Diesel King - Concrete Burial

Review

Ganz konkret war ich anfangs bei den Briten DIESEL KING und ihrem „Concrete Burial“ ziemlich skeptisch. Die vom Label aufeinander losgelassenen Sludge, Death Metal und Hardcore ließen in dieser Ballung doch eine Packung akustischer Gröl-Anabolika befürchten, mehr Brust- als Fußgetrommel. Aber von wegen!

DIESEL KING sind keine Kraftmeier, ihr Sound hat tatsächlich Substanz. Im Titelsong zum Beispiel versucht ein stampfendes Death-Metal-Riff verbissen, sich aus dem fester werdenden Sludge-Beton zu reißen, was zwar nicht von Erfolg, aber von einer richtig durch Mark und Bein gehenden, wuchtigen Härte gekrönt ist. Wenn Fronthirsch Mark O’Regan einem dazu wiederholt „Concrete Burial!“ entgegenröhrt, wirkt das schon. Das Plattencover ist das passendste, das mir seit Längerem untergekommen ist.

„Horror. Disgust“ pendelt zwischen schleifend ausgebremstem Doom und Büffelherden-DM und vereint damit die beiden Extreme, zwischen denen sich die Stücke des DIESEL KINGs ohne allzu großen Qualitätsabfall bewegen. Bei „Facesplitter“ und „The Mutilation“, wie alle anderen sprechend – eher: brüllend – betitelt, zieht sich partiell zwar ein tapferes Lead durch den Beton. Diese flüchtig angedeutete Melodiösität ist von einem tonalen Schimmer der Harmonie aber weit entfernt.

„Concrete Burial“ ist in seinen besten Momenten eine beeindruckend unbarmherzige Walze: BOLT THROWER reiben sich mit dem Fühwerk von AUTOPSY ein und wollen diesen ganzen Sludge-Kaspern mal zeigen, wie man die Blumenwiese Hoffnung RICHTIG asphaltiert. Und was sehen sie dann in den Scherben all überall? Gedopte Großstadt-CROWBAR. In der Zombie-Apokalypse. Denn während die Klagelieder der Südstaaten-Kolosse um Kirk Windstein mit ihren voluminös vibrierenden Doom-Sludge-Riffs in all ihrer Verzweiflung und ihrem Schmerz ihre gekrümmten Finger letztlich in Richtung Menschlichkeit strecken, sind die Song-Monster von DIESEL KING damit längst durch.

Kurzum: DIESEL KING liefern mit „Concrete Burial“ eine kompakte Dampframme jenseits hohler Muskelposen oder Pseudo-Härte ab. Nähmaschinen und Saubsauger sind hier nicht am Start. Eher Panzer, Planierraupe und Vorschlaghammer. Wird deren erbauliches Zerstörungswerk in Zukunft noch eine Winzigkeit konturierter verrichtet, sind die Briten ganz oben dabei.

26.04.2015

Der metal.de Serviervorschlag

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