Heathen - Empire Of The Blind

Review

Soundcheck September 2020# 9 Galerie mit 52 Bildern: Heathen - Metalfest Winteredition 2011 - Oberhausen

Fans von HEATHEN haben es nicht leicht. Die Thrash Legende aus der Bay Area veröffentlichte mit „Breaking The Silence“ (1987) und „Victims Of Deception“ (1991) zwei herausragende Alben, um sich anschließend aufzulösen. 2001 die Wiedervereinigung, aber erst 2010 das dritte Album „The Evolution Of Chaos“, wieder auf enorm hohem Standard, dem nun nach 10 Jahren „Empire Of The Blind“ folgt. Das macht schmale vier Alben innerhalb von 33 Jahren! Will gut Ding Weile haben?

„Empire Of The Blind“ – die Rückkehr von HEATHEN

Grundsätzlich sind HEATHEN ihrem aggressivem und gleichermaßen melodischen Thrash Metal treu geblieben. Das geniale „The Evolution Of Chaos“ setzte hohe Maßstäbe, „Empire Of The Blind“ kann das Niveau halten. Das neue Album setzt musikalisch dort an, wo der Vorgänger aufhörte, beide Alben sind sich recht ähnlich. HEATHEN waren immer stilistisch recht breit aufgestellt, daran hat sich nichts geändert. Wobei, ein Breitwand Mammutepos wie das elfminütige „No Stone Unturned“ fehlt auf „Empire Of The Blind“ aber leider gänzlich. Die neuen Songs sind in ihrer Struktur kompakter gehalten, die Riffs ein klein wenig dreckiger, auf die vielen Facetten von HEATHEN muss man aber nicht verzichten. Technisch hochwertige, präzise Thrash Riffs treffen auf ausgefeilte, virtuose Leads und Soli, kraftvoll melodischer Gesang auf aggressives Shouting und auf interessante Rhythmen sowie subtile Prog-Elemente. Was darf es denn sein? Pfeilschneller Premium Vintage Thrash wie „The Gods Divide“, der aber eher die Ausnahme bildet. Oder lieber gefühlvolle Leads wie beim Intro „This Rotting Sphere“? Sensationelle Gitarrenduelle gibt es auch, man höre beispielsweise das progressive Instrumental „A Fine Red Mist“, in welchem auch die Gäste Gary Holt (EXODUS, SLAYER), Doug Piercy (ex-HEATHEN) und Rick Hunolt (ex-EXODUS) zusammen mit Lee Altus und Kragen Lum um die Wette spielen. Eine irre Mischung aus Thrash Metal kombiniert Leads, welche die Rolle des Gesangs übernehmen. Jeder der Gitarristen hat seine eigene Handschrift, was auch ganz gut durchkommt. Auch das gediegen balladeske, sehr melodische und emotionale „Shrine Of Apathy“ mit gefühlvollem Gesang von David White sorgt für weiteren Kontrast und führt musikalisch zurück in die späten Siebziger und frühen Achtziger. Und mit dem zwingenden „The Blight“, das in den härteren Passagen etwas in Richtung EXODUS geht, gibt es wiederum ordentlich treibenden Old School Bay Area Thrash mit scharfen Stakkato-Riffs, gemäßigterem Mittelteil, toller Hookline beim Refrain und großen Harmonien – HEATHEN total in kompakter Form komprimiert. Alles in allem sind die Stücke kompakter und kürzer gehalten und kommen bei aller Verspieltheit auch immer schnell auf den Punkt. Die Songs unterscheiden sich untereinander doch recht stark, ohne aus dem Klangkosmos von HEATHEN auszubrechen. Es gibt viel gepflegtes Midtempo und Uptempo, richtig schnelle Ausbrüche sind eher Mangelware, aber „Empire Of The Blind“ hat dennoch richtig viel Power und Härte.

Erwartungen erfüllt

HEATHEN beschreiten mit dem starken und abwechslungsreichen „Empire Of The Blind“ keine neuen Wege, sondern bieten genau das, was man als Fan der Bay Area Thrasher erwarten darf. Ihren Trademark-Sound haben sie beibehalten, eine Spur weniger Thrash und dafür etwas mehr US Power Metal. Da kann man nur hoffen, dass sich die Abstände zwischen den Alben doch mal etwas verkürzen!

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08.09.2020

Geschäftsführender Redakteur (Konzertakkreditierungen, News, Test Audioprodukte)

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