For All Eternity - Metanoia

Review

Bedröppelt wie fünf Schulbuben im Büro des Direktors blicken die Herren von FOR ALL ETERNITY auf ihrem Promofoto drein, als hätten sie etwas ausgefressen. Tatsächlich haben das die fünf australischen Jungspunde auch – in diesem Fall allerdings einen beachtlichen Brocken von einem Album. Vorab noch eine Warnung: Für wen cleane, fast schon kindlich-naiv anmutende Vocals im Stile von THE DEVIL WEARS PRADA und BLESSTHEFALL ein rotes Tuch und elektrogetränkte Breakdowns ein Grund zur Übelkeit sind, der sollte FOR ALL ETERNITY und ihr Debütalbum „Metanoia“ lieber ganz schnell wieder vergessen.

Allen weniger prinzipientreuen (Modern-)Metal-Hörern bieten die Australier im Verlauf einer halben Stunde jedoch beste Unterhaltung – wenngleich die Zutaten ihrer Songs mitnichten revolutionär daherkommen: FOR ALL ETERNITY setzen auf den Kontrast zwischen eingängigen Melodien und dezent dissonanten Riffs, wütenden Shouts mit unterschwelliger Hardcore-Attitüde und theatralischen Clean-Vocals sowie „klassischen“ Core-Elementen und elektronischen Spielereien. Das Ganze wurde schließlich von Toningenieur Joey Sturgis endveredelt, der aufgrund seiner Arbeit mit WE CAME AS ROMANS und THE DEVIL WEARS PRADA genau weiß, wie eine zeitgemäße Metalcore-Produktion zu klingen hat.

Highlights der mit etwas mehr als 30 Minuten Laufzeit recht knapp gehaltenen Tracklist sind zweifelsfrei das hitverdächtige „Break Of Dawn“, das mächtige „Further From Hate“ sowie das amtlich schiebende „White Flame“. Insbesondere die beiden erstgenannten Tracks dürften sich live als absolute Granaten entpuppen. Eine merkliche Schwächephase erlaubt sich die Platte hingegen im letzten Drittel, wenn FOR ALL ETERNITY nach dem zunächst wenig spannenden Titeltrack bei „Stitched The Same“ in übertriebenem Maße auf die Tränendrüse drücken.

Unabhängig davon legen die Australier auf „Metanoia“ dennoch eine insgesamt ansprechende Leistung an den Tag – auch weil die Platte mit viel Frische und Durchschlagskraft punktet. Freunde artverwandter Formationen wie ARCHITECTS, NORTHLANE und den bereits mehrfach erwähnten THE DEVIL WEARS PRADA sollten FOR ALL ETERNITY unbedingt eine Chance geben.

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28.07.2015

"Am Ende isses immer Arbeit."

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