Aeternitas - Tales Of The Grotesque

Review

Nach „Requiem“ aus dem Jahr 2000 und „La Danse Macabre“ von 2004 haben wir AETERNITAS irgendwie aus den Augen verloren. Zwischen 2009 und 2016 herrschte bei ihnen Funkstille. Dann kam „The House Of Usher“. Dieser kurze Rückblick fördert erstens zutage, dass AETERNITAS mit ihren ersten beiden Veröffentlichungen nicht unbedingt super punkten konnten, und zweitens, dass sie sich sprachlich sowie inhaltlich umorientiert haben. Wie „The House Of Usher“ befasst sich auch das nun erscheinende Album „Tales Of The Grotesque“ mit Geschichten von Edgar Allen Poe. Sich derart beliebten und oft zitierten Themen anzunehmen, birgt natürlich ein gewisses Risiko.

„Tales Of The Grotesque“ hat seine Momente

Los geht „Tales Of The Grotesque“ mit „The Tell-Tale Heart“ und seinem dezenten Intro aus elektronischen und orchestralen Elementen. Der Eindruck, der dabei entsteht, ist sehr cineastisch. Die dann einsetzenden Gitarren zeigen sich druckvoll und bieten erstmal keinen Grund zum Meckern.

Schnell wird klar, dass AETERNITAS auf einen theatralischen Stil setzen, der sich unter anderem dadurch manifestiert, das sie fast alle ihre Vocals als Duett zwischen Sängerin Julia Marou und Sänger Oliver Bandmann angelegt haben. Auch die orchestralen Arrangements, die sich schnell als stetiger Begleiter herausstellen und – anders als das Intro es noch erwarten ließ – alles andere als dezent daherkommen, verstärken den theatralischen Effekt.

Mit Ruhm bekleckern sich AETERNITAS nicht

Da wären wir auch schon bei einem Teil des Problems, das AETERNITAS auf „Tales Of The Grotesque“ haben. Der Bombast, der im krassen Gegensatz zu den eher zahmen Gitarren steht, wirkt schnell erdrückend. Außerdem geht der Kitsch, den man hier einfach nicht wegargumentieren kann, einem sehr schnell sehr stark auf die Nerven. Das mögen viele als schlichtes Merkmal des Melodic/Gothic/Symphonic Metal sehen, dem ist aber nicht so. Ein Positivbeispiel, das mir erst kürzlich untergekommen ist, sind beispielsweise ELVELLON mit ihrem Debüt „Until Dawn“. Gerade bei einem Thema wie Poe hat Schmalz eigentlich nichts verloren.

Die Vocals, die nicht unbedingt schlecht sind, aber wirklich sehr viel besser sein könnten, kommen noch als Kritikpunkt hinzu. Ein Komplettausfall ist „Tales Of The Grotesque“ zwar nicht, aber stark abgeliefert haben AETERNITAS hier auch nicht. Daran kann auch der Lichtblick zum Schluss, der Song „A Case Of Revenge“ mit seinem sehr eingängigen und mitreißenden Refrain nichts mehr ändern.

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22.06.2018

headbanging herbivore with a camera

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