Babyshambles - Shotter's Nation

Review

Über die zahlreichen Vorgeschichten, Probleme, Rivalitäten und Leidenschaften vom Gründer der BABYSHAMBLES Pete Doherty, man denke hier u.a. an Kate Moss, Rauschgiftexzesse, die Vorgängerband THE LIBERTINES und die Zwistigkeiten mit Compadre Carl Barât noch Worte zu verlieren hieße Drogen nach Amsterdam tragen. Daher wollen wir uns hier ausschließlich auf das neue Werk der BABYSHAMBLES „Shotter’s Nation“ konzentrieren.

Und das ist erheblich zugänglicher als der Vorgänger „Down In Albion“, der uns ja mit „F**k Forever“ einen kleinen Hit bescherte. Denn heller, etwas optimistischer tönt „Shotter’s Nation“, wobei auch der Schalk nicht zu kurz kommt. Die Songs klingen ausgereifter, nicht ganz so schräg und hektisch, andererseits aber biedert sich good old Pete auch nicht an die Mitte des Stromes an; dann wäre er ja auch nicht Pete. Die Trennung von Kate scheint überwunden, Licht erscheint am Horizont.

„Delivery“ erinnert vom Riff an NEW MODEL ARMY, typisch britischer Pop-Punk mit rockiger Attitude und prägnant-traurigem Chorus. „You Talk“ lebt vom charismatischen Gesang Petes, der auch gut in die Achtziger zu solchen Bands wie THE CHAMELEONS, ECHO & THE BUNNYMEN oder THE WOODENTOPS gepasst hätte. Das Wort „clever“ intoniert niemand so hintergründig; das hatten wir ja schon auf der „Down In Albion“. Sanfte Gitarrenlicks eröffnen „Unbilo Titled“ wunderbar; überhaupt, hier ist Pete in Hochform. Denn seine Stimme birgt viele emotionale, aber auch nachdenkliche Facetten. Songwritermusik kann so gut sein…

„Side Of The Road“ ist gleich noch ein markanter Track; in diesem Kurzsong spielen Southern-Vibes mit der Punkattitude der SEX PISTOLS. „Crumb Begging Bahead“ fährt Hard-Blues auf, die Leads, die sich die Band zwanglos aus dem Ärmel schüttelt, lassen einige Spielfreude erkennen. Schräge Gitarren und eine Hammond im Hintergrund während des Chorus veredeln dieses Highlight des Albums. Das geile Orgelsolo am Ende könnte Jon Lord vielleicht zu einer Fortsetzung von „Highway Star“ oder „Burn“ inspirieren…

Auch „Unstookie Titled“ (mit Siebziger-Flair und grandiosem Refrain), „There She Goes“ (erinnert uns mit lässigem Swing an THE SMITHS „I Come To Wish You An Unhappy Birthday“) und das griffige „Baddie’s Boogie“ zeigen uns erneut, dass BABYSHAMBLES in der Lage sind, kompakte Tracks mit tollen Refrains zu schaffen, eine Kunst, die derzeit in diversen Rockgenres nicht gerade große Verbreitung findet. Und das Niveau wird locker gehalten, „Deft Left Hand“ macht erneut eine tiefe Verbeugung vor MORRISSEY, viel entspannter sind sie geworden, unsere auf „Down In Albion“ noch so bemüht schräg tönenden Freunde.

Das stille, akustische „The Lost Art Of Murder“ lässt kurz innehalten und „Carry On Up The Morning“ zeigt den MANDO DIAOS dieser Erde, wo der echte Punkrockhammer hängt. Wem obengenannte Bands zusagen, wem die letzte NEW MODEL ARMY gefiel und wer gute Rockmusik mit intelligenten, augenzwinkernden (t)rotzigen Texten zu schätzen weiß, der sollte hier zuschlagen.

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18.01.2008

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