Cane Hill - Too Far Gone

Review

Nu Metal ist tot, lang lebe der Nu Metal. Aber halt. CANE HILL haben ja damit überhaupt nichts am Hut – behaupten sie zumindest immer wiederkehrend in diversen Interviews. Wie kommt man denn nun auf Nu Metal? Das letzte Album des Quartetts aus New Orleans hatte vielleicht ein paar ausgelutschte KORN-Einflüsse zu viel, mehr aber auch nicht. Nichts worauf man ewig rumhacken müsste. Die neue Scheibe namens „Too Far Gone“ wird bestimmt anders. Oder?

Könnte auch SLIPKNOT sein

Jein. Den Nu-Metal-Stempel müssen sich CANE HILL auch auf „Too Far Gone“ gefallen lassen, wenngleich auch dieser einen etwas weniger faden Beigeschmack von „verbraucht“ oder „altbacken“ aufweist, als der Vorgänger „Smile“. Das liegt in erster Linie daran, dass man jenseits der nach wie vor in Hülle und Fülle vorhandenen Nu-Metal-Elemente angestrengt darauf achtet, doch nicht zu sehr nach jenem zu klingen. Das gelingt mal mehr, mal weniger gut und wird leider auch recht inkonsistent durchgezogen. Der titelgebende Track „Too Far Gone“ würde nach einer kurzen Aufräumaktion im Opening-Riff-Wust ohne Probleme als neuer SLIPKNOT-Track durchgehen. Daran ändert auch ein eingeschmissenes Solo – der Todfeind des Nu Metal – nichts.

CANE HILL KÖNNEN AUCH ANDERS

CANE HILL können aber auch ganz anders. „Singing In The Swamp“ wirft die abgenutzten Stimmeffekte aus dem Fenster, bringt leicht progressives Riffs und sogar vereinzelt wirklich schnelle Double-Bass-Passagen. Hier klingen CANE HILL eben nicht nach dem zwanghaften Versuch dem Nu Metal neues Leben einzuhauchen, sondern ganz eigen. Es geht sogar noch besser. Das zweiminütige Brett „Scumbag Fix“ könnte man – zumindest in den ersten 60 Sekunden – fast als sanfte Version des NAILS-Klassikers „You will never be one of us“ ansehen. Leider sind solche Ausbrüche auf „Too Far Gone“ noch zu selten um einen wirklich vom Hocker zu hauen und damit landet man unweigerlich wieder bei „Das hört sich doch ein bisschen sehr nach 2000er Nu Metal an“.

Nur zwischenzeitliche Höhenflüge

„Too Far Gone“ ist fett produziert und klingt auch per se nicht schlecht, CANE HILL schaffen es allerdings nicht mit ihren eigenen Ideen die offensichtliche Affinität zum Nu Metal ausreichend spannend klingen zu lassen. Ausnahmen wie etwa „It Follows“ oder das bereits erwähnte, absolute geniale „Scumbag Fix“ hätten die Jungs mal besser zur Regel des Albums erkoren, denn so versinkt die Scheibe – trotz zwischenzeitlicher Höhenflüge – erneut in der Belanglosigkeit der Vergangenheit. Wer es allerdings leid ist, zum hundertsten Mal „All Hope Is Gone“ zu hören, der darf beherzt zugreifen.

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11.01.2018

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