Funebrarum - Beckoning The Void Of Eternal Silence

Review

Ganze sieben Jahre hat „Beckoning The Void Of Eternal Silence“ fix und fertig in der Schreibtischschublade gelegen, ohne dass es bisher zu einem Release gekommen ist. Die Corona-Pandemie hat zwischen 2020 und 2022 einige Pläne durchkreuzt und ebenso viel zum Erliegen kommen lassen, doch einzig und allein erscheint diese Begründung für den lange fragwürdigen Status FUNEBRARUMs doch etwas mau, insbesondere wenn man ein fertiges Album im Gepäck hat. Eingespielt hat die Scheibe mit Frontgrunzer Daryl Kahan nur noch ein Musiker, der schon beim Debüt „Beneath The Columns Of Abandoned Gods“ im Line-Up stand, während sich die neue Zusammenstellung aus verschiedenen Ecken Nordamerikas zusammensetzt.

Sieben Jahre Verspätung

Was der in Clifton, New Jersey, gegründeten Band allerdings auch nach so vielen Unwägbarkeiten hervorragend gelingt, ist den ursprünglichen Spirit einzufangen. Nicht umsonst erarbeitete sich die Formation mit ihren ersten beiden Alben, dem bösartigen Riffing zwischen Schweden und den USA und der schaurigen Grundstimmung einen gewissen Kultstatus, der in den Folgejahren häufig referenziert wurde. Mit „Beckoning The Void Of Eternal Silence“ gräbt der Titeltrack nach dem Intro „The Arrival“ direkt wieder eine Oktave tiefer. Grabesmelodien hüllen die Songs ein, die Drumschläge sind ein Statement und der Sound vollmundig.

Und doch fehlt es den Stücken auf dem Drittwerk der Nordamerikaner häufig an kompositorischer Raffinesse, um diese prädestinierte Durchschlagskraft auch richtig an den Mann und die Frau zu bringen. Mehr als noch auf „The Sleep Of Morbid Dreams“, das auch soundtechnisch längst nicht so warm klingen wollte, arbeiten FUNEBRARUM wieder verstärkt mit schleppenden Death-/Doom-Anleihen, kommen dafür aber gefühlt manchmal nicht so richtig aus dem Quark.

Leider nur ein Mitschwimmer

Diese perfekte Symbiose, rücksichtslos und gleichzeitig von zwei verschiedenen, fleischgewordenen Brutalitäten aus Europa und Übersee verhauen zu werden, bringt „Beckoning The Void Of Eternal Silence“ nicht mehr mit. Stattdessen ist das dritte Album von FUNEBRARUM eine überraschend geordnete Sache geworden, die zwar mit gehobener Qualität mitschwimmt, aber eben doch „nur“ mitschwimmt.

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18.05.2026

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