Fear Of Eternity - Spirit Of Sorrow

Review

FEAR OF ETERNITY aus Italien sind schon eine eigenartige „Band“, sagen wir realistischer ein Einmann-Projekt, das von Andrea Tilenni genauergesagt. „Spirit Of Sorrow“ nennt sich deren, äh, dessen letztes Opus. Und Sorgen muss man sich in der Tat machen. Denn zunächst einmal befremden die poppigen schwülstig eingesetzten Keyboards, die eher die Untermalung eines romantischen Liebesfilmes abgeben könnten. Gitarren finden sich kaum; ein lasch vor sich hin trommelnder Schlagwerker, der nicht ganz so steril einherkommt wie Rock’n’Rolfs Kumpel Angelo, aber stur im gleichen Takt verharrt, nun, das alles ist schon mal sehr eigenartig. Dann kommt aber noch das grollende Gekrächze von Frontmann Andrea hinzu, der zwar einen Gegenpol zur süßlichen Musik bietet, jedoch sein Timbre überhaupt nicht variiert und somit für eine gewisse, der Atmosphäre in diesem Falle wenig förderliche Monotonie sorgt. Man könnte es auch Langeweile nennen.

„Staring In The Dark“ und „Torrent In My Veins“ sind nicht gerade als unterschiedlich zu bezeichnen. Die vollmundig verkündete Nähe zu BURZUM oder MORTIIS kann ich nicht entdecken. „Atrocious Pain“ könnte unterschwellig dramatische italienische Filmmusik sein. Hier ist nicht gerade Dunkelheit zuhause, auch kein Gothic, eher haben wir es, was die Vocals betrifft, mit der Geräuschkulisse eines abkratzenden Zwerges zu tun, dessen Ende uns ob seiner begangenen Schandtaten kein allzugroßes Mitleid entlocken kann. Immer gibt es blumige Klavierakkorde schwebend aufgelöst in endlose Schleifen zuckerigen Geklimpers; süßliche Geigen plastoliner Art schweben stets um uns herum und wir merken unangenehm berührt, dass noch fünf Songs der gleichen Machart folgen werden.

Solch rauhes, rohes und faseriges Gekrächze kommt zumeist aus Spanien, Frankreich oder Italien. Warum eigentlich? „Silence’s Fortification“ hält das Niveau der Vorgänger locker. Manchmal gibt es schon überraschende Wendungen; allein dass selbige dann endlos wiederholt werden, nimmt einem den Spaß. Den Rest des Albums zu besprechen erspar ich mir an dieser Stelle. Es ist, als würde der Opener permanent wiederholt. Diese überbordenden Spinett-Klänge beanspruchen wirklich stark den Geduldsfaden, der ja durch STRIBORG und BLACK FUNERAL in jüngster Zeit schon mehr als zerfasert ist. Ein allerdings mehr als unfairer Vergleich, wie ich sofort gestehe, denn dagegen sind FEAR OF ETERNITY wahre Virtuosen; dass durchaus nette Einfälle im Klangkosmos auftauchen, hatten wir ja schon, nur werden selbige nicht ausgebaut bzw. enden zumeist im Kitsch. Und hin und wieder mal ein wenig Variation innerhalb der zugegebenermaßen engen Grenzen der Gesangsmöglichkeiten von Andrea wäre auch nicht von Übel. Wer allerpoppigste Keybords zu würgendem Ork-Gesang über eine Dreiviertelstunde auszuhalten bereit ist, der sollte hier zuschlagen. Für die z.T. annehmbaren Ansätze bezüglich der Filmhintergrundmusik gibts Punkte, für die obengenannten Schwächen Abzüge. Ich denke, vier Punkte für FEAR OF ETERNITY sind fair. Romantisch veranlagte Zuckerbäcker-Gothic-Blackies können zwei Punkte drauflegen.

20.07.2007

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