Wolves Of Perdition
Schwedischer Black Metal aus Finnland

Interview

Drei Jahre ist es her, als die WOLVES OF PERDITION mit ihrem Debüt „Ferocious Blasphemic Warfare“ ein Ausrufezeichen hinter ihren schwedisch anmutenden Black Metal gesetzt haben. Die Finnen haben damals die ganz große Antireligionskeule geschwungen und kehren jetzt mit „Ultraviolence“ zurück. Auf welche Themen sie sich dieses Mal fokussieren, haben sie uns in einem kurzen Interview erzählt.

Vor drei Jahren habt Ihr ein extrem starkes Debüt veröffentlicht, das bei den Kritikern durchweg positiv aufgenommen wurde. Wie steht Ihr heute zu der Platte?

Es klingt immer noch unversöhnlich und stark, in mancher Hinsicht sogar  grausamer als „Ultraviolence“. „Ferocious Blasphemic Warfare“ ist sowas wie ein Statement. Wie eine Faust auf den Tisch sozusagen und beschreibt uns als Band ziemlich genau.

Vieles ist in diesen drei Jahren passiert und es mehren sich die globalen Konflikte. Hatte all das Einfluss auf das Songwriting zu „Ultraviolence“?

Ja, absolut. Die Songs haben zwar immer noch dieses „In die Fresse“-Feeling. Gleichzeitig haben sie aber auch Tiefgang. „Worst Of Us“ und „The Funeral Hymn“ sind gute Beispiele dafür. In „The Wors Of Us“ geht es darum, dass es nicht die guten Menschen sind, die einen Krieg überleben. Die Pandemie und all die Kriege zeigen, dass die Zeiten der Hexenverfolgung noch nicht lange zurückliegt. Jede große Krise verwandelt Menschen in Tiere. Diejenigen, die keine Grenzen kennen, werden unter diesen Umständen an der Macht sein. Und das gilt für Zeiten in Frieden genauso wie für Kriege. Wir alle erinnern uns doch daran, wie „wichtig“ die Gesundheit der Menschheit während der Pandemie war. Gleichzeitig waren die Strippenzieher der Einschränkungen damit beschäftigt, Kokain-Partys zu schmeißen. Du kannst ein guter Bürger, ein guter Mensch sein und alles richtig machen. Am Ende wird niemand kommen um Dir zu helfen.

Auf „Ferocious Blasphemic Warfare“ habt Ihr Euch ein antireligiöses Image zugelegt, das Ihr auf „Ultraviolence“ allerdings schon wieder abgestreift habt. Um was geht es denn inhaltlich auf der neuen Platte?

„Ferocious Blasphemic Warfare“ war in der Tat äußerst antireligiös und wir haben in diesem Album gesagt, was wir zu sagen hatten. Wir gehören nicht zu den Bands, die sich ein Thema aussuchen und es auf  jedem Album immer wieder zu Tode prügeln. Bei „Ultraviolence“ dreht sich (na ja, offensichtlich) alles um Gewalt, Menschlichkeit, Zerstörung von Leben, vielleicht auch ein bisschen um das Leben selbst. Wie wir in den letzten Jahren gesehen haben, läuft nicht immer alles wie erwartet. „Du hast dein Kreuz vergeblich getragen in der Hoffnung auf einen Himmel, der zum Scheitern verurteilt ist.“

Der Sound ist erneut mehr als gelungen. Wo habt Ihr die Platte aufgenommen und wer ist für den Mix und das Mastering verantwortlich?

Gitarren und Bass haben wir selbst aufgenommen. Für das Schlagzeug und den Gesang waren wir im Inka Studio von Pasi Löfgren. Er hat das Album auch gemischt und gemastert und wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Auf „Ferocious Blasphemic Warfare“ hat Euch kein Label Einschränkungen hinsichtlich des Songwritings gemacht. Wart Ihr dieses Mal wieder genauso frei in Eurer Kreativität?

Ja, das waren wir. Jede Einschränkung unserer Musik würde automatisch jede Möglichkeit einer Zusammenarbeit mit irgendjemandem zunichte machen. Das ist es, was und wie wir es tun wollen. Darüber gibt es keine Diskussion.

Viele sehen in Euch die schwedischte Black-Metal-Band, die Finnland zu bieten hat. Wie seht Ihr das?

Das fasse ich als Kompliment auf, da ich schwedischen Black Metal sowieso viel heftiger finde als finnischen Black Metal. Persönlich bevorzuge ich im Allgemeinen aggressiven und schnellen Black Metal. Alles andere langweilt mich. Da helfen auch peinliche Roben und kleine Kerzen nicht. Und immerhin haben wir viele Elemente in unserer Musik, die den Eindruck erwecken könnten, wir kämen aus Schweden.

Musikalisch gesehen, habt ihr zwei extrem starke Platten aufgenommen. Jetzt ist es an der Zeit, dass Ihr Euer Können auf der Bühne unter Beweis stellt…

Wir werden diesen Sommer beim Under The Black Sun Festival in Deutschland spielen. Es gibt auch einige Pläne für Live-Shows hier in Finnland mit neuen Mitgliedern. Wer das ist, verraten wir aber noch nicht.

Mal angenommen, Ihr würdet eine großangelegte Tour planen. Mit welcher Band würdet Ihr dann am liebsten zusammen unterwegs sein?

Da wir bereits über schwedischen Black Metal gesprochen haben, springe ich mal ins kalte Wasser und sage: MARDUK. Diese Band ist ein großer Einfluss ins Sachen Songwriting und wie man an gewisse Dinge herangehen sollte. BELPHEGOR könnte ich mir aber auch gut vorstellen.

Famous Last Words?

Bleibt am Ball.

23.04.2024

Left Hand Path

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5 Kommentare zu Wolves Of Perdition - Schwedischer Black Metal aus Finnland

  1. nili68 sagt:

    >Du hast dein Kreuz vergeblich getragen in der Hoffnung auf einen Himmel<

    Ich glaub' zwar auch nicht dran, aber man wird sehen, nicht wahr? Ich hätte gerne 'nen Logenplatz vor der Himmelspforte, wenn die ganzen Atheisten davor landen.. 🤣

  2. ultra.silvam sagt:

    Ah die Band die zeigt wie man möglichst ohne Aufwand und Kreativität ein Album veröffentlicht. Die komplette Platte ist mit KI generierten Bildern erstellt. Ein größeres F^ck off zu Kunst kann man wohl nicht geben. Hätte mich ja fast interessiert wie sie das rechtfertigen und ob sie genauso Rotz labbern wie der Hour of Penance Typ oder Glen Benton.

  3. doktor von pain sagt:

    Musik macht die Band übrigens auch. Manche behaupten sogar, das sei das Hauptbetätigungsfeld einer Band.

  4. nili68 sagt:

    Für den einen ist das Drumherum halt auch wichtig, für den anderen nicht oder dazwischen. Da kann die Musik tatsächlich an die zweite Stelle rücken. Ärgerlich wird’s, wenn einem die Musik potentiell gefällt und das Drumherum persönlich nicht passt. Da hängt man sich dann dran auf. Ich merke gerade, dies ist ein Captain Obvious-Kommentar.. 😅

  5. doktor von pain sagt:

    Thanks, Captain Obvious. 🙂