Growth - Under The Under

Review

Die australische Formation GROWTH rund um die Gebrüder Tristan und Nelson Barnes könnte für Furore im Progressive Death Metal sorgen: Sie bringt 2026 ihr zweites Album „Under The Under“ heraus – Part II einer konzeptuellen Trilogie, die auf Wild Thing Records erscheint.

Während der erste Teil „The Smothering Arms Of Mercy“ das Konzept des spirituellen Zerfalls thematisiert, zeigt „Under The Under“ auf lyrische und progressive Weise dessen zerstörerische Rekonstruktion auf. Ursprünglich zusammen mit Sänger Luke Frizon als Trio agierend, wobei sich die Barnes-Brüder um die Saiteninstrumente und das Schlagzeug kümmern, sind GROWTH nun zu einem Quintett herangewachsen. Nick Rackham (Bass) und Ben Boyle (Gitarre) komplettieren die Band anno 2026.

GROWTH – Schmerz als Heilmittel

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist „Under The Under“ kompakter und mit nur sechs anstelle von neun Songs um einiges kürzer. Musik wirkt häufig therapeutisch, und während einer intensiven psychiatrischen Behandlung säte Tristan Barnes (Gitarre & Artwork) GROWTHs Saat. „Under The Under“ demonstriert musikalisch und textlich, welch hässliche Formen Wachstum, insbesondere Heilung, in seiner Essenz beinhaltet – oft sogar das eigentliche Trauma überschattend. Dissonant, verworren und immersiv; das ist der Kern von Melbournes GROWTH.

Das Album beginnt mit „Remember Me As Fire“ und führt die konzeptionelle Route von „The Smothering Arms Of Mercy“ stringent weiter. Es handelt vom Am-Boden-Sein unter dem Gewicht der Wahrheit.

Ein avantgardistisch anmutender Breakdown bereitet das Ende, bei dem GROWTHs Deathcore-Wurzeln hindurchscheinen: Als kollidierten ULCERATE mit Deathcore-Sensibilitäten, wobei die moderne Produktion Puristen vor den Kopf stoßen mag, insbesondere Frizons Experimente mit gesprochenem Wort und theatralischem Klargesang.

Bei aller Modernität fällt der Sound organisch aus und vor allem die Kickdrum klingt natürlich. GROWTH könnte Fans von besagten „Kiwis“, den experimentellen Legenden GORGUTS und den Landsmännern von PSYCROPTIC begeistern.

„Under The Under“ – spirituelles Wachstum

GROWTH machen ihrem Namen alle Ehre und beschreiben konfrontatives und tiefgehendes Wachstum – diesmal aus der Sicht von ganz unten und dem schmerzhaften Wiederaufstieg, kulminierend im triumphalen Closer „Death Cannot Hold Me“.

Das Album stellt eine Gesamterfahrung dar, aus der sich keine einzelnen Highlights extrahieren lassen. Es ist anspruchsvoller Death Metal, der einiges vom Hörer abverlangt und definitiv mehrere Anläufe benötigt, um seine volle Wirkung zu entfalten.

„Under The Under“ ist eine Herausforderung, kompositorisch wie konzeptuell. Ein solides Mittelstück einer Trilogie, die das Wachsen von GROWTH horizonterweiternd zementiert. Um mit Worten aus dem Titeltrack abzuschließen:

Run, rage, climb, fall
From under the under.

(Text: Hannes Bothfeld)

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09.05.2026

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1 Kommentar zu Growth - Under The Under

  1. ClutchNixon sagt:

    Nun ja, zumindest passt die Review zur Mucke—unnötig verschwurbelt.