Avsked / Schlaflos - Split CD

Review

Im Grunde könnte die folgende Rezension in vier, vielleicht fünf Sätzen abgehandelt werden, soviel ist sicher. Denn weder AVSKED noch SCHLAFLOS, die sich via Ashen Productions dazu entschlossen haben die mir vorliegende Split-CD unter das Volk zu bringen, bieten hier spektakuläres Tonmaterial. Zigmal habe ich mir das rund 45 Minuten Spielzeit umfassende Scheibchen Musik nun zu Gemüte geführt, doch gleich wie man es dreht oder wendet, gewisse “Scherzchen” kann man, trotz aller durchschnittlichen Mittelmäßigkeit nicht verzeihen. Und wie sich diese Spaßmomente gestalten soll im folgenden ans Tageslicht gebracht werden.

Das Duo AVSKED aus Berlin legt mit den ersten vier Songs des Gemeinschaftstonträgers los. Und tja, kaum sind die ersten Sekunden verstrichen glaube ich meinen Ohren nicht zu trauen. “Bitte? Ist das Geräusch am Anfang tatsächlich das Knacken eines Kassettenrekorders?” Scheint so, ja. Mahlzeit. Weiter geht’s im folgenden mit Akustikklängen und, nennen wir es einmal “stimmlicher Untermalung”. Die stellt sich dann auch recht schnell als äußerst seltsam anmutendes Gejaule und Geheule heraus. Na gut, eine Art Intro eben, was soll’s. Der erste “richtige” Track AVSKEDs legt dann auch halbwegs annehmbar los, erinnert verdammt an alte BURZUM-Platten die sich mit einem Hauch “Transilvanian Hunger” paaren. Klar, das hat man nun wirklich schon tausendfach untergejubelt bekommen, ist aber, wie oben angekündigt, immerhin im mäßigen bis ordentlichen Mittelmaß anzusiedeln. So raschelt man sich im Folgenden dann auch von Track zu Track weiter, ohne wirklich von der eingeschlagenen Richtung abzuweichen. Mal wird “Filosofem” zitiert um etwas Atmosphäre in die Boxen zu zaubern und auch stimmlich bewegt man sich oftmals im vom mir heißgeliebten “Panzerfaust” Gegröle. Die anderen 20 Prozent “Gesang” repräsentieren jedoch traurigerweise zielverfehlende, deplatzierte Wolfchants und pseudodepressives Rumgejohle. Setzen, Fünf! Den Abschuss bildet dann jedoch der Schluss des dritten Songs. Und hier komme ich auch zugegebenermaßen etwas ins Stocken, denn hier wird tatsächlich abrupt gestoppt. Ein Schrei ertönt, wird von einer Spielplatzkindstimme (??) abgelöst, die ein “hahaha” ins Mikro lacht, um dann wieder für kurze zwei Sekunden wieder das Riff aufzunehmen. Und Das Ganze wird dann zweimal wiederholt. Meine Herren: Entweder ist das hier tatsächlich einfach unsagbar scheiße oder es handelt sich hierbei um eine TROLLKOTZE-Coverband. Fakt ist, dass mir die Lösung des Rätsels ebenso egal ist wie den Herren AVSKED diese hohle Einlage gewesen sein dürfte. Lustig ist das nicht!

Von AVSKED gezeichnet widme ich mich also SCHLAFLOS, einem Soloprojekt des VEINELLIS-Kopfs M.v.V. Titel Marke “Endloses Meer aus Scheiße“ machen natürlich im Vorfeld Angst, wieder Fauxpässen aufzuliegen, doch glücklicherweise bleibe ich dieses Mal größtenteils verschont. SCHLAFLOS lassen wenig anbrennen und klingen im Prinzip ähnlich wie die musikalischen Ergüsse des Splitpartners. Dreckig produzierter, wenngleich etwas atmosphärischer und depressiver wirkender Black Metal der Marke „Filosofem“. Auf Gesang wird größtenteils verzichtet, nur wenige traditionelle Screams fügen sich ins musikalische Geschehen rein. Mit „W.d.S.z.T.f.“ hat man sogar ein richtig ordentliches Stück komponiert, welches mit seinen melancholischen Akustikgitarren zu Beginn Erinnerungen an AMESOEURS weckt. Generell legt der gute Mann augenscheinlich Wert auf interessante Instrumentierung, immer wieder sind Auflockerungen der akustischen Art zu vernehmen und sogar eine Geige (?) findet sich in einem der Stücke wieder. Klar, auch hier wird, wie erwähnt, mit Wasser gekocht und nichts extrem Weltbewegendes aus dem Hut gezaubert. Immerhin klingt das Ganze jedoch ordentlich durchschnittlich und lässt sogar Momente der Konzentration zu.

Fazit: Eine AVSKED-Seite, die jegliche guten Anhaltspunkte durch närrische Spielereien im wahrsten Sinne des Wortes verspielt hat. SCHLAFLOS hat vermutlich lediglich das Problem, sich einen derart ins negativ drückenden Splitpartner an Land gezogen zu haben, denn der gebotene Black Metal geht immerhin als ordentlich durch. SCHLAFLOS sei also Dank: Vier Punkte.

18.12.2008

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