Bloedmaan - Circle Of The Moon

Review

Der BLOEDMAAN ist wieder da, und das schneller als gedacht. Nicht mal ein Jahr hat sich Mastermind und Obervampir Ronarg für den Nachfolger zu seinem erst im Dezember 2025 veröffentlichten Zweitwerk „Vampyric War In Blood“ gelassen. Mit „Circle Of The Moon“ erscheint nun der dritte Streich, von einem Schnellschuss kann aber keine Rede sein.

Ein Vampir und seine Gitarre

Zunächst einmal ist bemerkenswert, wie sehr die Leadgitarre den Sound von BLOEDMAAN seit jeher prägt. Sobald die leicht schrägen, dezent verhallten und quasi allgegenwärtigen Melodien einsetzen, ist klar, wer hier am Start ist. Für ein im Großen und Ganzen recht oldschooliges Black-Metal-Projekt ist ein derart markanter Gitarrensound schon ungewöhnlich und sorgt im Falle von BLOEDMAAN für sofortigen Wiedererkennungswert, den Ronarg auf seinem neuesten Streich auch noch mal nachdrücklich unterstreicht.

Trotzdem hat der Chef auf „Circle Of The Moon“ auch ein paar Feinjustierungen vorgenommen und einige Baustellen des Vorgängers erfolgreich behoben. Wo der belgische Blutsauger auf dem Debüt und „Vampyric War In Blood“ nämlich, von ein paar doomigen Ausnahmen abgesehen, meist in einem Tempo unterwegs war, als wäre ihm Abraham Van Helsing persönlich auf den Versen, zieht er auf dem dritten Album insgesamt etwas öfter die Handbremse an. Das heißt aber nicht, dass er von einem Extrem ins andere kippt und nun primär im Schneckentempo unterwegs ist.

So findet man sich bei Nummern wie dem Opener „On Dragons Wings“ und „The Sorceress And The Key“ vermehrt im rockigen Midtempo wieder, das zwar entfernt an mittlere SATYRICON erinnert, durch die schaurig singende Leadgitarre aber doch nochmal eine andere, gruftigere Stimmung versprüht. „Dawn Of The Eternal Frost“ wiederum zieht die Geschwindigkeit etwas an und es treffen frostige Blast-Passagen auf punkige Uffta-Beats, während man bei „Oh Come Eternal Night“ auf melancholische Goth-Vibes setzt, die Ronarg mit einer tiefstimmigen Klargesangseinlage untermauert.

„Circle Of The Moon“ ist das bisher abwechslungsreichste Album von BLOEDMAAN

Doch keine Sorge, für Speed-Freaks ist ebenfalls gesorgt, nicht nur variiert das Tempo durchaus innerhalb genannter Songs, bei „He Who Speaks In Names“ oder „Curse Of The Undead“ wird auch insgesamt wieder stärker das Gaspedal durchgetreten, während Teile von „Spell Of Thralldom“ und besonders das doomige „Transylvanian Tears“ vermehrt die atmosphärisch getragene Seite von BLOEDMAAN zur Schau stellen.

Klar durch die omnipräsenten Leads stellen sich auch auf „Circle Of The Moon“ hier und da ein paar Déjà-vu-Erlebnisse ein, diese fallen aber durch das insgesamt flexiblere Songwriting weniger ins Gewicht, als noch auf den Vorgängern und sorgen viel mehr für einen steten Fluss, der durch das Album führt.

Wer Black Metal eher schartig, dissonant und lebensfeindlich bevorzugt, ist bei BLOEDMAAN freilich an der falschen Adresse. Wer es aber extrem melodisch mag, ohne dass die ganze Chose dabei ins Kitschige abrutscht, ist mit „Circle Of The Moon“ gut bedient und bekommt hier das bisher abwechslungsreichste Werk eines emsigen Künstlers, der von Album zu Album spürbare Fortschritte macht. Ach ja, und natürlich sämtliche Daumen und die dicken Zehen hoch für das famose, von Ronarg mal wieder selbst angefertigte Cover-Artwork. In einer Welt, die zunehmend von KI-Schrott geflutet wird, kann man das gar nicht genug loben.

24.10.2026

"Musik hat heute keinen Tiefgang mehr." - H.P. Baxxter

Interessante Alben finden

Auf der Suche nach neuer Mucke? Durchsuche unser Review-Archiv mit aktuell 38864 Reviews und lass Dich inspirieren!

Nach Wertung filtern ▼︎
Punkten
Nach Genres filtern ►︎
  • Black Metal
  • Death Metal
  • Doom Metal
  • Gothic / Darkwave
  • Gothic Metal / Mittelalter
  • Hardcore / Grindcore
  • Heavy Metal
  • Industrial / Electronic
  • Modern Metal
  • Off Topic
  • Pagan / Viking Metal
  • Post-Rock/Metal
  • Progressive Rock/Metal
  • Punk
  • Rock
  • Sonstige
  • Thrash Metal

Kommentare