Benediction
Ein runder Death-Metal-Abend
Konzertbericht
Das zwischen Bremen und Osnabrück gelegene Vechta mausert sich immer mehr zur Metal-Metropole. Im Frühjahr besuchten wir das Still Loyal Fest II, das BOLT THROWER huldigte. Nun sind wir für eine weitere britische Legende zurückgekehrt. BENEDICTION sind in Deutschland unterwegs und machen im Gulfhaus Halt. Da lassen wir uns nicht lange bitten und kommen gerne zum Tanz. Drei Vorbands ähnlicher Couleur bringen uns in Stimmung.
SAD WHISPERINGS wollen es nach 30 Jahren nochmal wissen
SAD WHISPERINGS aus Groningen veröffentlichten 1993 ihr Debüt „Sensitive To Autumn“. Danach passierte in Sachen Veröffentlichungen wenig, und von 2004 bis 2023 war die Band inaktiv. Dieses Jahr erschien mit „The Hermit“ Album Nummer zwei, das die Niederländer heute präsentieren.
Der Death Metal der Gruppe ist doomig und schleppend und bringt die bereits zahlreich erschienenen Anwesenden in Stimmung. Die Band unterbricht das Set nur für kurze Ansagen, denn als Opener bleiben ihr lediglich 30 Minuten, um ihre Songs vorzustellen. Neben dem aktuellen Album hauen sie mit „The Tombstone“ noch einen Klassiker von 1993 raus. Es ist ein solider Gig, doch den großen Durchbruch werden SAD WHISPERINGS wohl nicht mehr schaffen.
CIRRUS PRIOR sind die Genre-Exoten
Die anderen drei Bands spielen straighten Death Metal. CIRRUS PRIOR ballern zwar ebenfalls, treten aber eher im Post-Metal-Gewand auf. Das ist derzeit ziemlich en vogue und klingt auch gut, doch die Stücke hören sich heute Abend recht ähnlich an. Die Band ist noch jung und hat bislang zwei EPs veröffentlicht.
Einen guten Job macht Sänger Sascha Wege, dessen Screams und Growls intensiv sind. CIRRUS PRIOR verzichten größtenteils auf Publikumsinteraktion und wollen eine dichte Atmosphäre schaffen. Zeitweise funktioniert das, doch gegen Ende ihres Auftritts werden wir etwas müde.
MERCYLESS verprügeln uns gnadenlos
Die Franzosen von MERCYLESS sind ebenfalls seit 38 Jahren aktiv. Ihr Name ist kein Schreibfehler, denn zur Gründungszeit mussten sie ihn wegen einer anderen Band von MERCILESS in MERCYLESS ändern. So oder so ist ihr Death Metal gnadenlos – das merken wir, als uns ein Moshpit schmerzhaft gegen die Bühnenbarriere drückt.
Auf der Setlist steht ein Mix aus neueren Stücken von „Those Who Reign Below“, „The Mother Of All Plagues“ und „Pathetic Divinity“ sowie älterem Material von „Abject Offerings“. Dabei zeigt sich, dass das alles handwerklich gut gemacht ist, aber nicht so vom Hocker haut wie der bald anstehende Headliner. Das bierselige Publikum ballert trotzdem durch den kompletten Gig und hinterlässt eine Mischung aus Gerstensaft und Schweiß im Pit. Die Band spielt tight, hat Spaß und bedankt sich für das zahlreiche Erscheinen.
BENEDICTION mit Gastgesang
Im Vorfeld gab es Probleme im Hause BENEDICTION: Dave Ingram kann wegen seiner Arthrose nicht mehr schmerzfrei singen und verlässt die Band. Doch die Death-Metal-Szene ist gut vernetzt, und so springt Oscar Rilo von der spanischen Band DARK EMBRACE ein, der bereits im vergangenen Jahr bei ONSLAUGHT aushalf.
Schon beim ersten Track wird klar: Die Briten sollten Rilo fest verpflichten! Während er bei seiner Hauptband deutlich zahmer agiert, geht der Spanier bei BENEDICTION voll zur Sache und röchelt sich durchs Set, als hätte er nie etwas anderes gemacht. Zwischendurch erzählt er Geschichten aus seiner Jugend, als er Alben wie „Subconscious Terror“ nach der Schule mit Freunden über den Ghettoblaster hörte, und bezeichnet seine Mitmusiker als Legenden – sehr respektvoll und gleichzeitig stark performt.
Das Portfolio von BENEDICTION mag nicht ganz so legendär sein wie das von BOLT THROWER, doch egal ob alte Klassiker oder neue Hits von „Ravage Of Empires“: Das Publikum mosht, grölt und feiert die Birminghamer Urgesteine frenetisch ab. Zu Recht, denn auch die alten Recken an den Instrumenten machen einen prima Job, und der Sound sitzt. Als der Gig nach gut einer Stunde endet, sind alle zufrieden.
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Benediction auf Tour
| 02.06.26 | Benediction - Tour 2026BenedictionMax Nachttheater, Kiel |
| 03.06. - 06.06.26 | Mystic Festival 2026 (Festival)A.A. Williams, Acid King, Allt, Anthrax, Arð, Avralize, Behemoth, Belphegor, Benediction, Black Label Society, Black Tusk, Blackgold, Blood Incantation, Blood Vulture, Bloodywood, Bölzer, Carach Angren, Carpenter Brut, Caskets, Cavalera, Cisnienie, Coroner, Corrosion Of Conformity, Czerń, Damnation, Death To All, Decapitated, Der Weg Einer Freiheit, Disharmonic Orchestra, Djerv, Dola, Down, Eihwar, Electric Wizard, Embryonic Autopsy, Escuela Grind, Evergrey, Eyehategod, Forbidden, Frontside, Frog Leap, Fulci, Gaahls Wyrd, Gatecreeper, Grave, Harakiri For The Sky, H.exe, Hostia, Hulder, Ice Nine Kills, Kanonenfieber, Kent Osborne, Knife Bride, Kublai Khan, Letlive, Marduk, Martyrdöd, Master Boot Record, Mastodon, Megadeth, Monkey3, Neckbreakker (ex-Nakkeknaekker), Neptunian Maximalism, Noctem, Overkill, Pain, Priest, Primordial, Psychonaut (BE), Quantum Trio, Return To Dust, Rotting Christ, Saxon, Scour, Septicflesh, Severe Torture, Seth, Shining (NO), Six Feet Under, Soilent Green, Static-X, The Gathering, Thrown, Tides From Nebula, Today Is The Day, Truckfighters, Unleashed, Vianova, Winterfylleth, Yoth Iria und ZetraGdańsk Shipyard, Danzig |
| 10.06.26 | Benediction - Tour 2026BenedictionTante JU, Dresden |
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Jannik Kleemann
































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