Emmure - Felony

Review

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EMMURE. Der Name steht für Mosh und massig Breakdowns. Das 2007er Debütalbum “Goodbye To Gallows“ war ein Breakdown-Feuerwerk vor dem Herren! Das stets im mittleren Bereich gehaltene Tempo sorgte da für noch mehr Brutalität als das ohnehin schon düster gefärbte Werk eh längst hatte. 2008 folgte das peinlich betitelte Nachfolgewerk “The Respect Issue“, welches in die gleiche Kerbe schlug wie der Vorgänger, aber die New Metal-Anleihen doch weiter ausbaute. Dennoch gab es mit „Snuff 2: The Resurrection“ oder „False Love In Real Life“ sowie anderen Brechern noch eine Latte an guten Songs. An das Debüt kam man allerdings nicht mehr ran. Mit „Felony“ erscheint nun das dritte Album innerhalb drei Jahren. Ob es hier wieder bergauf geht?

Der Opener „Sunday Bacon“ beweist direkt das Gegenteil. Viel zu neumetallisch klingt der Song. 2001/2002 hätten sich EMMURE mit so etwas in die zweite Reihe von New Metal-Bands einreihen können, die versuchten möglichst hart und krank zu wirken, wie etwa die total vergessenen DOWNTHESUN. Doch Gott sei Dank geht es schon beim zweiten Song wieder etwas bergauf. Doch allerdings kommt die ewig gleich klingende Dissonanz in so ziemlich jedem Song vor, was die Sache auch nicht spannender macht.
Das Schlimme an der ganzen Sache ist, dass die Songs eigentlich nicht schlecht sind. Die Breakdowns zermatschen immer noch jeden Körper im Pit, das Geschrei ist übel wie eh und je und auch die Grooves grooven schön vor sich hin. Wirklich hart wird es nur, wenn man sich am klaren Gesang vergeht. Der ist hier einfach nichts – obwohl hier die Frage ist, ob man das überhaupt will oder man nicht einfach nur noch „böser“ klingen will. Dass EMMURE immer noch ein paar Hits in Petto haben, beweisen „Don’t Be One“ oder „R2 Deepthroat“ (was für ein Titel, haha!) und auch in den anderen Songs gibt es immer noch Momente, die genau richtig sind, nur dann wieder durch den nächsten Part hemmungslos zerstört werden.
Textlich bewegt man sich auch auf dem absolut gleichen Terrain wie immer. Sie hat ihn betrogen und verlassen. Er ist am Boden zerstört und kann nicht ohne sie. One Night Stands und Geprolle. Alles noch (halbwegs) akzeptabel, auch wenn man diese Themen schon besser vertont hat, aber „I Thought You Met Telly And Turned Me Into Casper“ schießt den Vogel nun wirklich ab! Ein Song darüber wie man betrogen wird und dann einen Aids-Test macht. Nunja…

EMMURE haben zwei gute Alben abgeliefert, die irgendwo zwischen Metalcore, Beatdown und New Metal standen. Die neue tut das auch, doch leider ist die Qualität der Songs nicht mehr so hoch wie gewohnt. Vielleicht sollte die Band von ihrem „Ein Album pro Jahr“-Rhythmus etwas zurück treten und dafür wieder bessere Songs schreiben. Absolute Fanboys der Band können hier gerne noch ein oder zwei Punkte drauf rechnen. Auch Leute ohne Erwartungen gerne einen dazu. Ich persönlich habe da allerdings mehr erwartet.

23.08.2009

Der metal.de Serviervorschlag

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