Angelus Apatrida - Give 'Em War

Review

Galerie mit 15 Bildern: Angelus Apatrida - Ruhrpott Metal Meeting 2018

LOGBUCH Metal.de: Wir schreiben das Jahr 2007, das sich nunmehr auch seinem winterlichen Ende nähert. Die 80er sind vorbei. Die 90er auch. Aber halt, ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf thrashender Spanier ruft zur Renaissance des Thrash-Fucking-Metal auf. Die 80er sind trotzdem vorbei, die 90er auch – immer noch. Aber wen interessiert das eigentlich?

ANGELUS APATRIDA können sich rühmen, „one of the biggest thrash metal acts in Spain“ zu sein und dort mit Bands wie LEGEN BEITZA, OMISSION, RANCOR oder ARTERIAL PRESSURE diese Metal-Sparte neu definiert und wieder auf die musikalische Landkarte gesetzt zu haben. Gut, von spanischem Thrash-Metal habe ich jetzt ungefähr so viel Ahnung, wie von andalusischen Eseln – ich bin mir sicher, dass sie existieren und sie sind bestimmt auch cool, aber näher auseinandergesetzt habe ich mich mit dem Thema bisher noch nicht und ich hatte eigentlich auch nicht in nächster Zeit vorgehabt, in diese Materie näher einzusteigen – sowohl was die Esel, als auch was spanischen Thrashmetal betrifft. Von daher kann ich nicht mit letzter Sicherheit sagen, ob ANGELUS APATRIDA wirklich den Status in ihrem Heimatland einnehmen, den sie sich selber beimessen, aber wir wollen es ihnen einfach mal glauben. Trotzdem will ich hiermit die äußeren Umstände dieser ihrer zweiten CD abhaken und mich fortan an das Gehörte halten, aber von vorne:

Es wird gethrasht: PANTERA, MEGADETH, OVERKILL und ANTHRAX sind die Einflüsse, die der Promozettel preisgibt. Ich meine, auch noch eine ganze Ecke SEPULTURA rauszuhören, aber letztenendes sollte dies bereits klarstellen, wie der Hase hier läuft (bzw. knüppelt). PANTERAs Phil Anselmo scheint auf jeden Fall schon mal das Vorbild für den Gesang abgegeben zu haben und zusammen mit einer Prise MEGADETH verfeinert sollte das eine ungefähres Bild davon geben, wie man sich die Vokalisation ANGELUS APATRIDAs vorzustellen hat. Dass dabei nicht die Klasse des Originals erreicht wird, braucht man sicherlich noch nicht mal dazu zu sagen. Sie wird es auf jeden Fall nicht.

Musikalisch passiert nichts, was man nicht erwartet hätte. Galoppierende Riffs, treibendes Schlagwerk und kreischende Soli – Thrash eben. Vielleicht kann man auch noch eine gewisse Death-Metal-Anwandlung erkennen, wenn die Doublebass so richtig ausgepackt wird, Blastbeats sind mir allerdings nicht aufgefallen. Auch Stakkato-Riffing der Marke Dimebag Darell findet hier nicht statt, eher noch holte man sich scheinbar die eine oder andere Idee für die Gitarre bei den guten alten Herren Hannemann und King.

„Aber wie is’n jetzt die CD, Alter?“ Ja, schlecht isse nicht… ANGELUS APATRIDA machen ihren Job solide bis gut und erlauben sich keinerlei Patzer. Das Material ist durchweg treibend und geht stets gut nach Vorne. Man bekommt hier Thrash-Metal, wie er sein sollte. Aber, wer hätte es gedacht, wirkliche Innovation ist hier nicht zu verbuchen und die alten Helden sind auch trotzdem nicht erreicht. Von daher muss ich dem interessierten Leser doch erstmal dazu raten, seine Sammlung der als Einfluss erwähnten Bands zu komplettieren oder sich überhaupt erstmal mit ihnen auseinander zu setzen. Wer das doof findet oder schon alles hat und trotzdem noch mehr will, bekommt hier eine solide Aufwärmung des Sonntagsessens von gestern. Kommt jetzt zwar aus der Mikrowelle, schmeckt aber trotzdem noch besser als so manches frisch Gekochte.

27.11.2007

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