Frantic Aggressor - Land Mine Logic

Review

Es zieht ein Gewitter auf in Ost-Berlin. Ein grober Schrapnellschauer prasselt schwarz und thrashig hernieder. In Stahlgewittern. Ernst Jünger hätte keine martialischeren Bilder skizzieren können. Höflich ausgedrückt spielen FRANTIC AGGRESSOR auf ihrem Debütalbum „Land Mine Logic“ schnörkellos, auf gut Deutsch „voll auf die Fresse“. Aber der Reihe nach.

From father to son – FRANTIC AGGRESSOR

FRANTIC AGGRESSOR haben sich 2014 gegründet, 2016 eine erste Demo namens „Alpha Strike“ veröffentlicht und wollen nun drei Jahre später mit „Land Mine Logic“ ein erstes Ausrufezeichen setzen. Ein interessantes Detail an dieser Stelle ist die Besetzung des Basses, welche nach einigen Besetzungswechseln durch den Vater des Frontmanns, hauptamtlich übrigens studierter Konzertgitarrist, erfolgte. Drummer Contempt wiederum dürfte Szenekennern von den Berlinern Schwarzheimern ESSENZ bekannt sein. Zu seiner Wirkungszeit trommelte dieser die „Metaphysis“-EP (2009) und „KVIITIIVZ – Beschwörung des Unaussprechlichen“ (2010) ein.

Progressive Einflüsse können und sollen von FRANTIC AGGRESSOR allerdings nicht erwartet werden. Die Band hat ihren Stil brutal zugespitzt und verbannt jede Form des überflüssigen Chichi. Dennoch ist das technische Fundament von FRANTIC AGGRESSOR aufgrund der musikalischen Fähigkeiten der Musiker robust und insbesondere der Bass setzt musikalische Höhepunkte im rauen Gesamtbild.

Das Album klingt genauso wie es klingen soll und huldigt hemmungslos dem Old-School-Spirit. Lediglich hinsichtlich der im Tonbrauerei Studio in Berlin-Neukölln entstandenen Produktion bleibt ein gewisser Zwiespalt. Etwas mehr Fleisch am Knochen und weniger Hall hätten „Land Mine Logic“ in der Tiefe gut getan.

„Land Mine Logic“ ist ein rares Artefakt

Und spiegelt eine Zeit wieder, als Black Metal einfach nur Black Metal war und nicht mit überbordender orthodoxer oder okkulter Mystik getränkt wurde. Die Nähe zu NOCTURNAL BREED offenbart bereits der Bandname, andere Vergleiche wäre Eulen nach Athen tragen.

Als Debütalbum ist „Land Mine Logic“ gut gelungen, insbesondere die Kompromisslosigkeit in der Interpretation des Black Metals ist beeindruckend. Eine weitere Stärke der Band ist die Livetauglichkeit, welche u.a. auf dem diesjährigen UTBS demonstriert wurde. Solide deutsche Handwerkskunst.

02.09.2019

Stellv. Chefredakteur

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