu fühlen.

Pantheon IProst Norwegen. Zuerst muss ich euch wirklich zum exzellenten „Worlds I Create“-Album gratulieren, es hat mich wieder einmal beeindrucken können. Wie geht’s euch jetzt wo das gute Stück veröffentlicht wurde? Habt ihr bereits Feedback erhalten?

Thanks buddy. Die Reaktionen waren bisher eigentlich verdammt gut. Das Album war wahrlich von verdammt harter, teils gar qualvoller Arbeit geprägt. Es tut also ganz gut positive Resonanzen zu erfahren, nachdem wir dafür ein Jahr lang das „Beast of Metal“ analfisten mussten.

Haha. Für mich klingt das Album ja wie ein Mix aus euren beiden vorangehenden Veröffentlichungen, da es die ungestüme, dunkle Energie von „Atrocity Divine“ transportiert und mit der technischen Finesse des Nachfolgers verknüpft. Wie siehst du das?

 Ich denke wir sind eben als Musiker weiter gereift und haben einfach unsere Fähigkeiten Metal zu kreiren verfeinert. Der Fortschritt seit den Anfangstagen ist in meinen Augen dabei enorm. Wir sind mit Solz in unsere selbsterschaffenen Welten eingezogen und wurden dabei von totaler Abscheu gegenüber Gott und einer handvoll bestimmter Länder begleitet.

Die dritte Veröffentlichung gilt ja als eine der wichtigsten in der Diskographie einer Band, da ihr nachgesagt wird, dass man die wahre Entwicklung an ihr erkennen kann. Glaubst du, dass ihr nun euren Stil mit dem Album gefunden habt?

 Ich bin mir sicher, dass wir unseren musikalischen Platz gefunden haben, ja. Jetzt müssen wir diesen eben weiter schleifen und noch tiefer in die Agression und Melancholie zu der wir tendieren, eintauchen. Seit Mads am Drumkit hockt wurde PANTHEON I auch mit dem benötigten frischen Blut gestärkt, welches es uns erlauft neue Aspekte unseres Stils zu beschwören.

Ich finde ferner, dass „Worlds I Create“ wesentlich aggressiver und „schwärzer“ klingt als die Vorgänger. Wolltet ihr tatsächlich bewusst eine düsterere Atmosphäre aufbauen oder ergab sich dies mehr per Zufall?

Ach, wir haben eigentlich immer darauf abgezielt alles, was sich uns in den Weg stellt niederzublasten. Dieses Mal kamen dann noch zusätzlich andere Problemchen und wahrhaftige Scheißhaufen an Hass gegenüber Religionen hinzu. So war dann also der einzig logische Folgeschluss unseren Gedanken und unserer Wut luft zu machen. Das Album ist wahrscheinlich deshalb düsterer, weil wir uns in keiner Weise zurückgehalten haben.
 
Mir scheint auch, als ob der Cello im Vergleich zu „The Wanderer And His Shadow“ wieder mehr im Vordergrund steht und nicht nur blosser Untermalung dient. Ein weiterer Schritt zurück zu „Atrocity Divine“, rein auf das Instrument bezogen?

Na, was die Celloarrangements angeht liegt das alles in Live Juliannes Hand. Sie hat eine Vision und Vorstellung von Melodien, von denen andere nur träumen dürften. Sie war stets in der Lage die Gitarrenriffs finsterer wirken zu lassen. Und es tut auch nicht weh dass sie verdammt scharf ist. Das ist der Rest von uns schließlich auch.
 
Oh yeah. Zurück zum Album. Mir liegen leider keine Texte vor. Welche Welten lässt das Album lyrisch entstehen?
 
Für den Fall, dass du religiös bist kannst du dich verdammt glücklich schätzen, die Texte nicht zu kennen. Denn in dem Fall würden wir dir lyrisch den Lendensaft dermaßen aus deinen Hoden treten, dass du nur noch in der Lage wärst weißen Schleim hervorzusabbern. Die Texte sind natürlich so antireligiös wie die Evolution. Es ist auch alles andere als schwer hier in Oslo Inspiration zu finden. Hier füllt es sich langsam immer mehr mit allen Sorten von Dreckschweinen.
 
Ihr habt für den Song „Ascending“ Jonas Renkse von KATATONIA für die Gesangparts rekrutieren können. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und dem herausragenden Endergebnis?

Jonas und ich trafen uns erstmals auf dem Hole In The Sky Festival, als ich noch bei 1349 spielte. Wir quatschten eine lange Zeit und fanden so schließlich heraus wie ähnlich wir bezüglich Musik und Religionen ticken. Als wir dann „Ascending“ schrieben wurde uns klar, dass hier Klargesang verwendet werden musste. Jonas hat eben eine der besten Stimmen da draußen und wir wussten, dass diese Stimme zu dem Song wie gut geschmierter Analsex funktionieren würde. Also habe ich ihn kontaktiert, ihm den Song geschickt, und die Magie nahm ihren Lauf…
 
Klingt gut. „Serpent Christ“ von der Platte wurde als digitale Single veröffentlicht. Wieso habt ihr euch für dieses Format entschieden?

Na, weil CDs dermaßen 2005 sind.
 
„Enter The Pantheon“, der erste Song den ihr je aufgenommen habt, wurde im Zuge dessen auch neu aufgenommen. Wieso das, und was unterscheidet beide Versionen voneinander?

Das Stück war sogar das erste, welches wir zusammen als Band geschrieben haben, und es ist immer noch stark. Wir mochten es immer und haben es auch vom ersten Tag an in unser Liveset integriert. Der gravierenste Unterschied ist wohl offensichtlich die Geschwindigkeit und der Sound. Der Text blieb unverändert und auch songwriterisch wurde da nichts dran gedreht. Der song ist einfach mächtig und ist wirkt wie eine Faust in Jesus Gesicht.

Für den Horrorfilm „Someones Knocking At The Door“ habt ihr ebenfalls ein exklusives Stück geschrieben. Wie kams denn dazu? Habt ihr den Film bereits gesehen und wann werden wir die Möglichkeit haben, ihn in Europa zu Gesicht zu bekommen?
 
Ich habe einen Mann namens Rome Ramsies beim Videodreh zu 1349s „The Sculpture Of Flesh“ kennengelernt. Zu der Zeit wollte ich ebenfalls ein Musikvideo für PANTHEON I machen, also kamen wir ins Gespräch und entwarfen bereits ein gutes, solides Skript dafür. Dummerweise war es finanziell nicht zu realisieren und wir mussten die Sache abbrechen. Irgendwann kam Rome dann auf mich zu, erzählte mir, dass er unsere Musik sehr schätzt und bot uns an etwas zu dem Film beizusteuern. Er schickte uns das Skript und so schwörten wir „I´ll Come Back As Fire“ herauf. Wir haben den Film allerdings selbst noch nicht gesehen, und ich habe keine Ahnung wie oft der Song im Film angespielt wird. Wie auch immer, die Sache war jedenfalls ein genüssliches Abenteuer.
 
Gibt es schon irgendwelche Tourpläne?

Das wird dieses Jahr hoffentlich klappen. PANTHEON I hatte bisher ja ne Menge pech bezüglich Touring. Und wäre da kein Scheissgesicht namens Henk wären wir bereits verdammt oft on the road gewesen. Aber so sieht die Sache nunmal traurigerweise aus in dem Geschäft: Die Arschlöcher lauern im Dunkeln auf um dir dann ein 30-Inch-Stück Menschenfleisch herauszuschlitzen…

PANTHEON I haben einen Endorsementdeal mit Mesa Boogie abgeschlossen- ein Hersteller, der jeden metalhörenden Gitarristen in Trance versetzt sobald er nur den Namen hört. Was kannst du uns über die Zusammenarbeit berichten?

Yes. Die Kooperation sieht so aus, das wir einen Artist-Deal mit Mesa haben und auch in ihrem Testprogramm drin sind, also Feedback auf neue Produkte geben und so weiter. Wir sind jedenfalls verdammt stolz darauf und finden, dass das alles perfekt zueinander passt, wie die Gitarren auf „Worlds I Create“ beweisen dürften..
 
 
Wir kommen allmählich zum Ende. Letzte Worte oder Zukunftsprognosen?

Ich sag dir was gleich passiert: Ich gehe jetzt erstmal pissen, trinke ne halbe Flasche Wodka und setz mich dann hin um neue Möglichkeiten zu entwickeln, bestmöglich religiöse Menschen zu irritieren und matern. Danach geh ich auf die Straße und suche Waldo…

27.07.2009

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