



Von den drei großen deutschen Rockbands haben sich nur DIE TOTEN HOSEN bislang nie aufgelöst. Laut Pressemitteilung haben sie das auch weiterhin nicht vor, wollen sich aber Schritt für Schritt aus dem Geschäft zurückziehen. Dazu gehört, dass mit „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ ihr letztes Studioalbum erscheint. Neun Jahre nach „Laune Der Natur“ wollen es die Düsseldorfer noch einmal wissen und haben 16 Stücke aufgenommen. Weil das noch nicht genug ist, gibt es mit „Alles Muss Raus“ ein Bonusalbum mit weiteren 25 (!) Covertracks, veredelt von Gästen, die Freunde, Inspirationen oder Kollaborationspartner der HOSEN waren.
DIE TOTEN HOSEN bestellen eine letzte Runde
„Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ ist kein schweres, trauriges Album. Stattdessen ist es gespickt mit Selbstzitaten, Biss und Easter Eggs für langjährige Fans. Dass der Opener „Hier Sind Die Hosen“ heißt und von Farin Urlaub (DIE ÄRZTE) gesungen wird, ist in mehrfacher Hinsicht bezeichnend und liefert reichlich Stoff für Interpretationen. Direkt danach stellen Campino, Andi, Breiti, Kuddel und Vom klar: „Wir Waren Nie Weg“ und „Die Show Muss Weitergehen“. Das klingt nicht nach Aufhören und hat viel Power.
„Schlechte Nachbarn“ ist nicht nur eine Single, sondern auch ein verdammt starker Song, der das rechtskonservative Milieu aufs Korn nimmt. Die musikalisch tiefenentspannte Nummer „Lass Mal Nicht Machen“ blickt augenzwinkernd auf schlechte Angewohnheiten und Dinge, die man aus Sicht der HOSEN besser lassen sollte. Neben viel Ernst steckt hier auch eine gute Portion Ironie drin – man beachte das Ende des Liedes.
Eine Rückschau und ein Blick nach vorn
Mal sprechen DIE TOTEN HOSEN von der Vergangenheit („Was Früher Einmal War“), mal blicken sie in die Zukunft („Nur Nach Vorn“). Über all die Jahre haben sie ihr Gespür für Humor nicht verloren und nehmen uns mit „Keine Macht Den Proben“ mit in ihren Probenalltag. Eine weitere Gesellschaftskritik, die der Gegenwart den Spiegel vorhält, findet sich in „Was Ist Mit Uns Los“. Unerbittlich und anklagend zählt Campino hier vieles auf, was falsch läuft. Dazu kommt eine bedrohliche Instrumentalkulisse, die auch auf „Opium Fürs Volk“ hätte stehen können.
Gänsehautmomente liefern die Punkrocker mit „Augen Zu (Es Regnet Blumen)“ und „Glück“. Insbesondere Letzteres dürfte viele Väter und Mütter berühren, aber auch Söhne und Töchter dürfen sich angesprochen fühlen. Mit „Düsseldorf“ schreiben DIE TOTEN HOSEN endlich ihre Heimathymne und schließen damit einen Kreis. Auf der „Opel-Gang“ von 1982 fand sich mit „Modestadt Düsseldorf“ bereits ein deutlich punkigeres Gegenstück.
„Trink Aus“ beschließt das letzte Album der Punkrock-Legende und reflektiert schöne wie dunkle Momente. Das Lied bleibt nicht an der Oberfläche, sondern geht in die Tiefe. Neben den Höhepunkten der Karriere würdigt es auch tragische Ereignisse wie den Tod eines Fans beim 1000. Konzert 1997 im Düsseldorfer Rheinstadion.
Ein Bonusalbum mit Wegbegleitern und Inspirationsquellen
Die HOSEN sorgen dafür, dass wir zum Abschied eine Vollbedienung bekommen, und liefern auf der zweiten CD ein Album mit 25 Coversongs. Darauf finden sich alte, aber auch aktuelle Lieder von Wegbegleitern, Inspirationsquellen und Freunden der Band. Wie vielfältig der Fundus ist, zeigt die Tracklist: „Forever Young“, „Komplett Im Arsch“, „Kristallnaach“ – die Liste ist lang. Dass fast immer ein Gast der Originalversion mitwirkt, unterstreicht den Aufwand hinter diesem Projekt.
Der letzte Song, „Immer Wieder Besetzt“, schließt endgültig den Kreis. Diese „Coverversion“ stammt von ZK, der Quasi-Vorgängerband der TOTEN HOSEN.
„Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ – Schönen Gruß & Auf Wiederseh’n DIE TOTEN HOSEN
Wir hoffen, dass DIE TOTEN HOSEN live noch lange weitermachen. „Trink Aus! Wir Müssen Gehen“ beweist, dass noch reichlich Feuer in den Düsseldorfern steckt. Es ist gut, dass sie ihre Veröffentlichungskarriere mit einem so starken Album beenden, statt irgendwann mit einem halbgaren Werk abzutreten. Wir entstauben jetzt unsere Fanschals, ziehen das „Nie im Leben würde ich zu Bayern gehen!“-T-Shirt an, das wir mit elf Jahren gekauft haben, und freuen uns darauf, bald wieder alle unsterblichen Hits live zu erleben. DIE TOTEN HOSEN sind noch lange nicht tot!

Jannik Kleemann































Campino im Frack vor Schloss Bellevue wäre das viel bessere Titelbild gewesen – und das Album hätten Sie „Impft Euch ihr Covidioten“ nennen sollen.
Solange die Hosen Typen wie Dich selbst heute noch triggern, haben sie alles richtig gemacht.
Corona-Schwurbelei im Jahr 2026? Damit ist man ja später dran als Angela Merkel damals mit ihrer Aussage, das Internet sei für uns alle Neuland.
Covidioten, waren das nicht die kaputten Schwurbler, ihren Kindern Bleiche zum Saufen gegeben haben und Steine auf Rettungskräfte geworfen haben, weil es kein „Coooooroooona“ gab 😀
Vielleicht bin ich ja schwer von Begriff, aber wer bitte sind die „Drei großen deutschen Rockbands“, von denen sich nur die Hosen nie aufgelöst haben? BAP haben sich nie aufgelöst, Slime haben sich nie aufgelöst, Die Ärzte haben sich mal aufgelöst. Sodom haben sich nie aufgelöst, Kreator und Destruction auch nicht, ebensowenig wie die Scorpions. Von wem ist die Rede? Ich frage für einen Freund, der seinen musikhistorischen Hintergrund aufbessern will.
Ich glaube, zumindest Die Ärzte sind bei den „großen drei deutschen Rockbands“ mitgezählt, denn die hatten sich ja Ende der 80er aufgelöst und ein paar Jahre später wieder zusammengetan. Davon, dass die Auflösung permanent geblieben ist, steht da ja nix. Nur: Wer besagte dritte Band sein soll, weiß ich auch nicht.
Wenn’s nach konnerzieller Größe geht, müssten es entweder die Scorpions oder Rammstein sein. Da wüsste ich aber nicht, dass die sich zwischendurch mal aufgelöst hätten.
Ich bin mir relativ sicher, dass der Autor die böhsen onkelz als dritte große Band meint.
Das mag sein, die hatte ich gar nicht auf dem Schirm (da sie mich überhaupt nicht interessieren).
Die Aussage dass sich Slime nie aufgelöst haben ist übrigens falsch, die haben das sogar mehrfach hinter sich.
Der verlinkte Song geht ganz gut ab…aber einfach nicht mehr mein Ding auch wenn ich den Text gut finde. Die „Unter falscher Flagge“ lief damals bei mir rauf und runter. Ansonsten kann ich schon lange nicht mehr wirklich mit den Hosen. Aber ebenso gehts mir mit Slime, die hier in den Kommentaren genannt auch worden sind. Man hat sich einfach voneinder entfert.