Heathen - The Evolution Of Chaos

Review

Galerie mit 52 Bildern: Heathen - Metalfest Winteredition 2011 - Oberhausen

Neunzehn verdammte Jahre mussten wir auf ein neues Lebenszeichen von HEATHEN warten. Das mittlerweise offiziell und zwischenzeitlich als kostenloser Download auf der Homepage veröffentlichte “Recovered“ enthielt Neueinspielungen und Coverversionen, aber keinerlei neues Songmaterial. Jetzt aber hat Lee Altus (EXODUS) ein Erbarmen und kredenzt uns ganze elf neue Tracks, vereinigt auf dem aktuellen Album “The Evolution Of Chaos“.

Gespannt auf das Album war ich sowieso schon, als HEATHEN dann aber auf dem Rock-Hard-Festival im letzten Jahr einige Appetizer spielten, stieg die Spannung quasi ins Unermessliche und die bange Frage, ob sie an ein Meisterwerk wie “Victims Of Deception“ noch einmal herankommen würden, stand viel zu lange unbeantwortet im Raum. Die Antwort liegt nun in Form von “The Evolution Of Chaos“ vor und bläst einen sofort mit den ersten Takten des, schön mit orientalisch gehaltenen Licks unterlegten, Openers “Dying Season“ an die Wand. HEATHEN haben nichts verlernt und klingen absolut frisch und motiviert. Lee Altus und Kragen Lum schütteln sich dermaßen viele geile Riffs und Licks aus den Ärmeln, das es bei anderen Bands locker für zwei Alben gereicht hätte. Dabei lassen sie aber nicht nur die Thrash-Keule kreisen wie in “Control By Chaos“, sondern legen das Augenmerk auch auf melodische Parts und Twin-Leads. Das belegt nicht nur das über elf Minuten lange “No Stone Unturned“, welches durch viele Rhythmuswechsel und auch klug eingesetzte akustische Passagen sehr abwechslungsreich und zu keinem Zeitpunkt langweilig daher kommt.

Auch die kürzeren Nummern wie “Arrows Of Agony“, das vom Riffing her latent an EXODUS erinnernde “Fade Away“ oder “Bloodkult“ kommen gleichermaßen aggressiv wie abwechslungsreich aus den Speakern. Ausfälle gibt es auf „The Evolution Of Chaos“ nicht einmal ansatzweise zu finden. Selbst ein für HEATHEN eher untypischer Track wie “A Hero’s Welcome“, der über weite Strecken von akustischen Gitarren und einem stimmlich absolut auf der Höhe agierenden David White getragen wird, funktioniert perfekt. Ungewöhnlich wirkt die Nummern auch aufgrund des atmosphärischen Arrangements, passt aber dennoch optimal in den Kontext des Albums. Gleiches gilt für “Red Tears Of Disgrace“, welches ebenfalls sehr atmosphärisch beginnt, um sich dann in einen Headbanger ersten Güte zu verwandeln, der zum Solo hin richtiggehend explodiert. Die übrigen Nummern weisen genau wie die bereits genannten Stücke die typischen HEATHEN-Trademarks auf und können auch restlos überzeugen, da sie absolut in der Bay-Area-Tradition stehen.

HEATHEN haben sich mit “The Evolution Of Chaos“ eindrucksvoll zurück gemeldet. Wer weiß, wo die Band jetzt stehen würde, wenn sie “The Evolution Of Chaos“ im normalen Albumzyklus und nicht erst neunzehn Jahre später herausgebracht hätte. Wie dem auch sei. Fakt ist, dass HEATHEN ein Comeback-Album auf den Markt gebracht haben, dass keine Schwachpunkte aufweist und ebenbürtig neben “Victims Of Deception“ steht. Definitiv ein Highlight des Jahres 2010, das Fans sofort abgreifen sollten.

03.02.2010

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5 Kommentare zu Heathen - The Evolution Of Chaos

  1. doktor von pain sagt:

    Ich verstehe nicht ganz, warum dieses Album überall Höchstnoten abräumt. Klar, es ist wirklich gut, aber um überragend zu sein, fehlt noch eine Schippe Genialität.

    8/10
  2. metalfreak sagt:

    So der wirkliche Trashmetal Fan bin ich zwar nicht, aber fuer mich eines der besten Trashmetal alben im neuen Jahrtausend.

    9/10
    1. Wayne sagt:

      Trash ist doch das Meiste, was du sonst so kommentierst

  3. metalfreak sagt:

    Ganz und gar nicht , meine Faves sind immer Symphony X oder Fates Warning , oder Doomzeug a la sorcerer, aber dieses Teil ist Super.

    9/10
    1. DieBlindeGardine sagt:

      Ich glaube du hast die Anspielung nicht verstanden.

      Das Album ist aber definitiv knorke, der einzige Grund, warum Heathen immer ein wenig im Schatten der großen standen, ist mMn das fehlen wirklich zwingender Hits. Naja und wie das Review schon sagt, 19 Jahre Pause tragen auch nicht unbedingt zur Popularität einer band bei.

      8/10