Ragnarök Festival 2026
Der große Erlebnisbericht
Konzertbericht
Der Süden Deutschlands mutiert im April zum Extreme-Metal-Mekka. Denn musikalisch hartgesottene Pilger:innen können in Bamberg (respektive Hirschaid, wo wir auch in diesem Jahr wieder beim Braincrusher In Hell waren) starten, zu Ostern nach München weiterziehen und anschließend zurück nach Oberfranken wandern – über den Staffelberg und vorbei an Vierzehnheiligen geradewegs nach Lichtenfels zum Ragnarök Festival 2026.
Es ist Donnerstag, morgens um halb zehn in Fischbach. Doch statt der Lust auf einen Schokoriegel steigt der Bierdurst. Diese Zeilen entstehen – gemessen an der Stadthalle in Lichtenfels – rund 30 Kilometer entfernt. ISTAPP dröhnen aus den Laptopboxen und warten auf den absoluten Nullpunkt. Ein Blick nach draußen: blauer Himmel, Sonnenschein. Ja, die Musik darf in den nächsten drei Tagen gern frostig werden, aber gegen Wohlfühlwetter hat sicherlich kein Ragnarök-Gast etwas einzuwenden.
Wie geht es weiter? In Kürze dürfen die früh Angereisten auf den Parkplatz sowie Campingplatz und in die Schlafhalle. Ein paar Stunden später lädt das Infield des Festivalgeländes zum Vor-wasauchimmer ein und pünktlich zur ersten Band öffnen sich die Tore der unheiligen Halle. Dann werden auch wir uns ins Kuttengetümmel werfen. Also, bis gleich!
Donnerstag
Auch wenn mit sechs Bands recht überschaubar, ist der Donnerstag mehr als ein typischer Warm-up-Tag. Denn es treten schon – subjektiver Geschmack ausgeklammert – ein paar echte Hochkaräter auf. Mit denen begeben wir uns direkt in den „Eye Of The Storm“, denn „Their Spirits Ride With The Wind“. Ob wir „Safe Across The Endless Night“ kommen? Wir werden sehen! Fakt ist aber, dass die Acts heute eine optimale „Preperation“ für den „Fimbul Winter“ sind – bekanntlich die erste der vier Katastrophen vor der Ragnarök. Dann wünschen wir euch und uns mal viel Glück bei der Wiedergeburt („Возрождение“).
Metallisch quergebildete Menschen haben erkannt, dass es sich hier um sechs Songtitel von den Debütalben der Donnerstagskombos handelt. Für uns beginnt das Livespektakel mit IN VAIN. „I want a big Skol!“, hören wir als Erstes, als wir die Stadthalle betreten. Schön zu sehen, dass bereits einige Schiffe angelegt haben, denn nicht nur die Becher sind ordentlich gefüllt, sondern auch der Zuschauerraum. Die Mucke ist perfekt, um sich warm zu headbangen. Und der Wechsel von harshen auf cleanen Vocals und vor allem das klargesungene Duett verleihen den Norwegern etwas Besonderes.

In Vain beim Ragnarök 2026
Eine essenzielle Frage tut sich sogleich auf: Wo ist das Landbier? Das gibt es tatsächlich nicht, was schade ist, weil die Leikeim-Abhängigkeit nach wie vor real ist. Egal, trotzdem ein Helles geholt, denn mit IOTUNN steht ein vermeintliches Highlight auf der Bühne. Die Lampe am Mikro ist ein cooles Gimmick, aber hier sticht wahrlich die Symbiose aus Musik und Stimmvielfalt heraus. Es war eine gute Idee, IN VAIN und IOTUNN im Billing zu benachbaren. Allerdings setzen die Dänen noch mal einen drauf und liefern auch abseits der Mikrofonbeleuchtung einen satten Lichtblick für das gesamte Festival. Hier benicken und feiern auch die optisch gestandenen Wikinger:innen den gefühlvollen Klargesang und die schönen Melodien.

Iotunn beim Ragnarök 2026
Beim anschließenden Maskenball von NON EST DEUS herrscht Handyalarm – die jüngere Metal-Generation (ja, auch sowas gibt es beim RAGNARÖK) darf sich austoben. Kleine Pyros, kleiner Pit, mittelschwere Enttäuschung – die einstudierte Show will über die generische Musik hinwegtäuschen. Und von den Bewegungen her ist das eh identisch mit KANONENFIEBER, nur mit anderer Kleidung, Symbolik und Thematik. Ein paar frühe „Alkoholleichen“ verpassen den Gig gänzlich – viel haben sie nicht versäumt.

Non Est Deus beim Ragnarök 2026
Nur MARDUK, verdammte scheiße! Anderes Festival, immer funktionierender Joke. Das geht uns jedenfalls durch den Kopf, als wir einen JBO-Patch neben eineh MARDUK-Aufnäher auf der wohl mutigsten Kutte des Abends sehen. Apropos, wir schauen uns etwas auf dem Gelände um: Die Stände sind anders angeordnet, sodass mehr Marktfeeling aufkommt. Und gab es schon immer Handbrot? Wir glauben nicht, freuen uns aber darüber. Was erleben wir noch? Ein Gespräch nebenan: „Eye, ahhhh, dich kenn ich doch, ahhh“ – dann ziehen sie Arm in Arm davon. Ganz süß. Wir beobachten auch, wie Menschen wegen ihrer Nieten aneinander hängen bleiben – Metal verbindet.
Das saftige „Yeah“ von EINHERJER-Fronter Frode Glesnes fasst den ersten Tag gut zusammen. Mit „Bloodborn“ bekommen wir sogar eine Song-Weltpremiere, denn die Nummer kommt erst am Folgetag offiziell raus. Huch, kurz ist der Sound weg – aber das technische Problem ist schnell gelöst. Und so können wir den „West Coast Groove“ und andere Lieder wie „Dreamstorm“ vom Debüt „Dragons Of The North“ amtlich zelebrieren.

Einherjer beim Ragnarök 2026
Der Tagesabschluss überzeugt uns weniger. ARKONA haben reichlich Hits in petto, aber der Fokus liegt heuer auf dem mystischen Material. Das ist grundsätzlich okay, weil sich darunter starke Nummern befinden, aber so geht eine sehr wichtige Komponente der Banddiskografie flöten. Zudem ist der Sound heute leider nicht in Bestform – mal davon abgesehen, dass generell zu viel vom Band kommt.
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