Descending Darkness - Blutrausch

Review

Da die meisten Black Metal-Platten in den letzten Monaten äußerst überdurchschnittlich waren, habe ich schon fast Hoffnungen gehegt, dass es aufwärts geht im Black Metal. Doch lange sollte diese Hoffnung nicht bestehen, schließlich liegt mir jetzt „Blutrausch“ von DESCENDING DARKNESS vor. Um ehrlich zu sein, kann ich mich garnicht mehr daran erinnern, wann ich zuletzt solch‘ dilettantischen, primitiven Krach gehört habe.

Versteht mich nicht falsch, ich bin alles andere als ein Gegner von einfachem Black Metal, solange der doch eine sympathische Eigenart mit sich bringt und ernsthafte Obsession transferiert. Doch das hier sprengt alle mir dagewesenen Dimensionen. Gevatter – seines Zeichens Sänger – klingt, als hätte er seine vokalen Ergüsse aus einem Staubsauger geröchelt; die Drums klingen nach manueller Betätigung auf einer Keksdose und die maximal zwei Akkord-Riffs entfalten ein gehörfeindliches Schaben, was an eine vergewaltigte Käsereibe erinnert. Wenn man den Aspekt des Songaufbaus betrachtet, sollte er überhaupt existieren, so ist er so simpel und vorhersehbar wie ein Popsong – mal schnell, mal laut, aber immer auf penetranten Wiederholmodus getrimmt. Nicht erwähnen braucht man an dieser Stelle wohl die schlechten Kopien bereits zigtausend Mal besser gehörten Riffs alter Black/Thrash-Kapellen. Die fünf Songs schrattern an einem vorbei wie ein längst ausrangierter Traktor, der dringend eine Ölung nötig hätte. „Blutrausch“ könnte man den ganzen Tag auf Repeat stellen, wenn es nicht so nerven würde, und zuletzt würde man trotzdem nicht mehr wissen, was man da eigentlich gehört hat. Was wohl eher übrigbleibt ist ein Tinnitus, statt eines Riffs, was im Kopf hängen bleibt oder ein erkennbarer Rhythmus. DESCENDING DARKNESS erweckt in mir den Eindruck, als hätten sich die drei „Ausnahmekünstler“ unabhängig voneinander im Studio zusammengefunden und einfach mal drauflos gespielt, ohne ein Konzept oder eine verwertbare Idee zu verfolgen.

Nun würde mich an dieser Stelle interessieren, ob „Blutrausch“ eine ernstzunehmende EP-Auskopplung sein soll oder nur als Gimmick gedacht war. Bei Letzterem könnte ich ja noch ein oder zwei Augen zudrücken und als Party-Musik deklarieren. Die würde ja dann eh nicht mehr stören, wenn die Gäste schon gut einen im Tee haben. Aber wenn sich die drei als passionierte Anhänger und Musiker bezeichnen sollten, muss ich mich doch stark wundern, wieso sie dann so etwas Nichtssagendes und, vor allen Dingen, Nerviges herausbringen mussten. Nach unzähligen Hördurchläufen ist es mir immernoch unmöglich, etwas zu finden, was positiv zu erwähnen wäre. Für das nächste Release plädiere ich hiermit an den eigenen Anspruch von DESCENDING DARKNESS, um den Mantel des Stillschweigens über „Blutrausch“ zu werfen. Zudem würde ich raten, dass sich die Drei noch ein wenig im Proberaum verkriechen und sich zur Inspiration anständigen Black/Thrash Metal zu Gemüte führen. Als Nicht-Masochist kann man sich die 21 Minuten getrost schenken. Unterirdisch.

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29.04.2009

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2 Kommentare zu Descending Darkness - Blutrausch

  1. Anonymous sagt:

    ["Da die meisten Black Metal-Platten in den letzten Monaten äußerst überdurchschnittlich waren,…]
    Ulkige Aussage. Absu, Funeral Mist und Finsterforst, die rotieren noch immer in deinem Player? Öh, mp3, meinte ich natürlich:-) Wenn man von Ruins absieht, der neuen Nehemah (da fehlt doch was im Namen?) und Throes Of Dawns neuer, ist da nicht viel in diesem Jahr.

  2. Anonymous sagt:

    Wem dieses \"Review\" ebenfalls zu Informations- und Sinnfrei erscheint bilde sich einfach selbst eine Meinung: http://www.ashenproductions.net/mp3s/descendingdarkness_sadisticdomination.mp3. Mit einer seriösen Plattenkritik hat dieser Meinungsbericht soviel gemeinsam wie ein Drumkit mit einer Keksdose. Mahlzeit!