Haggefugg - Fass zum Teufel

Review

Fass zum Teufel?

Junge Bands haben es schwer, egal in welchem Genre. Wagt man sich an allzu exotische Klangexperimente, läuft man Gefahr, dass sich die Musik höchstens für eine Hand voll Menschen eignet. Daher scheint es zunächst sinnvoll, sich auf Althergebrachtes zu verlassen. So oder so ähnlich scheint man bei HAGGEFUGG und deren zweiten Album “Fass zum Teufel“ vorgegangen zu sein.

Sang, Weib und Wein!

HAGGEFUGG spielen Mittelalterrock und bedienen dabei Klischees, die den Genre-Fans einfallen können. Bestes Beispiel ist der erste Song “Katzenjammer“, schließlich wird eine schöne Maid besungen, die Schenke aufgesucht, lüstern im Vollmond getanzt und ein Pakt mit dem Teufel geschlossen. Auch das folgende “Sang, Weib und Wein“ schlägt in die typische Sprachkerbe und hat inhaltlich nichts Neues zu bieten. Was HAGGEFUGG allerdings musikalisch auffahren, ist solide Rockmusik mit eingängigen Melodien, die sich gut für die nächste Mittelalterparty eignet. Hier geht es nicht um Sinn und Inhalt, sondern vielmehr um ein Gemeinschaftsgefühl. Eingerahmt wird dieses durch eine angenehme Portion Selbstironie, zu finden unter anderem im Booklet durch amüsante Kritzeleien zu den Texten.

HAGGEFUGG brauchen etwas Eigenständiges!

Leider macht die Sympathie, die die Band ausstrahlt, die eintönige Musik nicht wett. Belanglose Texte wie in “Brennende Welt“ oder “Auf den ersten Blick“ werden von Sänger Gregor Krähenkehle so vorgetragen, als versuche er krampfhaft Genregrößen wie Alea von SALTATIO MORTIS zu kopieren. Die Stimme an sich ist prinzipiell angenehm zu hören und passt zu kraftvollen und ironischen Partysongs wie “Tanz mit dem Teufel“. Wiedererkennungswert hat sie nur leider nicht.

Möglicherweise brauchen HAGGEFUGG einfach Zeit, um sich im Pulk der Mittelalterbands mit etwas Eigenständigem zu etablieren. Gute Ansätze, wie der teilweise atmosphärisch anmutende Folk in “Der Spielmann und die Losung“ oder die Abwechslung aus zarten Strophen und punkigem Refrain in “Kerbenschlag“ klingen vielversprechend, sind hier allerdings noch nicht ausgereift. Stattdessen dominieren simple Melodien und Songstrukturen, stets gleiche Reimschemata und die typische Tavernen-Teufel-Wein-Weib-und-Gesang-Wortwahl. Auf der nächsten Party reihen sich einige Lieder passend in die Riege der typischen Genrehits ein, für einen dauerhaften Platz auf den Playlists der Mittelalterrock-Gemeinde bietet “Fass zum Teufel“ zu wenig Spannendes.

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02.03.2019

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3 Kommentare zu Haggefugg - Fass zum Teufel

  1. nili68 sagt:

    Was haben die nur immer alle mit dem Teufel? Das ist doch schon seit 146754336778765 Jahren nicht mehr edgy..

    1. BlindeGardine sagt:

      Abgesehen davon, dass die Mucke grausig ist; ich glaube nicht, dass die es ernsthaft mit dem Teufel haben oder besonders edgy sein wollen. Mittelalter-Rock halt, oder hast du bei Subway To Sally jemals daran gedacht, dass die sich als Satansanbeter profilieren wollen?

      1. nili68 sagt:

        Natürlich meinen die das nicht ernst. Das soll nur zotiger Klamauk sein, das ist mir schon klar. Quasi Kölle Alaaaaf!!! mit deftigen Gitarren. Warum ich das überhaupt kommentiert habe? Keine Ahnung. Noch keinen Bock in’s Bett und aber müdigkeitsbedingter Aussetzer.. 😀