Camp Jason - Get Rid Of It

Review

Ohje, mal wieder einer von diesen unzähligen Metalcore-Acts, die ein Ticket für den Trendzug gelöst haben und nun darauf hoffen, schnell mal eben reich und berühmt zu werden. Leider geht dieser Plan aber in diesem Fall nicht auf. Die Bremer CAMP JASON werden mit „Get Rid Of It“ kaum den Weg aus der absoluten Bedeutungslosigkeit in einer ziemlich überbesetzten Szene finden, die sich in näherer Zukunft erst einmal wieder gesund schrumpfen muss. Und dabei werden zu den ersten, die auf der Strecke bleiben, wohl wieder einmal weder die wirklich guten Bands gehören, noch die richtig schlechten, sondern eben das breite Mittelfeld durchschnittlicher Gruppen, wie eben CAMP JASON. Mal gucken, wie weit das Sextett noch auf dem Trendzug mitfahren wird.

Alles einsteigen, Vorsicht bitte an den Türen!

Erster Zwischenstopp – Göteborg. Schnell mal eben einen Abstecher zum IN FLAMES-Discounter gemacht und ein paar melodische Death-Metal-Riffs abgestaubt. Die sind zwar nur zweite Wahl, aber wenn man sie ordentlich runterzockt, kann man damit arbeiten. Mit ein paar Thrash-Attacken wird das ganze noch eine Ecke aufgepeppt, damit man nicht allzu sehr an den bekannten schwedischen Vorbildern klebt. Wirklich neu ist das zwar nicht, aber man hat auch schon schlechtere Nachahmer gesehen.

Wir haben nun 5 Minuten planmäßigen Aufenthalt!

Zweite Station – New York. In der Bronx vorbeigeschaut und sich von der Hardcore-Szene einige dufte Shouts abgeguckt. Über eine schöne Singstimme verfügt in der Band ohnehin niemand, aber mit vereinten Kräften bringen Oliver Steinke und Axel Tatgenhorst immerhin jede Menge Power und Energie in ihre Vocals. In den Texten kann man dann allerlei Reflektionen über das tägliche Leben oder aber auch die eine oder andere abartige Phantasie abstrakt ausdrücken, wie beispielsweise den Amoklauf in einem 5-Sterne Restaurant (Kult!) im Stück „Little Sweety“.

Ausstieg in Fahrtrichtung links!

Dritter Abstecher – Probenraum. Die Ideen für eine Handvoll gute Songs sind schnell da. So entstehen der ordentliche Opener „Surrender“ und das ebenfalls gute Stück „Mock Me“. Irgendwann lässt aber die Inspiration nach. So produziert man mit „Fallen Angel“ einen von einem balladesken Intro eingeleiteten Totalausfall und auch das folgende „One“ geht dem Zuhörer ziemlich rasch auf die Nerven. Ist es ein Zufall, dass ausgerechnet mit diesen zwei Liedern im Booklet der Wechsel von handschriftlichen zu getippten Liedtexten erfolgt? Immerhin ist der launige Rausschmeißer „These Days“, der deutlich vom üblichen Songmaterial abweicht, noch einmal ein Lichtblick.

Verehrte Fahrgäste, leider hat unser Zug bereits Verspätung, der Aufenthalt fällt daher kürzer aus als geplant.

Vierter Halt – Plattenstudio. Die große Kohle steht nicht zur Verfügung, also lassen wir uns für unser Budget eine einigermaßen ordentliche Produktion zusammenzimmern. Die klingt zwar nicht wirklich schlecht, kann aber mit den Meisterwerken eines Tue Madsen oder anderer angesagter Produzenten nicht mithalten.

Sie haben Anschluss an den Expresszug in die Charts, sowie an die Regionalbahn in die Bedeutungslosigkeit!

(Vorläufige) Endstation – STF-Records. Letztendlich hat man einen Plattenvertrag in der Tasche und kann sein Album in recht ordentlicher Aufmachung präsentieren, wenngleich das Cover-Artwork nicht jedermans Geschmack treffen wird und man sich auf dem Bandfoto, das auf dem Beipackzettel veröffentlicht wird, gegenseitig mit geschmacklosen Klamotten zu überbieten versucht. Auch der Text auf selbigem ist um einiges zu hoch gegriffen und versucht, dem Standard-Metalcore, den CAMP JASON zu bieten haben, einen eigenständigen und kreativen Touch zu verleihen.

Alles in allem geht dieses Album bestenfalls als durchschnittliches Metalcore-Produkt durch, dessen Erwerb wirklich nur Szene-Fanatiker in Erwägung ziehen sollten. Ich selbst werde wohl eher befolgen, was mir der CD-Titel nahelegt.

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20.02.2007

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