Deathwitch - Violence Blasphemy Sodomy

Review

Während ich diese Zeilen tippe, muss ich hin und wieder ängstlich über die Schulter schauen, ob sich da hinten nicht ein aufgebrachter Deathwitch Mucker herumdrückt, der mir bösem Rezensenten flott ein umgedrehtes Kreuz unangespitzt in selbiges rammen will.

Gleich auf der CD Hülle machen die Jungs unmissverständlich klar, was sie von Journalisten und deren Meinung halten : REIN GAR NICHTS ! Auch die Bandinfo gestaltet sich derart barsch und stellt in recht rüdem Ton vor allem die rotzig-punkige Old School Death Metal Attitüde in den Vordergrund.Leute, diese Band ist (auf dem Papier) so böse, dass der bekloppte Glen Benton wie ein pubertierender Ministrant dagegen wirkt !

Aber kommen wir zur Mucke der Schweden. Während sich der Großteil der aktuellen Death Bands in technischen Kunststückchen und songwriterischer Komplexität ergeht, gehen Deathwitch „back to the primitive“ und wenden sich den Anfängen des DM zu. Als Einflüsse werden solche genrebegründenden Götterbands wie Death/Massacre, Autopsy und Repulsion genannt und es ist festzustellen, dass sich Deathwitch durchaus in deren Fahrwasser bewegen.

Es wird geschreddert und gerumpelt wie in den späten 80ern, als sich die o.g. Bands im Underground regten und die erste Welle des Death Metal lostraten. Die Produktion ist für heutige Verhältnisse natürlich altbacken und primitiv, was aber sicherlich völlig beabsichtigt war (und bei Autopsy gehört Rumpelsound ja eh’ zum guten Ton). Vor allem das durchaus gelungene Triplett „Witch Of Death“, „Necrosodomizer“ und „Bitchfinder“ (sehr cooler Titel) ballern in bester Death/Massacre Manier (als sich diese noch an die Slayer-Venom Songwriting Schule hielten) nach vorne los. Das ist simpler, brutaler, mehr als räudiger Death, der den Vorbildern an einigen Stellen erfreulich nahe kommt – so ist auch das Drumming meistens straight, schnörkellos und hin und wieder so entzückend eindimensional wie das eines gewissen Bill Andrews (wenn auch schneller !!!) und die kreischenden Soli erinnern manchmal frappierend an die schiefen und schaurig-schönen Eskapaden eines Rick Rozz. Bei dem netten Titel „Coffin Fornicator“ verweist man zudem auf die Gehirnkranken von Autopsy, während „Death Maniac“ sogar ein Quäntchen Bolt Thrower besitzt. Sicherlich ist die Mehrzahl der Riffs und Ideen jedoch nicht ganz so zeitlos wie die Bandinfo so vollmundig verkündet – und das macht die Sache über manche Strecken dann auch etwas ermüdend und belanglos.

Auch wenn die Jungs wie ein Haufen „blasphemous neanderthal warriors“ (sic !!!) mit unbestreitbarer Spielfreude durch den Urwald pflügen und sicherlich nicht einen einzigen Gefangenen machen wollen, erreichen sie nicht die großartige Allgemeingültigkeit und Unverwüstlichkeit alter Death Hits, die heute noch hervorragend geeignet sind, eine ganze Menge Rüben zu ekstatischer Bewegung zu veranlassen.

Nichtsdestotrotz hat diese Scheibe ihre sehr hellen Momente, da Deathwitch den alten Heroen gut zugehört haben (und darauf sei hier auch hingewiesen, größtenteils technisch versierter zuwerke gehen). Für die fanatischen Jünger des „Nach-Vorne-Death“ ist jedenfalls nachdrücklich eine Kaufempfehlung auszusprechen. Und an euch beschissene Rezensenten da draußen : FUCK OFF AND DIE !!!

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20.03.2004

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