Coronatus - Porta Obscura

Review

Gleich mit zwei Frontfrauen im Line-Up präsentieren sich CORONATUS, die gerade mal ein Jahr nach ihrem Debüt „Lux Noctis“ ihr neues Album „Porta Obscura“ parat haben. Auch diesmal ist wieder Gothicmetal angesagt, der so richtig in die Klischeekiste greift und dazu songweise in deutscher, lateinischer sowie in englischer Sprache aufgetischt wird.

Mit den beiden Frontfrauen im Set, die vom Gesangsstil doch etwas unterschiedlich sind, hat man irgendwo schon etwas Besonderes zu bieten, wenn auch musikalisch das Rad nicht neu erfunden wird. Die Band spart zwar nicht wenn es um Bombast und Atmosphäre geht, mit neuen Ideen hingegen, sieht es bei CORONATUS aber dann doch eher mau aus. Man versucht irgendwie das Beste aus Bands wie THEATRE OF TRAGEDY, NIGHTWISH oder THERION rauszuholen und das Ganze eben auch mit zwei Sängerinnen neu aufzurollen.

Das gelingt den Ludwigsburgern soweit auch ganz gut und trotzdem fehlt es sehr an neuen Ideen und dem gewissen Etwas, was eine Band erst so richtig interessant macht. Ein weiteres Manko ist die Tatsache, dass „Porta Obscura“ sehr kitschig anmutet. Teilweise finde ich es sogar ziemlich schmalzig, auch wenn dies sicherlich gewissermaßen beabsichtigt wurde. Mich nervt es jedenfalls tierisch, da dies vor allem sehr gekünstelt klingt und dadurch die guten musikalischen Leistungen der Band in den Keller gezogen werden.

Nun, wie dem auch sei, CORONATUS haben Talent, was nicht von der Hand zu weisen ist. Nur leider setzen sie dieses falsch ein. Anstatt eigene Ansätze umzusetzen, orientieren sie sich zu sehr an ihren Vorbildern, versüßen dies mit viel zuviel Zucker und hoffen darauf, dass das Album wohl nur gotisch angehauchte Zauberelfen in die Finger bekommen werden. Denn nur da wird die Band wohl auch mit einem süßen Lächeln empfangen. Fans der härteren Gothicschiene werden hier aber definitiv nicht ihr Gusto finden.

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11.12.2008

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2 Kommentare zu Coronatus - Porta Obscura

  1. cinnamonbun sagt:

    Wie schon beim ersten Album liegt das Hauptproblem im songwriting. Die beiden Damen mögen gesangstechnisch nicht schlecht sein, hier sind sie schlicht fehl am Platz. In keinem Song übernimmt die Stimme eine tragende Rolle, stets begleitet sie nur die (dürftige) Musik. Nettes Intro, schönes Artwork, aber das alles hilft nichts: CORONATUS hört man sich kein 2. Mal an. Vielleicht mal eine Coverversion einbauen, damit überhaupt irgendwas hängenbleibt?

    1/10
  2. paulamarija sagt:

    Ich reagiere bei Bombast Metal auch skeptisch, aber hier bin ich der Überzeugung, dass 5 Punkte zu wenig sind.
    Natürlich, es ist nichts neues, alles hat man schonmal gehört, aber gute Musik muss doch nicht unbedingt neu sein.
    Ich finde nicht, dass Coronatus schlechter sind als Genrekollegen, die bessere Kritiken bekommen, wie Krypteria oder Delain – die Melodien sind sehr eingängig, harmonisch, mitreißend, haben Ohrwurmcharakter und bleiben sehr wohl hängen.
    Markant sind die Sängerinnen, zwei sehr gute und unterschiedliche Stimmen und die Gitarren, mit denen nicht zugunsten des Bombasts gespart wird. Erfrischend sind auch der vorherrschende Optimismus und die Songs auf Deutsch: auf alle anderen Sprachen könnten sie verzichten.
    Die Chöre könnte man auch noch weglassen, bei zwei solchen Sängerinnen muss keiner mehr im Hintergrund trällern.
    Für Leute, die Pathos hassen ist das natürlich nichts, und wer neue Ansätze im Gothic Metal sucht, wird hier auch nicht fündig, aber: die Band ist wiedererkennbar und rauscht nicht nur an einem vorbei, deshalb 7 Punkte.

    7/10