At Daggers Drawn - Ignition

Review

AT DAGGERS DRAWN, was soviel wie „kampfbereit“ bedeutet, gibt es eigentlich schon seit Anfang 2004. In ihrer aktuellen Besetzung spielen die fünf Männer und eine Frau aus dem Raum Koblenz aber erst seit Juni 2007 zusammen und seit dem Frühjahr 2008 gibt es ihre erste EP „Ignition“. Zu hören gibt es darauf melodischen Death Metal der Göteborger Schule mit ein paar Thrash-Anleihen. Obwohl AT DAGGERS DRAWN kein Label im Rücken hat, macht ihr erstes Mini-Album einen rundherum professionellen Eindruck, etwa durch das gelungene Album-Cover und natürlich durch die Musik.

Der Titel-Track „Ignition“ fängt sehr stimmungsvoll an: Düstere Synthie-Klänge quellen aus den Boxen, eine rhythmische Figur des Beckens kommt hinzu und versetzt den Hörer in Erwartungshaltung, dann schaltet sich noch ein Gitarren-Riff ein und schließlich geht der Song sehr elegisch ab. Die verspielten Gitarrenläufe erinnern mal an IN FLAMES, mal mit den gedämpften Downstrokes an OMNIUM GATHERUM. Das wirkt nicht schlecht geklaut oder billig kopiert, sondern sehr organisch. Nicht schlecht für eine Debüt-EP!
Der nächste Song „Gaia (Thou Shalt Not Kill)“ hingegen orientiert sich eher an THE HAUNTED, also gut gemachter Thrash Metal. Ganz ohne Melodie bleibt der Song aber nicht, ein paar Töne auf der Gitarre leiten in einen melodischen Refrain über. „With You“ ist der kürzeste Track der EP, hier zeigt Sänger Pierre, was er kann. Er shoutet, growlt und singt sowohl clean als auch verzerrt. Es hat sich hörbar gelohnt, dass die Band nach dem Fortgang ihres ehemaligen Sängers Silviu ein Casting veranstaltet hat. Der Song geht musikalisch und textlich durch die Herz-Schmerz-Thematik eher in die Ecke von KILLSWITCH ENGAGE. Wer jetzt die CD wie eine heiße Kartoffel fallen lässt, wird vom folgenden Track „From Hell To Earth“ mit seinem harten Einstieg wieder geködert. Das Riff passt zum Song verdammt gut, vor meinem Auge stürzt der gefallene Engel Luzifer mit brennenden Flügeln vom Himmel auf die Erde. In der Strophe gibt’s dann aber nur einzelne Akkorde und Keyboard-Klänge. Schade, dass man die Growls vom Fronter Pierre so schlecht versteht. Am Schluss des Songs atmet die Band noch mal kurz durch, bevor sie dem Hörer einen fetten Breakdown serviert. Im abschließenden Song „Dead Before The End“ kommen die Doom-Metal-Wurzeln von AT DAGGERS DAWN deutlich zum Vorschein: Siebeneinhalb Minuten lässt sich der Track Zeit, das Tempo ist sehr tragend, die Stimmung sehr melancholisch und die Keyboards erschaffen den dazu passenden Klangteppich.

An der Produktion der EP gibt es eigentlich wenig zu mäkeln, denn das Schlagzeug klingt fett und die Gitarreneffekte sind abwechslungsreich. Nur der Sound des Keyboards hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Mal passen die Klänge toll zum Song wie bei „Ignition“ oder „Dead Before The End“, mal klingen sie sehr billig. Ein weiterer Kritikpunkt wäre die Abmischung des Sängers, der könnte etwas prominenter im Sound platziert werden, schließlich muss er sich mit seinem abwechslungsreichen Organ nicht hinter den Band-Kollegen verstecken. Genauso abwechslungsreich sind auch die einzelnen Songs, hier eine Überleitung, da ein Zwischenspiel oder ein Breakdown lassen kaum Langeweile aufkommen. Schade, dass es nur fünf Songs gibt.

Zu den Songtexten kann ich leider kaum was sagen, da es kein Booklet gibt und Sänger Pierre üblicherweise grunzt oder seine Stimme so verzerrt, dass man kaum etwas verstehen kann. Zwar müssten die Texte auch auf der Myspace-Seite runterladbar sein, aber der Button ist nicht aufzufinden.

Fans von IN FLAMES oder OMNIUM GATHERUM sollten auf jeden Fall mal auf der Homepage von AT DAGGERS DAWN vorbeischauen, denn dort kann man sich die Songs der EP kostenlos herunterladen. Vielleicht nimmt sich ja bald ein Label der Band an. Zu wünschen wäre es.

16.10.2008

Der metal.de Serviervorschlag

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