
Soundcheck Juni 2026# 12
Galerie mit 19 Bildern: Soulburn - Evil Obsession Tour 2023 in Erfurt


Aus dem ersten Zerwürfnis der holländischen Panzerfraktion ASPHYX hervorgegangen, kann eine inhaltliche Verbindung dieser beiden Bands eigentlich nur in die Irre führen. Die Mutter ist im besten Sinne der Schuster, der bei den eigenen Leisten bleibt, der Abkömmling experimentiert da deutlich mehr und hat mit Eric Daniels inzwischen nur noch einen Gitarristen an Bord, der seinerzeit Monstrositäten wie „Last One On Earth“ eingespielt hat. So richtig erfolgreich waren SOULBURN mit ihren bisherigen Outputs nicht und auch am fünften Album „Quantifying Cosmic Doom“ kann man sich die Zähne ausbeißen.
Material für harte Zähne
Dieses Potential eröffnen die Niederländer zu Beginn bestenfalls subtil. Mit „The Braveheart Of Nightmares“ beginnt nämlich eines der Album-Highlights mit tollen Stimmungswechseln und einem Twan Van Geel, der mächtig an der Qualität seiner Clean-Vocals gearbeitet zu haben scheint. Abseits von einem Mittelpart, der erste Fragezeichen entstehen lässt, ist das ein herausragender Einstand. Doch so richtig will das Album nicht Fahrt aufnehmen. Kuriose Experimente wie seltsame Songausschleifen („Stalactites Of Molten Flesh“) oder unpassende Gesangsvariationen nehmen Überhand und müssen mental mühselig ausgeklammert werden.
Dazu hat offenbar nur der Opener unzählige Vocal-Takes bekommen und Van Geels Klargesang kommt wieder ins Schlingern. Auch dass SOULBURN mit dem bunten Topf aus Black-, Death- und Doom Metal teilweise ziemlich wahllos umzugehen scheinen, macht den Umgang mit „Quantifying Cosmic Doom“ nicht gerade einfacher. Dass Eric Daniels und Remco Kreft ihrerseits Meister des brutalen Riffings sind und die gelegentlichen BATHORY-Vibes einen guten Eindruck hinterlassen, reicht jedenfalls dazu, um die Platte zu retten.
Bestenfalls durchschnittlich
Dennoch haben SOULBURN zu allem Überfluss auch noch circa 15 weitere Minuten im Vergleich zu den letzten Alben „Noa’s Dark“ und „Earthless Pagan Spirit“ aufgesattelt, ohne dass sie diese mit spannendem Material füllen können. Leider geben sich hier weiterhin gute Musiker für vorwiegend belangloses Zeug her und das Quartett kratzt hier nur noch ganz knapp an einem wohlwollend durchschnittlichen Prädikat.

Patrick Olbrich































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