Paths Of Possession
Paths Of Possession

Interview

Auf die CD von PATHS OF POSSESSION war ich im Vorfeld irre gespannt. Die Aussicht auf ein Projekt mit George "Corpsegrinder" Fisher, seines Zeichens Sänger bei CANNIBAL CORPSE, machte mehr als nur neugierig. Hinzu kam noch, daß in den Anfangstagen der Band kein geringerer als Ex-MORBID ANGEL Gitarrist Richard Brunelle die Saiten quälte. Das Album überraschte dann doch mit ziemlich melodischem Material. Bassist und zweiter Sänger Randy Butman stand Rede und Antwort.

Paths Of PossessionEndres: Hallo Randy! Wie geht es Dir? Ihr habt gerade „Promises In Blood“ veröffentlicht. Ich halte das Album für ziemlich gut. Welche Reaktionen konnten Ihr bisher erhalten?

Randy: Hallo Markus! Mir geht es gut. Unser Album kam vorgestern raus. Es ist sehr aufregend für mich, da es nun zum ersten Mal ist, dass ich in einen Plattenladen ging und unser Album im Regal sah. Sogar ein Freund von mir aus Alabama fand es in dem gleichen Laden, in welchem ich früher CD’s kaufte als ich noch jünger war. Soweit ich weiß haben wir bisher gute Reaktionen erhalten. Es ware da einige schlechte Reviews, aber damit muß man immer rechnen. Die meißten waren bisher allerdings positiv.

Endres: Ich könnte mir vorstellen, daß viele Leute davon ausgingen, daß eure Musik eher typischer Florida Death Metal ist. Immerhin zählte Richard Brunelle (ex-MORBID ANGEL) zu den Gründungsmitgliedern und Euer Sänger George „Corpsegrinder“ Fisher ist ja durch seine Hauptband CANNIBAL CORPSE hinlänglich bekannt. Weshalb ist also eure Musik eher melodisch?

Randy: Yeah, wir hören sowas oft. Als ich mit Richard und Jay begann zu spielen und Songs zu schreiben, wollten ich und Jay mehr Harmonien in die Musik einfließen lassen. Wir waren beide stark beeinflusst von IRON MAIDEN und diesem Stil. Wir mischten das Ganze mit einigen Riffs, an welchen Richard arbeitete. Wir schrieben einfach mehr und bauten unseren Stil aus. Wir haben wirklich viele verschiedene Einflüsse. Man kann viele verschiedene Stile in unseren Stücken hören.

Endres: Ist jeder in der Band im Songwriting involviert?

Randy: Yeah, und das ist auch großartig! Wir schreiben alle gut zusammen. Jeder kann die Riffs des anderen verändern oder weiterentwickeln. Wenn jemand einen Song oder einen Part schreibt, kommt am Ende was ziemlich unterschiedliches dabei raus.

Endres: Wie waren die Aufnahmen mit Erik Rutan?

Randy: Die Zusammenarbeit mit Erik war eine tolle Erfahrung für mich. Ich war zum ersten Mal in einer solchen Situation, dass ein Produzent die Band wirklich verdammt hart gepusht hat. Davor war es immer so, dass wir uns alle Versuche anhörten, und wenn wir zufrieden mit den Aufnahmen waren, war dies endgültig. Erik aber wollte bestimmte Sachen in unseren Songs hören und zwang uns dazu, Parts wieder und wieder neu einzuspielen. Ich denke, dass großartige an der Zusammenarbeit mit Erik ist, dass er sich im Metal auskennt und ihn versteht. Außerdem ist er ein klasse Gitarrist. Wir arbeiteten wirklich lang und hart an diesem Album. Wir kamen von der Arbeit und gingen gleich direkt ins Studio, 6 Nächte die Woche. Wir hatten aber auch viel Spaß, Erik ist sehr lustig.

Endres: Kannst Du uns bitte ein wenig die Texte beschreiben?

Randy: Einige der Songs von „Promises In Blood“ waren auch auf dem ersten Album und auf der Split-CD. Auf beiden Veröffentlichungen waren die Lyrics Teil einer Gesamtgeschichte der jeweiligen CD. Unser Debüt „Legacy In Ashes“ beinhaltete eine Geschichte über einen zweiten Krieg zwischen Himmel und Hölle. Die Armeen der Hölle kommen auf die Erde, um den Himmel herauszufordern. Die Split-CD machten wir mit DARK FAITH aus Florida, sie bestand aus 6 Stücken. Dabei basierten die Texte lose Frankenstein Roman. Wir haben einige der Songs neu aufgenommen, da beide CD’s lediglich in geringen Stückzahlen gepresst wurden. Wir dachten, dass es gute Stücke sind und wir wollten sie in unserem Live Set behalten. Einige der neueren Texte sind von historischen Ereignissen beeinflusst oder beinhalten einfach guten alten Horror.

Endres: Welches sind Deine hauptsächlichen, musikalischen Einflüsse?

Randy: IRON MAIDEN waren immer ein großer Einfluss für mich. Wegen ihnen begann ich mit dem Bass spielen. Ich denke, John Tardy (OBITUARY) war vom Gesang ein großer Einfluss für mich. Ich war immer der Meinung, dass er einfach die kränkste Stimme von allen hat. Desweiteren noch Bands wie DARK TRANQUILLITY, sie sind sehr komplex mit vielen Elementen im Songwriting. Auch AMON AMARTH. Ich liebe einfach den Drive ihrer Musik. Sie ist zum Teil erbarmungslos.

Endres: Du bist einer der Gründungsmitglieder von PATHS OF POSSESSION. Bitte erzähle uns ein wenig von den Anfängen der Band.

Randy: Ich wechselte nach Florida zusammen mit einer Death/Thrash Band aus Alabama namens SILHAVEN. Wir siedelten alle um hierher, da es für uns in Alabama nicht viel gab. Wir wussten, dass Tampa eine richtig gute Metal Szene hat. Also kamen wir her und spielten los. Wir probten neben Richard und Jay, so ergab es sich, dass wir uns einige Male trafen und miteinander Bier tranken. SILHAVEN brachen auseinander und alle kehrten wieder zurück. Richards und Jays Basser hörte auf, also kam ich zur Band hinzu. Ich begann zu singen, und so starteten PATHS OF POSSESSION.

Endres: Weshalb ist Richard Brunelle nicht mehr Mitglied in PATHS OF POSSESSION?

Randy: Richard hatte viele Probleme in seinem Leben. Die Band war nur etwas weiteres, um das er sich Sorgen machte. Wir beide litten darunter. Es war eine gemeinsame Entscheidung, getrennte Wege zu gehen. Ich bin mir nicht sicher, was er heutzutage treibt. Ich habe seit 9 oder 10 Monaten nicht mehr mit ihm gesprochen, aber ich wünsche ihm alles Gute.

Endres: Wie kam es dazu, dass George „Corpsegrinder“ Fisher zu PATHS OF POSSESSION stieß?

Randy: Ich und George waren zu dieser Zeit seit längerem befreundet, PATHS OF POSSESSION waren eigentlich nicht mehr existent. Ich bin bei den New Yorkern WITHERED EARTH eingestiegen. Einige der Jungs machten ein anderes Projekt, ich jammte mit ihnen und fragte George, ob er einige Stücke aufnehmen möchte. Er war einverstanden. Als wir dann schließlich für die Aufnahmen bereit waren, war jeder aus PATHS OF POSSESSION in dieser Band. Wir entschlossen uns also dazu, wieder den alten Namen zu benutzen und George als permanenten Sänger aufzunehmen.

Endres: Ihr habt einige Shows in Florida gespielt. Werdet Ihr auch nach Europa auf Tour kommen, ist da irgendetwas geplant?

Randy: Wir spielten bisher nur in Tampa und Orlando. Wir haben demnächst eine Show zusammen mit GOATWHORE hier in Tampa. Es ist eine vollständige US-Tour im Februar geplant, und wir werden versuchen, nächsten Sommer was für Europa auf die Beine zu stellen. Sollte das nicht klappen, werden wir definitiv im Spätjahr 2006 kommen, wir freuen uns schon darauf.
Endres: Nick Goodyear (Drummer) spielt auch in DARK FAITH, George Fisher in CANNIBAL CORPSE. Seit ihr anderen ebenfalls in weiteren Bands involviert?

Randy: Nicht wirklich! Ich denke, der Rest von uns ist vielleicht etwas zu faul. Ich habe alle Hände voll mit dieser Band zu tun. Ich habe mit einigen Freunden aus CANCERSLUG gesprochen, eventuell werde ich bei ihnen für eine Weile den Bass übernehmen. Ich weiß allerdings noch nicht, ob das eintreten wird.

Endres: Was sind die nächsten Ziele von PATHS OF POSSESION?

Randy: Nun, wir wollen einfach unser Album mit einer Tour supporten. Wir haben auch schon begonnen, am nächsten Album zu schreiben. Da es bei uns lange Zeit benötigt, bis wir Songs beendet haben, müssen wir damit früh beginnen. Irgendwann im November werden wir ein Video für den Song „Bleed The Meek“ aufnehmen. Das ist eigentlich alles.

Endres: Was bedeutet Metal für Dich?

Randy: Metal ist für mich ein Zeichen der Ehre. Erstens ist es eine Ehre Metal Musiker zu sein und die Möglichkeit zu haben, mit einigen großartigen Bands aus aller Welt zu spielen. Es benötigt mehr Talent Metal zu spielen, als der ganze Scheiß, den man im Radio oder auf MTV hört. Ich denke, im Metal sind einige der besten Musiker der Welt. Zweitens ist es eine Bruderschaft. So wenige Metalheads, wie es auf der Welt gibt. Wenn Du einen siehst, weißt Du dass du mehr oder weniger auf der selben Seite stehst. Es gibt da draußen einige richtige Arschlöcher, aber der größte Teil des Metal Volkes gehört zu den coolsten Leuten, die man treffen wird.

Endres: Habe ich eine Frage vergessen?

Randy: Mir fällt keine weitere ein!

Endres: Dann vielen Dank für das Interview!

Randy: Vielen Dank für alles! Hoffentlich sieht man sich bald!

06.10.2005

Geschäftsführender Redakteur (News-Leitung)

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