Burn Down Eden - Burn Down Eden

Review

Vermutlich sind fünfzig Prozent der selbstbetitelten Alben Debüts, die einen ersten Überblick des Sounds einer Kapelle schaffen sollen. Bei der anderen Hälfte handelt es sich in der Regel um Platten, die einen Neuanfang darstellen, meist nach einer Reformierung des eigenen Stils, größeren Besetzungswechseln oder beidem. Im Falle von BURN DOWN EDEN stimmt aber gar nichts davon. Relativ stabiles Line-up, nach wie vor wird Melodic Death gezockt, der die Sache mit dem Tod noch wörtlich nimmt, statt sich in endloser Aneinanderreihung von Melodien zu ergehen. Allerdings handelt es sich bei der vorliegenden Scheibe um Longplayer Nummer drei. Wegweisend, Ihr wisst schon. Ob nur für die Band, oder auch für das Genre finden wir heraus.

BURN DOWN EDEN – Vorbei mit der Idylle

Der erste Blick auf die Trackliste verursacht erst einmal ein wenig Stirnrunzeln. „Sadomasochists From Beyond The Grave“? „A Prepper’s Prophecy“?? „Law Enforcement Übermensch“??? Okay! Aber sind wir mal ehrlich, das hier ist immer noch Death Metal und kein Lyrik-Wettbewerb. Tatsächlich geht es dem ursprünglich aus Dresden stammenden und mittlerweile in Berlin angesiedelten Fünfer offenbar in erster Linie darum, Spaß zu haben, was man auch den vier (!!!) zu den Album-Songs produzierten Videos ansieht. Klar, was soll man in Corona-Zeiten auch anderes machen, touren is ja nich.

Musikalisch gesehen erinnert das Material eher an KATAKLYSM oder auch BLACK DAHLIA MURDER, als beispielsweise an DARK TRANQUILLITY. Mal technisch, mal einfach effektiv vernachlässigen BURN DOWN EDEN zwar Melodien keinesfalls, verlieren aber auch nie aus den Augen, dass Death Metal schon ordentlich rein kloppen sollte. Wiegt die spanische Gitarre im Intro von „Sadomasochists From Beyond The Grave“ den Hörer noch kurz in Sicherheit, ist es danach komplett vorbei mit der Idylle. Die beiden Gitarristen William und Tom liefern sich dabei einen ordentlichen Geschwindigkeits-Wettkampf, sowohl was das Riffing als auch die pfeilschnellen Twin-Leads angeht. Bei letzteren wäre manchmal etwas weniger mehr gewesen, da das Ganze schon ab und an in Richtung DRAGONFORCE ausartet. Selbstverständlich nur was die Technik angeht, Fantasy-Gedudel geht den Berlinern komplett ab.

Der Sound ist, vermutlich mit voller Absicht, recht natürlich gehalten, was dem Material in weiten Teilen zu Gute kommt und sich erfreulich vom glattgebügelten Rest des Genres abhebt. Allerdings klingen die Gitarren dabei ab und an etwas unsauber und gerade im Bereich der Leads manchmal seltsam dudelig. Schade eigentlich, da spieltechnisch alles im grünen Bereich ist.

Große Meister aufwändiger Kompositionen sind an BURN DOWN EDEN sicher nicht verloren gegangen, eher wird hier drauf los gespielt und dabei einfach gezockt was allen Beteiligten gefällt. Aber mal ehrlich – das muss eben auch mal sein, nicht jede Platte kann ein großes innovatives Meisterwerk sein. Und wenn letztlich Songs wie „Witch’s Scorn“ oder die launige Selbstbeweihräucherung „The Five Horsemen“ dabei heraus kommen, ist doch alles in Ordnung!

Spaß inne Backen – „Burn Down Eden“

Nein, wegweisend sind BURN DOWN EDEN mit ihrem dritten Album nicht. Für das ganze Genre definitiv nicht, vielleicht maximal noch innerhalb des eigenen Kosmos. Was den Fünfen aber sicher gelungen ist, ist ein angenehm kurzweiliges MeloDeath-Album mit ordentlich Spielfreude und Spaß inne Backen, was den Todesstahl nicht vernachlässigt.

Große Hits fehlen trotz ausladender Leads zwar weitgehend und praktisch alle Songs bewegen sich eher am oberen Ende der Geschwindigkeitsskala. Abwechslung ist also eher weniger angesagt. Live dürften die Songs dafür allesamt bestens funktionieren – und für alle Liebhaber von Death Metal, die ohne Melodie nicht können und vor der heimischen Anlage nach Monaten der Selbstisolation mal wieder richtig abgehen wollen vermutlich auch.

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20.03.2021

Time doesn't heal - it only makes you forget.

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