Blood. Shot. Down. - The Great Escape

Review

BLOOD. SHOT. DOWN. kommen aus Berlin und veröffentlihen ihr Debütalbum „The Great Escape“ standesgemäß via Coretex Records. BLOOD. SHOT. DOWN. verkörpern Hardcore wie aus alten Tagen, kombinieren dies geschickt mit Metal-Einflüssen und bringen Berlin endlich zurück auf die Karte!

Alte Hasen

BLOOD. SHOT. DOWN. wurden vor 5 Jahren aus Mitgliedern von ALITHIA und DISRESPECT gegründet. Seitdem hat die Band ein Demo in Form einer 7“-Split bei DMA Records veröffentlicht und eine Tour durch Bulgarien, Griechenland und Mazedonien mit NASTY absolviert. Davor waren die Mitglieder in den letzten 20 Jahren mit ihren Bands Teil der bundesweiten Szene. Seit November 2019 ist die Band nun komplett mit einem zweiten Gitarristen (Ex-CrosscuT).

„The Great Escape“ liefert metallischen New York Hardcore

Die Erfahrung und die Routine scheint beim Opener „The Cut“ sofort durch. Eine straighte 2-Minuten-Nummer, die nach kurzem Intro sofort auf den Punkt kommt. Hier wird von Anfang an ein hohes Tempo gefahren, hier wird gebrüllt, hier wird gebrettert. BLOOD. SHOT. DOWN. verkörpern musikalisch den klassischen New York Hardcore. Schnell, aggressiv und sehr dynamisch.

Zum zweiten Song „The Youth Of Today“ gibt es sogar ein Video. Hier wird gnadenlos mit „der Jugend von heute“ abgerechnet. Die „Generation Handy und Social Media“, die nur noch online unterwegs ist und für die keine echten Werte mehr zählt. Toller, schneller Song, mit klasse Gang Shouts im Refrain. Lediglich der Reimfaktor ist schwach.

Besonders hervorzuheben ist sicher der vierte Song „The Last Kiss“ mit seinem außergewöhnlichen und klar gesungenen Refrain. Das sorgt neben all der Aggression und Härte für eine willkommene Abwechslung. Weiter geht es mit dem nächsten Highlight „Unser Herz“, das komplett auf Deutsch gesungen wird und sich sicher bald als echte Bandhymne etablieren wird. Eine recht düstere Bestandsaufnahme zur Lage in Berlin mit tollem Text und unheimlichem Groove.

„The Shot“ behandelt offenbar das Attentat auf Martin Luther King und beginnt mit seinem berühmten „I have a dream“-Zitat in Form eines kurzen Intros. Gefolgt von „The Repetition“, das mit einem extrem melodischen, mehrstimmigen Refrain im modernen Metalcore-Stil aufwartet. Das klingt erstmal so gar nicht nach Schema F, bringt aber frischen Wind in ein eher starres Genre.

Das setzt sich beim Cover-Artwork fort. Ein im Dunst des Abschusses aufgestelltes Gewehr am Ende eines Flures. Komplett in pink. Das lässt mit dem Album-Titel „The Great Escape“ im Hinterkopf natürlich Platz für Interpretation.

BLOOD. SHOT. DOWN.: Produktion auf internationalem Niveau

Die Produktion ist fett und ausgewogen, transparent und modern. Auch im groovigen Midtempo machen BLOOD. SHOT. DOWN. eine gute Figur. Hervorzuheben ist in jedem Fall auch die tolle Gesangsleistung von Devrim, der hier alles aus sich rausholt. Im Song „The Castaway“ meint man stellenweise, hier würde Roger Miret persönlich singen. Vielleicht ist aber auch noch ein anderer Sänger beziehungsweise ein anderes Bandmitglied beteiligt?! Hier müssen sich BLOOD. SHOT. DOWN. auf keinen Fall vor den Szenegrößen wie AGNOSTIC FRONT oder BORN FROM PAIN verstecken, sondern können meist ebenbürtig mithalten. Zum Ende hin verlieren die letzten beiden Songs aber etwas an Durchschlagskraft und können das hohe Niveau der anderen Tracks nicht halten. Aber nichtsdestotrotz eine sehr starke und authentische Leistung.

Review von Frank Wiele

07.04.2021

Der metal.de Serviervorschlag

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