Glitter Wizard - Hollow Earth Tour

Review

Wellenrauschen. Dann spielt das Schlagzeug einen schnellen Beat und der Bass die hypnotische Melodie. Es folgt ein Gitarrensolo, welches aus den Fingern diverser 60er Jahre-Gitarrenhelden stammen könnte. Der Sänger erzählt seine Geschichte, die „Down Below…“ spielt. Alles geht in einen Refrain auf, der genausogut von einem MAIDEN-Album aus diesem Jahrhundert stammen könnte. Abgerundet wird der Opener ‚Smokey God‘ mit einem zweiten Solo, das viel schneller ist, als das Erste.

So fängt das dritte Album „Hollow Earth Tour“ der kalifornischen (Pink Metaller? Progressive Punker? Da kann sich doch niemand etwas drunter vorstellen. Greifen wir einfach auf altbewährte Schubladen zurück.) Psychedelic-Rocker GLITTER WIZARD an. Mit „Solar Hits“ und „Hunting Gatherers“ brachte man bereits zwei gute Alben heraus, die außerhalb der einschlägigen Kreise allerdings keinerlei Beachtung fanden. Nun steht also die wegweisende dritte LP an, die das ambitionierteste Werk werden soll. Ein Konzeptalbum, in dem es um „Reptilien-Herrscher, Unterwasser-Faschisten und Forscher der hohlen Erde“ geht. So weit, so seltsam.

Aber dieses Album kann tatsächlich etwas. „Hollow Earth Tour“ zieht den Hörer in den Bann mit seiner Vielfältigkeit. Vom eingängigen Hit ‚Mycelia‘ über das metallische ‚Scales‘ bis hin zum epischen ‚Death Of Atlantis‘.  Alles natürlich mit einem gewissen Psychedelic-Touch. Verschiedenste Einflüsse sind hier rauszuhören, neben TEN YEARS AFTER gibt es auch die üblichen Verdächtigen, wie etwa DEEP PURPLE, BLACK SABBATH oder aber auch KING CRIMSON. Insbesondere die Soli erinnern an Robert Fripp. Dazu ist noch das Songwriting zu loben. Ein gutes Beispiel dafür ist ‚The Hunter‘: Eröffnet wird das Lied von einem Boogie-Part, in dem Sänger Wendy Stonehenge mit seinem Gesang doch tatsächlich an den „King Of Rock ‚N‘ Roll“ erinnert. Dann wird es etwas schwerer, bis das Lied schließlich mit seinem wunderbaren epischen Refrain abschließt.

Wie man schon aus den vorherigen Zeilen raus lesen konnte, ist dieses Album nicht sonderlich innovativ. Aber welches ist das denn heute schon? Richtig! Deswegen setzen GLITTER WIZARD auf interessante Songstrukturen, einen detailreichen Sound und natürlich viel Psychedelic. Herausgekommen ist tatsächlich die beste Scheibe der bislang jungen Bandgeschichte. Zugegeben, das ist kein Maßstab, der die Meisten hier zu einem Kauf bewegen würde. Allerdings sollte „Hollow Earth Tour“ auch mit der Genre-Konkurrenz mithalten können. Wir haben es hier schließlich mit einem Meisterwerk zu tun, dass den Hörer praktisch an die Anlage fesselt und dem sich auch noch nach mehreren Durchläufen Details entlocken lassen. Somit kann ich diese Platte allen ans Herz legen, die mal wieder Lust auf eine akustische Reise haben.

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25.10.2016

Der metal.de Serviervorschlag

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