In Vain - Currents

Review

Galerie mit 15 Bildern: In Vain - Niflheim Festival Tour 2014

Endlich sind sie wieder da! Ewig lange fünf Jahre hat es gedauert, ehe IN VAIN, welchen ich bereits seit dem Demo “Will The Sun Ever Rise?” sowie insbesondere dem Debütalbum “The Latter Rain” folge, mit “Currents” endlich den Nachfolger von “Ænigma” abliefern. Aber gut Ding will bekanntlich Weile haben, auch in Norwegen. Dann schauen wir doch mal, wie sich die Mischung aus Black, Death und Progressive Metal nun anhört, die Erwartungen sind auf jeden Fall hoch.

Der klassische Konglomerat-Stil von IN VAIN

IN VAIN starten auf “Currents” mit “Seekers Of The Truth” in ihrem ureigenen, klassischen Konglomerat-Stil. Der Melodic-Death-Metal-Opener ist dabei noch relativ geradlinig gehalten, besticht dabei aber mit ausgeklügelten Arrangements und feinem Gespür für wunderschöne Gitarrenharmonien, dazu mit einigen Tempovariationen und harschem Gesang. Es folgt das schwermütige “Soul Adventurer”, das als Kontrast richtigen, sehr melodischen Progressive Metal darstellt, mit erstmals auf dem Album klarem Gesang, choral-mehrstimmigem Refrain und wenigen Growls, für IN VAIN ein eher ruhiges Stück. Mehr der voluminösen Growls gibt es dafür beim brachial-komplexen, wandlungsfähigen Death-Metal-Brocken “Blood We Shed” mit seinem überragenden Refrain, etwas zu synthetischer Hammond und tollem A-capella-Part. (!)

Bei “En Forgangen Tid (Times Of Yore Pt. II)” in norwegischer Heimatsprache ist es dann wieder dieser etwas an BORKNAGAR erinnernde virtuose Klargesang, der im Vordergrund steht. Die stimmige Fortsetzung von “Times Of Yore” des Vorgängeralbums ist ein sehr atmosphärisches, dicht instrumentiertes Stück, das schweren, düsteren Doom mit epischer Leichtigkeit verbindet. Mit “Origin” ist dann wieder alles etwas anders, der riffbetonte, schwarzmetallisch angehauchte Song ist wieder etwas harscher mit krächzig-screamigem Gesang. Den stärksten Hang zum Black Metal liefert “As The Black Horde Storms”, variabel im Tempo und teilweise sehr hymnisch mit seinen choralen Backgroundvocals, hätte so auch schon auf  “Ænigma” sein können.  Mit dem epischen, nostalgisch-pompösen “Standing On The Ground Of Mammoths” endet das Album: bombastische Arrangements, Geknüppel und überraschende Akustik-Breaks, in den über sieben intensiven Minuten passiert einfach viel.

“Currents” fällt vielfältiger und progressiver aus

Verglichen mit dem Vorgänger “Ænigma”, der etwas mehr in Richtung Black Metal ging, ist “Currents” vielfältiger und progressiver ausgefallen. Das liegt auch an der Verwendung eher unkonventioneller Instrumente wie Violine, Orgel, Saxophon oder Cello, sowie an der Vielfalt von Gastmusikern wie z.B. Baard Kolstad (LEPROUS, GOD SEED, BORKNAGAR), Kristian Wikstøl (FROM STRENGHT TO STRENGHT) Simen Høgdal Pedersen (GROUND ZERO SYSTEM) oder Matthew Kiichi Heafy (TRIVIUM). Ansonsten bleiben IN VAIN sich selbst und variieren einfach in ihrem Stilmix-Kosmos. Das hochwertige, mit viel Liebe zum Detail arrangierte Konglomerat aus Melodic Death, Black und Progressive Metal sorgt auf “Currents” wieder für einige Gänsehautmomente. Sehr schön!

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13.02.2018

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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2 Kommentare zu In Vain - Currents

  1. FuriousFry sagt:

    In Vain haben mit Currents mal wieder abgeliefert. Einzelne Tracks schwächeln leider etwas: Blood We Shed hat ein ganz seltsames Hauptriff, das nach mehrmaligem Hören leider sehr nervt, auch wenn die Acapella-Einlage wirklich gelungen ist. Und En Forgangen Tid hat seine besten Stellen einfach aus Times of Yore geklaut und fügt selbst wenig neues hinzu. Die anderen Songs, allen voran Soul Adventurer und Seekers of the Truth machen das jedoch wieder wett, und so steht am Ende ein etwas unrundes Album, das für mich nicht mit Aenigma oder Mantra mithalten kann, aber dennoch sehr hörenswert ist. Wenn die Jungs doch nur mal etwas mehr Fans bekämen, damit man auch mal die Chance hätte, sie live zu sehen!

    8/10
  2. Buddy S sagt:

    Schön wäre eine Review zur Limited Edition gewesen. Hab gelesen, dass die mit zwei weiteren Tracks aufwarten und das Album dementsprechend in alter In Vain Manier aufwerten. Nun nehm ich aber an, dass alle nur die 7 Track Version reviewen, weil die Limited Edition vermutich wirklich nur auf begrenzte Anzahl limitiert ist.
    Ich für meinen Teil habe das Album bereits und mir die Bonustracks auf anderen Wegen zum Anhören besorgt. Bin auch erst mit den ersten zwei Tracks durch. Soul Adventurer ist irgendwie im Direktvergleich zu Track eins etwas mau, aber dennoch nicht schlecht, keine Ahnung wo hier Matt Heafy (gott ich weiß nicht mal ob er sich so schreibt). Auch Blood We Shed könnte spannender sein, dafür mit And Quiet Flows The Scheldt einen Bonustrack in typischer In Vain Manier. Auch Origin packt mich gleich bei den kurzgeschorenen Haaren. Das Gute bei der Band ist ja, singen und Shouten / Screamen, können die Jungs, hier klingt nichts weinerlich oder aufgesetzt. Dass die Jungs sich immer weiter für alles was Prog bedeutet öffnen, war egtl schon längst bekannt und dennoch kann Times Of Yore Pt. II trotz des Melodiediebstahls aus dem ersten Part (müsste die Songs noch mal direkt miteinander vergleichen, glaube aber meinen Vorredner) überzeugen mit seinen Wechseln. Ghost Path der zweite Bonustrack wartet mit Härte und Orchestra auf und verbindet beides passend. As The Black Horde Storms fängt schön in einem Gewitter aus Aggressivität und Schnelligkeit an, kann aber auch über die gesamten 6 1/2 Minuten die Qualität trotz mehrerer Ausflüge in ruhigeren Gefilden halten. Mit dem letzten Track Standing on the grounds of mammoth wollen In Vain es aber noch mal wissen. Die Anfangsmelodie ist absolut klasse und es bleibt melodisch im instrumentalen Bereich während der Sänger wieder seine Growls auspackt. Auch absolut traumhaft ist der kurze Part in dem das Saxophon in einer jazzigen Version den Song verziert. Vielleicht spricht da ein wenig der Fanboy aus mir heraus, aber ich kann dem Album nach einmaligen Hören direkt schon mit 9 Punkten beglückwünschen, denn auf dem ersten Blick kann ich nur auf hohem Niveau meckern.

    9/10