Pantheon I - The Wanderer And His Shadow

Review

Nachdem “Atrocity Divine” , das Debutalbum der norwegischen Ausnahmeerscheinung PANTHEON I, mir im letzten Jahr mehrere intensive Momente beschert hatte, war ich natürlich extrem gespannt auf den Neuling des skandinavischen Fünfers. Mit dem guten Gefühl im Hinterkopf, dass die Band nicht zuletzt durch ihren Sprung auf ein Major-Label weitere Schritte nach vorne gemacht haben sollte wage ich mich also frohen Mutes an “The Wanderer And His Shadow” heran. Doch Moment…hmm, komisch. Selbst jetzt, nachdem das Album zig mal in meinem CD-Spieler rotiert ist, weiß ich immer noch nicht wirklich, was ich letztlich davon halten soll, was mir die Band da in einer knappen Dreiviertelstunde präsentiert.

Obwohl es sich wirklich, wie eigentlich erwartet, um die konsequente Weiterentwicklung des auf “Atroctity Divine” gefahrenen Stils handelt will mich das Ganze nicht so recht umhauen wie es erwähnter Vorgänger zu schaffen wusste. Wem PANTHEON I bislang nur vom Hörensagen (oder sogar überhaupt nicht) bekannt waren, der wird allerdings vermutlich nicht viel an “The Wanderer And His Shadow” auszusetzen haben. Vorraussetzung ist hierbei natürlich, dass man vor modernem Black Metal mit Hang zu progressiven, eher schwer verdaulichen Gitarrenläufen der Marke neuerer EMPEROR oder SATYRICON nicht zurückschreckt. Eigentlich bietet die Band so ziemlich die ganze Palette der schwarzen Metalspielart feil, was sich sowohl in äußerst brutal wirkenden Knüppelpassagen, nahezu verträumten Melodieläufen oder rockigen, eher typisch-nordischen Riffs äußert.

Das neue Album ist wahrlich ein Wechselbad der Gefühle geworden. Einerseits muss ich der Band hierfür einen dicken Pluspunkt vermerken, denn das Ganze wirkt, Gott sei Dank, nach wie vor authentisch und nicht zu sehr aufgesetzt (mal von den grausig kitschigen Klargesängen, die mein Ohr glücklicherweise allerdings nur ein einziges Mal quälen). Anderseits stellt gerade dieses Wechselbad einen wesentlichen Störfaktor für den Hörgenuss dar: Anstatt mich von einer Gefühlswallung in die nächste zu versetzen wirkt die Musik auf diese Weise eher hektisch und unentschlossen, sodass die Platte trotz aller Liebe zum Detail und den wirklich großartigen Ideen gelegentlich an mir vorbeizurauschen droht. Die Produktion, die in meinen Augen einen Tick zu glatt ausgefallen ist, lässt die Gitarren ebenfalls leider eher harmlos erscheinen, was der Platte, rein soundtechnisch, einen eher laschen Eindruck verleiht. Schade, dass man hier den Attack des wirklich gut gemischten Schlagzeugs nicht halten konnte. Ein weiterer kleiner Wehmutstropfen ist zusätzlich, dass das verwendete Cello, das auf “Atrocitiy Divine” noch eine entscheidende Rolle spielte, auf dem aktuellen Silberling augenscheinlich mehr eine begleitende Funktion spielt.

“The Wanderer And His Shadow” ist zweifelsohne überdurchschnittliches Album geworden, denn eine gewisse Klasse wird diese Band vermutlich nie unterschreiten. Aufgeschlossen denkende Schwarzwurzler, die keine Probleme mit progressiven Einschlägen und eher hitzigen, wenngleich melodischen Songstrukturen haben, können eigentlich nichts falsch machen. In Anbetracht des wirklich herausragenden Vorgängers und den angesprochenen “Mäkeln” kann ich hier allerdings “nur” die Sieben zücken.

08.05.2007

Der metal.de Serviervorschlag

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