



EKTOMORF ist seit einigen Jahren Zoltán Farkas plus Musiker. Neben dem Bandgründer ist Bassist Csaba Zahorán, der 2018 zur Gruppe stieß, am längsten dabei. Dem Output der Ungarn ist das nicht abträglich: Im pünktlichen Zweijahresrhythmus versorgen uns die Neo-Thrasher mit neuem Material. Zwei Jahre nach „Vivid Black“ und der Schließung des langjährigen Bandlabels AFM Records geht es mit „Heretic“ auf Bleeding Nose Records weiter. Eine Tour, die wir präsentieren, haben die Männer ebenfalls angekündigt.
EKTOMORF sind mal wieder angepisst
Fast jeder der zehn Tracks auf „Heretic“ enthält eine oder mehrere „fuck you“-Tiraden oder zumindest eine Variation des Wortes „fuck“. Selbst wenn EKTOMORF ernstere Themen anschlagen – etwa in „Suicide Note“ – kann Farkas das Fluchen nicht lassen. Das gehört zum Sound der Band, wirkt auf Dauer aber etwas eintönig. Die knapp bemessene Spielzeit von ziemlich genau einer halben Stunde ist daher ein positiver Punkt, denn so ist der Prügel kurz und schmerzlos.
Musikalisch bewegen sich EKTOMORF erneut auf dem gewohnten Pfad zwischen Nu- und Neo-Thrash-Metal. Der Exkurs in klassischere Gefilde, wie 2021 auf „Reborn“, scheint eine einmalige Sache geblieben zu sein. Die Stücke sind kurz und prägnant, haben zahlreiche SLIPKNOT-Anleihen und prügeln die meiste Zeit direkt ins Fressbrett. Die ruhigeren Momente dienen meist dem Spannungsaufbau. Live funktioniert das exzellent, wie wir uns zum Release überzeugen konnten.
Es stellt sich die Frage, was „Heretic“ ausmacht: Letztlich genau die gleichen Attribute wie alle EKTOMORF-Platten der letzten zehn Jahre. Das Instrumental „The Sound Of Emptyness“ [sic] ist zwar mit den auf dem Vorgänger vermissten Roma-Anleihen gespickt, insgesamt sind diese aber weiterhin zu wenig vertreten. Früher waren sie das größte Alleinstellungsmerkmal der Band.
„Heretic“ – eine halbe Stunde volles Pfund aufs Maul
Mit ihrer sechzehnten Platte machen EKTOMORF Musik für die Bühne. Was auf dem Sofa aus der Heimanlage nach mehr vom Selben klingt – und es auch ist – entfaltet live eine brutale Wucht, die immer wieder Spaß macht. „Heretic“ ist für die Bühne geschrieben. Etwas mehr „Outcast“-Style wäre auf kommenden Scheiben dennoch wünschenswert.

Ektomorf - Heretic
Jannik Kleemann





























Kommentare
Sag Deine Meinung!