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Soundcheck März 2026# 18
FILTH IS ETERNAL servieren der interessierten Gemeinde „Impossible World“, das zweite Werk nach der Umbenennung von FUCKED AND BOUND. Die Texte liegen zur Rezension nicht vor, Teile derselben verbergen sich daher hinter Aufmerksamkeitsdefizit und Sprachbarriere. Laut Eingeweihten klagt die Band aus Seattle weiterhin diverse Übel der Welt rigoros an. Musikalisch tritt sie 2026 hingegen gemäßigter auf.
Machte Kollege Kleemann bei der vorherigen Platte „Find Out“ noch eine „wilde Fahrt“ zwischen Crust, Punk und Hardcore aus, so sind FILTH IS ETERNAL aktuell eher auf flotter Fahrt zwischen Grunge, Post-Hardcore und sehr druckvollem Alternative-Rock mit Metalkern unterwegs. Nach Iro und rechtschaffen schwarz-weißer Anarchokutte klingt das hier nicht (mehr).
FILTH IS ETERNAL greifen geschmeidiger an
Zuerst fällt der neuerdings meist melodische, und etwas verhallte, mitunter geradezu lakonische Gesang Lis Di Angelos auf. Zuvor hat sie praktisch durchgängig geschrien. Zudem wird das Tempo in den weiterhin recht kurzen Songs stärker variiert. Und: Zum veränderten Gesamteindruck tragen auch die, man muss es so sagen, sehr geschmackvollen Soli bei – zum Beispiel gegen Ende von „Hellfire“ und „Desire“ . Letzteres beehrt Gina Gleason von BARONESS mit Gesang. Näher als an denen sind FILTH IS ETERNAL mit „Impossible World“ aber an den Grunge-Freigeistern L7. L7 mit noch weiter gesteigerter Lust am dreckigen, treibenden Riff.
„Impossible World“ ist dennoch eine recht amtliche Schelle
Immerhin legen FILTH IS ETERNAL Wert auf die Feststellung, ein eigenes FILTH EQ+-Pedal entwickelt zu haben. Die letztlich immer noch vorhandene Energie zeigt sich vor allem in „So Below“, das das letzte Viertel der Platte gar mit D-Beat einleitet und ein nicht ganz harmloses Solo von Joe Trohman (FALL OUT BOY) unter der ziemlich glühenden Motorhaube mit sich führt. Oder in der 81-Sekunden-Ansage „Total War“.
„Impossible World“ kommt so zwar ohne Superhits, aber mit einigen gekonnten Angriffen auf Nacken und Schurken sowie durchaus hartnäckigen Hooks um die Ecke. Und stellt eine etwas weniger brachiale, aber dennoch recht amtliche Schelle dar.

Marek Protzak

















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