Hating Life - Revenge From Beyond

Review

Sie sind gekommen, um uns in die abgründigen Tiefen der ganz frühen Neunziger, genauer in den Todessumpf des klassischen Death Metals aus Schweden, zu führen: HATING LIFE aus Spanien. Benannt nach dem Demo-Klassiker von GRAVE, neu aufgenommen auf deren kultigem Debütalbum „Into The Grave“ (1991), Titel ihres vierten, zwiespältigen Albums „Hating Life“ (1996). Eine GRAVE-Tribute-Band also?

Sind HATING LIFE eine GRAVE-Tribute-Band?

Die schwedischen Death-Metal-Urgesteine haben auf jeden Fall mächtigen Einfluss auf HATING LIFE. Die frische Old-School-Band besteht aus Santi (Santiago Cavero), Gitarrist und Gründungsmitglied von ATARAXY, der hier alle Instrumente übernimmt. Sein Bandkollege Javi von ATARAXY übernimmt die Growls. Klassisches Nebenprojekt also, um ihrer Affinität für Old School Death Metal der schwedischen Art und damit ihren eigenen Wurzeln zu frönen.

HATING LIFE frönen ihren Wurzeln

Da passt dann auf ihrem Debüt-Mini-Album „Revenge From Beyond“ auch vieles zusammen. Angefangen vom Cover Artwork im klassischen Todesblei-Demo-Design von Luxi Lathinen (u.a. CONVULSE und INCANTATION), über Album- und Songtitel bis hin zum traditionellen, kompromisslosen wie erdigen Todesstahl, das Duo setzt auf altbewährtes Fundament. Rohe Energie, tief heruntergestimmte Gitarren bringen die altbekannten wie simpel eingängigen HM-2 Auf-die-Fresse-Riffs, darüber deftig tiefes Gegrunze mit ordentlich Hall, kernige D-Beats, heavy groovend bis schnelle Ausbrüche. Kompakte Songs, direkte Attitüde, räudig stumpf mit gewissem Charme. HATING LIFE spielen in der Schnittmenge aus jeweils frühen GRAVE, ENTOMBED, NIHILIST, DISMEMBER, AUTOPSY und CIANIDE.

Das Intro „Into The Grave“ benannt nach… ach, lassen wir das, vom Keyboard, gedacht als atmosphärische, unheilschwangere Einstimmung, verfehlt leider die Wirkung. Dafür entschädigt „The Eternal Embrace“ mit angezogenem Tempo, knackigen Riffs, druckvoll wuchtigem Schlagzeug und tief geröchelten Growls. Nichts Besonderes oder Außergewöhnliches, aber stimmig. Schwerer und langsamer ist der beinahe Ohrwurm „A Somber Night“, rohe Gitarre, zermürbend repetitive Melodie, fast schon Death Doom im Stil von ASPHYX. Pure, wilde Aggression leben HATING LIFE anschließend wieder im schnellen, mitreißenden „Rebellion Against The Vile“ aus. Treibend mit dreckig rohem AUTOPSY-Vibe ist der Titelsong puristisches Todesblei-Geknüppel. Düstere Atmosphäre bietet „The Sense Of Fear“ mit direkten Riffs, roher Energie, dezente Melodien.

Die Songs folgen oft einem ähnlichen Muster, was etwas Spannung kostet. Javi fehlt es noch etwas an Ausdruck. Dafür überzeugen die Riffs und die direkte Herangehensweise hat neben Durchschlagskraft auch durchaus ihren Charme. Dazu passend ist der unpolierte Sound, der den Underground Charakter unterstreicht.

Underground Charakter

„Revenge From Beyond“ bietet sehr soliden, geradlinigen Old School Death Metal der schwedischen Schule. Nicht originell, frei von jeglichen Überraschungen. HATING LIFE leben ihre Wurzeln konsequent aus, ohne an die Qualität der Urväter richtig ranzukommen. Dafür bekommt man ehrlichen, stilistisch klar ausgerichteten Death Metal, der in der richtigen Stimmung auch Spaß macht.

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20.02.2026

Geschäftsführender Redakteur (stellv. Redaktionsleitung, News-Planung)

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