Phantom Stars
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Interview

Die PHANTOM STARS ließen jüngst mit ihrem ersten Lebenszeichen, dem überzeugenden Beitrag zur Split-CD mit DEVIL’S MOTHER, aufhorchen. Sänger Walli steht stellvertretend für seine drei Bandkollegen Rede und Antwort zu Anfängen, Gegenwart und Zukunft der jungen, rotzig rockenden Truppe aus Leipzig.

Phantom StarsHallo Walli! Ich habe eure Musik auf der Split-CD mit DEVIL’S MOTHER im Review als MOTÖRHEAD-Rock ’n‘ Roll in modern, wild und ziemlich laut bezeichnet. Wie würdest Du selbst euren Stil beschreiben und kannst Du mir etwas zum musikalischen Hintergrund der Band sagen, vielleicht ein paar wichtige, prägende Alben nennen?

Musik bzw. Bands in eine Schublade zu stecken ist echt schwierig und wenn es um die eigene Band geht… oh ja, dann wird das noch schwieriger. Aber irgendeinen Stempel muss man sich ja aufdrücken. Mit MOTÖRHEAD-Rock ’n‘ Roll in modern, wild und ziemlich laut bin ich doch ziemlich einverstanden und habe da nicht viel hinzuzufügen. Außer das wir uns hin und wieder an Stonerrock oder beispielsweise Hardcore bedienen.
Bei PHANTOM STARS kommt fast jeder aus einer anderen Ecke und von daher hat jeder seine eigenen prägenden Alben. Scheiben, die bei uns im Auto sehr oft im Player landen, sind BLACK SABBATH “Paranoid“, KREATOR “Coma Of Souls“, AC/DC “Let There Be Rock” und ENTOMBED “Left Hand Path”.

Ich habe mich gefragt, woher die Sprachsamples stammen, die während eurer Songs immer wieder eingesetzt werden, wie ich finde besonders gelungen in „Devil in me“. Ist das so eine Art Markenzeichen der Band?

Ja, die Samples sind in der Tat unser Markenzeichen. Die sind auch von Anfang an fester Bestandteil unserer berüchtigten Live-Shows. Woher kommen die Samples? Wir wollen hier nicht alles verraten, um ein klein wenig die Spannung aufrecht zu erhalten. Die versierten Leute werden beim genauen Hinhören schon bemerken, woher die Samples stammen. Wir suchen sie auf jeden Fall gewissenhaft aus und zum Großteil stehen die Einspieler im direkten Bezug zum jeweiligen Song.
Dass wir alle Freunde von old school Horror & Trash Movies sind, dürfen wir an dieser Stelle raushängen lassen.

Wie kam es überhaupt zu der Freundschaft und der Split mit DEVIL’S MOTHER, die ja doch mit ihrem Doom/Sludge/Death Metal musikalisch eine etwas andere Schiene fahren als ihr? Wie reagiert das Publikum bei euren gemeinsamen Gigs auf diese stilistischen Unterschiede?

Ich würde jetzt eine coole Story bevorzugen, aber die Freundschaft zu DEVIL’S MOTHER kam mehr oder weniger aus dem Nichts. Unser Gitarrist hatte die Band Ende letzten Jahres beim Surfen im World Wide Web ausfindig gemacht. Danach stand fest: Lass uns doch bisschen was zusammen starten.
Und die Zuschauer reagierten bei den bisherigen Shows vorrangig positiv auf die Konstellation PHANTOM STARS vs. DEVIL’S MOTHER. Ich finde es ehrlich gesagt auch wesentlich interessanter, wenn man bei Konzerten ein wenig Abwechslung bringt.

Was kannst Du denn zur Entwicklung der Metalszene in Sachsen und Thüringen oder im Osten allgemein sagen? Gibt es einen fruchtbaren Boden für Rock- und Metal-Bands, bspw. was Gigmöglichkeiten und Zuspruch betrifft?

Was Metal anbelangt bin ich einer von gestern oder sogar vorgestern. Ich habe tonnenweise Musik im Hause – von Klassik bis Crustcore. Wenn es um Metal geht, dann höre ich zu 99 Prozent nur die old school-Sachen wie ENTOMBED; SLAYER und so weiter und so weiter… Also Bands, die jeder kennt, der sich für Metal interessiert.
Was die aktuelle Metal-Szene in Sachsen oder Thüringen angeht, kenn ich mich nicht so gut aus und möchte mich von daher auch etwas bedeckt halten. Allerdings habe ich persönlich schon recht lange keine gute Metal-Band aus Thüringen oder Sachsen gesehen, obwohl ich oft auf Konzerte gehe. Was es auf jeden Fall hierzulande genügend gibt, sind diese steifen Metal-Kapellen, die das Metal-Lexikon rauf und runter spielen. Also mit wenig Herz und Kreativität.
Persönlich bevorzuge ich doch eher Metal-Bands, die eine gute Mischung bieten und beispielsweise auch Stile wie Punk, Hardcore oder Thrash literweise einfließen lassen. Gigmöglichkeiten ergeben sich dann mit einer guten Mischung auch.

Ihr spielt bis Ende des Jahres noch einige Konzerte, gibt es daneben schon Pläne für ein komplettes Album?

Pläne haben wir recht viele und einige davon kann ich hier gern auch schon ausplaudern. Seit unserem letzten Studiobesuch im Ende Juni diesen Jahres sind wir fleißig dabei, neue Songs zu schreiben und die Sache läuft richtig gut. Wir haben jetzt schon nahezu das Material für ein komplettes Album zusammen. Ein paar Songs fehlen noch und dann gehen die Sachen in die Tiefenprüfung. Hinterher wird noch mal aussortiert und für Juli/August 2010 ist ein erneuter Studiobesuch in der “Tonmeisterei“ Oldenburg geplant. Die Jungs dort können uns genau das bieten, was wir wollen. Sozusagen das Mekka für die PHANTOM STARS!
Nach dem Studiobesuch wird es dann auch unser Debütalbum geben, was wahrscheinlich im September oder Oktober nächsten Jahres erscheinen wird.

Das ist schön zu hören. Kannst Du schon etwas zur musikalischen Ausrichtung sagen? Wird sich etwas ändern oder bleibt ihr dem Sound der Split treu?

Soundtechnisch werden wir der Split-CD sicher treu bleiben – rau, ungeschliffen und schön rotzig. Was die Songs angeht, da möchte ich mich noch etwas bedeckt halten. Auf jeden Fall wird es ein paar schöne Songs à la MOTÖRHEAD geben. Ansonsten werden wir etwas mehr Vielseitigkeit beweisen. Die Leute von PHANTOM STARS entsprangen allesamt einer anderen Quelle und das soll man auch hören.

Die letzten Worte gehören ganz klassisch Dir, was möchtest Du noch loswerden?

Einen aufmunternden Ruf an alle die das hier lesen und somit wahrscheinlich zur Schicht der Musikfans zählen: Findet Gleichgesinnte und fangt an selber Mucke zu machen! Es ist ein Riesenspaß mit den Jungs auf der Bühne zu stehen und so viel Zuspruch zu erfahren wie es uns momentan gegönnt ist. Von daher natürlich auch ein großes DANKESCHÖN!

06.10.2009

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