Anima Damnata - Atrocious Disfigurement Of The Redeemer's Corpse.

Review

Zerbst, Sachsen Anhalt. Nachdem ich den Geburtstag meiner Frau Mutter gebührend mit Grillfleisch gefeiert hatte, folgte ich dem Ruf des weltbekannten Szeneschuppens K6. Es haben sich zwei Bands aus Polen angekündigt-BESTIAR und ANIMA DAMNATA. Die Assis begrüßt, Bier getrunken, BESTIAR geguckt und dann geht es los. SEX, SHIT and SATAN ist bereits auf dem überdimensionalen Backdrop zu lesen und drei muskulöse Langhaarzotteln betreten, mit Ketten verziert, die Bühne. Und was dann für ein Inferno über die anwesenden Banger losbricht, wird man im K6 wohl eine Weile nicht vergessen.

ANIMA DAMNATA sind für mich BELPHEGOR in geil! Ein extrem perverser Mix aus rasendem Death Metal, wirren Soli, klirrenden Black-Metal-Riffs und purem Chaos. Und genau das, was sie an besagtem Abend auf der Bühne zelebriert haben, findet sich nun auch auf „Atrocious Disfigurement of the Redeemer’s Corpse at the Graveyard“(haha, da reicht nicht einmal unser Platz da oben!) seine Fortsetzung. Nach dem ersten und auch zweiten Hören scheint das Werk dem Hörer keinen wirklichen Zugang zu gewähren, einfach zu sperrig, zu chaotisch und zu wirr kommt das Material der Polen rüber. Doch gibt man dem Album die Chance und hört sich hinein, so wird der rote Faden immer deutlicher und man wird mit einem herrlich-brachialen Stück Musik belohnt.

Allein der Drummer Necorlucas ist sein Geld wert, selbst ein Kumpel, der mit dieser Musik kein Stück etwas anfangen kann, war bei dem Gig ob der Drumkünste ganz aus dem Häsuchen. Kein Wunder, selbst bei wahnwitzigen Geschwindigkeiten zaubert der junge Mann noch punktgenaue Breaks und beherrscht auch die Beckenarbeit perfekt. Doch auch die anderen beiden Herren beherrschen ihre Instrumente. Dabei kommt das Grundgerüst der Songs auf jeden Fall aus dem Death-Metal-Sektor, vornehmlich aus dem amerikanischen, was sich besonders bei den Soli zeigt. Ebenso wird der Gesang zu großen Teilen in Form von Grunzen dargeboten und lediglich in einigen Stücken auch mal von Kreischen begleitet. Ähnlich verhält es sich mit den Einflüssen aus dem Black Metal, welche sich nur sehr versteckt, in Form frostiger, kurzer Riffs zu erkennen geben.

Man kann es also drehen wie man will, ANIMA DAMNATA haben einfach ein wirkliches Brett vor dem Herrn abgeliefert, welches man immer und immer wieder anhören kann. Wem neuere BELPHEGOR zu vorhersehbar und nicht chaotisch genug sind, der sollte hier auf jeden Fall ein Ohr riskieren!
Zwar ist Shit nicht so ganz meine Sache, SEX&SATAN machen das Ganze aber auf jeden Fall wieder wett! Kaufen!

16.05.2007

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