A Poetic Yesterday - A Little South Of Zero

Review

A POETIC YESTERDAY. Klingt, als hätten die fünf Briten einen Band-Namengenerator im Keller stehen. Und so generisch wie ihr Band-Name ist leider auch die Musik auf dem Debütalbum. Dazu kommt noch, dass die Stimme von Frontmann Gavin Stewart ziemlich dünn ist, nur die Shouts kommen ganz gut (oder kommen die von den Gitarristen?).

Insgesamt 23 Bands gibt A POETIC YESTERDAY auf ihrer MySpace-Seite als Einflüsse an. Aber eigentlich kann man die Liste auf zwei Bands reduzieren: FUNERAL FOR A FRIEND und 36 CRAZYFISTS. Denn Songs wie „Firefightersfightfires!“ oder „Tony Jaa Will Kick Your Ass“ erinnern mit ihren melodischen Gitarrenläufen und dem Stakkato-Rhythmus ganz stark an den Sound der Waliser und den Gesang von Brock Lindow, ohne jedoch deren Qualität zu erreichen. Wer sich bei den Song-Titeln verwundert am Kopf kratzt: Richtig gelesen. Fast alle Titel sind so kryptisch, genauso wie die Texte, aber das ist ja spätestens seit PANIC! AT THE DISCO hip. Ob kryptisch hin oder her, Hauptsache das Songwriting überzeugt. Aber leider hapert es auch da.

Vor allem der Song „Tony Jaa Will Kick Your Ass“ zeigt, dass die Briten noch etwas an ihren Songs feilen sollten. Das Lied fängt ungewöhnlich an, denn man hört eine Menschenmenge in Angst und Panik, dazu dumpfes Dröhnen, plötzlich ein Schlag und es ist ruhig. Irgendjemand erwähnt das World Trade Center und die Band fängt an zu spielen. Interessanter Einstieg, aber die Gitarren-Riffs passen überhaupt nicht zu dem Thema, sie sind genretypisch verspielt und melodisch. Nach dem Refrain tröpfelt plötzlich eine sanft gezupfte Gitarre aus den Boxen, dann poltert der Song weiter, als wäre nichts geschehen. Das Motiv der Gitarre wird nicht wieder aufgegriffen und wirkt somit wie ein Fremdkörper. Aber der Song hat noch mehr seltsames zu bieten: Gegen Ende werden einige Sprach-Samples, eventuell von Nachrichtensprechern, eingespielt. Es wird spekuliert, ob es sich um einen „Inside-Job“ handeln könnte. Die Band klingt leise aus und es wird in ein unglaublich billig klingendes Streicher-Sample übergeblendet. Wer nach diesem Song kein übergroßes Fragezeichen auf der Stirn hat, hört wahrscheinlich auch Zwölftonmusik.

Zu dem wenig durchdachten Songwriting gesellt sich der katastrophale Frontsänger Gavin Stewart, der in schöner Regelmäßigkeit an den Tönen vorbei singt. Nur mit großer Willensanstrengung konnte ich meine Haarsinneszellen im Ohr davon abhalten, kollektiven Selbstmord zu begehen. Wirklich überzeugen kann Stewart eigentlich nur in „I Can Sea The Seller“, hier klingt er etwas nach Phil Collins, der ja auch nicht der Inbegriff an Stimmgewalt ist. A POETIC YESTERDAY waren laut MySpace-Seite zwei Jahre auf Tour, wie bitteschön hat das Publikum das ertragen können? Vielleicht klingt Stewart live ganz ordentlich, aber leider gibt es im Netz keine echten Live-Mitschnitte, die das belegen könnten. Die paar Videos im Netz haben ihr Bild zwar von einem Live-Auftritt, der Sound kommt aber ohne Zweifel aus der Konserve.

Ein paar versöhnliche Worte zum Schluss, denn ganz ohne Grund haben A POETIC YESTERDAY ihren Plattenvertrag nicht bekommen. Songs wie „My Hairstyle Defines Me“ oder „The Movie“ sind ganz nett und haben auch hübsche Melodien, die etwas im Ohr bleiben. Ansonsten ist das, was A POETIC YESTERDAY abliefern, zu beliebig, langweilig und generisch. Da höre ich mir lieber die Vorbilder wie FUNERAL FOR A FRIEND oder 36 CRAZYFISTS an, die können das besser.

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24.10.2008

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