Code Orange Kids - Love Is Love // Return To Dust

Review

Hämmer-hämmer, schepper-schepper-quietsch – fertig ist das Debüt. Produziert von Kurt Ballou (CONVERGE) – das spricht ja schon eine gewisse Sprache, und tatsächlich: „Love Is Love // Return To Dust“ von den CODE ORANGE KIDS schlägt ziemlich genau in diese Richtung. Chaotic Hardcore, Mathcore, das ganze gepfeffert mit einer Prise Crust und Neocrust – ja, CODE ORANGE KIDS spielen Musik, mit denen CONVERGE-Fans rundum zufrieden sein dürften.

Nein, das Genre-Rad erfinden auch diese vier jungen Herren (bei der Bandgründung 2008 war keiner der Musiker viel älter als 18) aus Pittsburgh, Pennsylvania nicht neu – muss ja aber auch nicht immer. Dafür können sie mit ganz anderen Dingen punkten: post-rockige Gitarren wechseln sich mit üblem Grind- und Mathcore-Gepolter ab, ruhige, irgendwo sphärische Passagen reihen sich an kalte Wutausbrüche und die Gesangsleistungen der Musiker (gleich drei Leute teilen sich das Mikro) pendeln zwischen emotional-hintergründigem Klargesang in den von Post Rock und Doom/Sludge beeinflussten Passagen sowie heftigem Gekeife und Geshoute in den Hau-Drauf-Anteilen hin und her – man höre sich zu diesen Gegensätzen einfach mal die Dynamik an, die aus „Colors (Into Nothing)“ und dem darauffolgenden „Nothing (The Rat)“ resultiert. Damit schaffen CODE ORANGE KIDS auf jeden Fall Abwechslung und Dynamik. Unterstützt wird das alles durch den hervorragenden Klang des Albums – die Produktion des Herrn Ballou kitzelt nämlich auch den letzten Rest aus dem Ausgangsmaterial heraus; er lässt alles schön roh und natürlich wirken (die vier Taktschläge zum Einstieg in den Opener „Flowermouth (The Leech)“ können somit als programmatisch gelten was die Bodenständigkeit des Albums angeht), kann aber nicht nur die Prügelpassagen im besten Licht erscheinen lassen, sondern schafft auch die richtige klangliche Einbettung für die ruhigeren, atmosphärischeren, emotionaleren Parts.

Es ist schon ein starkes Stück, wie die CODE ORANGE KIDS es schaffen, in nur gut 27 Minuten sämtliche Register zu ziehen, Hardcore-, Mathcore- und Grindcore-Parts an von Post Rock, Doom, Sludge, (Neo-)Crust u.a. angelehnte Passagen zu reihen, ohne dabei großartig inhomogen zu wirken, und selbst ganz am Ende nochmal für eine Überraschung zu sorgen, die einen die Stirn runzeln und die Kinnlade herunterklappen lässt – das alles dürfen sich die Amis auf der „Haben“-Seite notieren. Leider gibt es aber doch eine ganz, ganz große Einschränkung, die ich nennen muss: „Love Is Love // Return To Dust“ wirkt an manchen Teilen unglaublich überladen, vieles hört sich einfach nicht mehr songdienlich an, trotz der kurzen Spielzeit laufen CODE ORANGE KIDS damit Gefahr, ihre Hörer zu überfordern. Wen das nicht stört und wer sich CONVERGE und Co. auch gerne zum Schlafengehen anhört, der darf hier bedenkenlos zugreifen – alle anderen, bitte erstmal antesten.

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18.12.2012

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