Angelus Apatrida - Clockwork

Review

Galerie mit 15 Bildern: Angelus Apatrida - Ruhrpott Metal Meeting 2018

Schon mal was von der “New Wave Of Spanish Thrash Metal” gehört? Nein? Hatte ich auch nicht. Bis zu dem Tage, an dem das dritte Album der jungen Thrash Metal-Kombo ANGELUS APATRIDA aus Albacete/Spanien auf meinem Schreibtisch landete. Anfänglich aus Spaß und als Anspielung auf die fehlende Thrash Metal-Szene in Spanien entstanden, hat dieser Begriff dank u.a. ANGELUS APATRIDA zumindest in ihrem Heimatland mittlerweile ernsthafte Geltung gewonnen. Mit ihrer neuen Scheibe “Clockwork”, für die sie einem Deal mit Century Media einheimsen konnten, wollen die Vier aber nun endlich auch außerhalb Spaniens Fuß fassen.

“Clockwork” beginnt, ganz dem Titel entsprechend, mit dem Ticken einer Uhr, untermalt von spannungsvollen Gitarren, bis ANGELUS APATRIDA mit dem Genickbrecher “Blast Off” sofort in die Vollen gehen und während der folgenden 50 Minuten keinen Moment nachlassen. Die Marschrichtung ist klar vorgegeben, es geht stetig nach vorn und alles, was sich den Spaniern in den Weg stellt, wird gnadenlos und ohne Rücksicht auf Verluste weggeblasen. Die schnellen, druckvollen Riffs der Marke EXODUS sind zwar wenig innovativ, strotzen aber vor Power und Spielfreude und reißen sofort mit. Filigrane, rasende Soli und eine fette Portion Groove, sogar bei den Höchtgeschwindigkeits-Passagen, lockern die Kompositionen auf und einen besonderen Leckerbissen gibt’s mit Fronter Guillermo Izquierdos einfach richtig geilen Vocals, irgendwo zwischen METALLICA und MEGADETH beheimatet, noch dazu.

Sicher haben ANGELUS APATRIDA den Thrash Metal kein bisschen neu erfunden. “Clockwork” kommt sogar ohne wirkliche Originalität oder Variabilität aus und doch hat mich persönlich lange keine Platte einer weitestgehend unbekannten Band mehr so überrascht. Das Album vereint einfach alles, was eine gute Thrash-Scheibe haben sollte und Fans der Bay Area sollten hier unbedingt zuschlagen. Dennoch glaube ich, die Jungs sollten daran arbeiten, sich eine etwas intensivere eigene Note zu kreieren.

18.06.2010

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