
Vier Jahre nach ihrem Debütalbum „Met De Drietand Op Mijn Huid“ haben die Belgier AERDRYK nun den Nachfolger „Onzuiver“ veröffentlicht. Die Platte ist abwechslungsreicher und weniger harsch produziert als der Erstling, jedoch genauso fies und finster, erfüllt von Hass und Trotz.
AERDRYK blicken mit „Onzuiver“ in einen schmutzigen Abgrund
Bei AERDRYK handelt es sich streng genommen nicht um eine Band, sondern um das Soloprojekt von C.V.B., der seit nunmehr zehn Jahren als Gitarrist, Bassist und Keyboarder von WOLVENNEST auf sich aufmerksam macht. Mit AERDRYK kanalisiert er seine ganz persönliche diabolische Philosophie in atmosphärische Songs. Der Titel „Onzuiver“ bedeutet übersetzt „Unrein“ und thematisch tritt der Teufel metaphorisch als ideologische Waffe im Kampf gegen das Christentum auf.
Schon der Opener „Modder En Bloed“ zeigt nach wenigen Sekunden, wo der Hammer hängt. Melodisch und repetitiv türmen sich düstere Klangkaskaden auf und die Vocals von C.V.B. strotzen vor Inbrunst. Über sieben Minuten rollt er hier einen schwarzen Teppich aus und nimmt uns mit auf die Reise in eine Welt aus Schlamm und Blut, wie es im Titel heißt.
Die Atmosphäre setzt sich auch bei „Een Wereld Om Te Bederven“ fort. Hypnotisch, kalt, voller Ablehnung. Ebenso wie das anschließende „De Laatste Wens“, dem eine sinistre Epik innewohnt und das gegen Ende durch eine unerwartete Synth-Passage besticht.
Lieber lebend verbrennen als voller Leiden leben
Schleppend, frostig und mit gekonnt eingestreuten Klavierklängen reduziert der Titeltrack das Tempo, bevor „Liever Levend Verbranden“ wieder pure Ablehnung versprüht. Das anschließende „Een Bestaan Van Lijden“ geht stramm und fast rockig nach vorn.
Ein Ausnahmemoment ist „Kruispunt“. Hier gesellen sich ätherische, choral anmutende Gesänge zu C.V.B.s gehässigem Keifen. Tempo, Melodie, Instrumentierung und Struktur gestalten sich abwechslungsreich. „In Het Graf En Diep“ schließt das Album mit einer Ladung Hass gebührend ab und lässt die Hörerschaft schweißgebadet zurück.
Finstere Ästhetik für Liebhaber der zweiten Black-Metal-Welle
„Onzuiver“ spiegelt die Black-Metal-Ästhetik der 90er, gepaart mit Charme, druckvoller, jedoch nicht überladener Produktion und unerschütterlicher Attitüde, wider. Es liefert knapp 50 Minuten Antihaltung, verteilt auf acht schwarze Klangklumpen.
(Tilmann Euler)

metal.de Redaktion 































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