I Am Revenge - Red Gold

Review

I AM REVENGE sind eine Band aus Hamburg und liefern mit „Red Gold“ eine Platte ab, die sich vor internationalen Größen ganz sicher nicht verstecken muss. Nach einem dezent-schaurigen Intro wird schnell klar, dass die Truppe kein Shanty-Chor sondern eine beinharte Hardcore-/Deathcore-Bande ist, die brüske Riffs mit aufpeitschenden Drums kombiniert, gerne das ein oder andere Fressbrett gen Hörer schleudert und maximal etwas Fläche durch zeitweise hohe Gitarrenmelodien zaubert. Knochentrocken und verstörend sind die Aufnahmen auf „Red Gold“ und gleichzeitig enorm atmosphärisch und packend. Richtig angefallen fühlt man sich von I AM REVENGE zwar nicht, aber wenn sich das Tier in manchen Passagen mal festgebissen hat, fühlt man sich als Hörer wie ein willenloses, durch die Gegend geschleudertes Stück Fleisch. Also – Tennissocken hochzogen und die getunnelten Ohren aufgesperrt – I AM REVENGE geben’s euch gekonnt derbe!

Gesanglich erinnert mich I AM REVENGE sogar an die ungehobelte Version von DEVILDRIVERs Dez. Auch die vereinzelt akzentuierten Rap-Einlagen passen perfekt. Selbst wenn I AM REVENGE nicht gerade die Reimemonster par excellence sind, dann sind sie doch um provokante Lyrics auch in diesen Momenten nicht verlegen. Die Raps sind nicht harmonischer Natur, sondern abgehackt und schnell, meist mit growlender Eruption – und sicher nicht zufällig, sondern immer spannungsdienlich. „Red Gold“ wächst und wächst, eine Platte die zwar umgehend überzeugt aber doch erst nach und nach ihre wahre Klasse offenbart. Die Stimmung ist durchweg klaustrophobisch und angenehm verstörend, durchsetzt mit groovenden Attacken, die die Atmosphäre angenehm auflockern und für Live-Action sorgen werden. Viele Deathcore-Scheiben kranken an mangelnder Abwechslung, I AM REVENGE halten allerdings gekonnt die Spannung und tappen nicht in diese Falle. Die Fusion von Death und Core ist hier keine Floskel oder Anbiederungsversuch, denn „Red Gold“ verschmilzt tatsächlich barsche Death Metal-Riffs mit schmacken Core-Trademarks, so klingen I AM REVENGE modern und trotzdem traditionell.

Die Songs verlaufen keineswegs vorhersehbar, sind häufig mit überraschenden Spitzen versehen und weisen durchweg hohe kompositorische Qualität auf. I AM REVENGE bieten Musik, zu der man herrlich Frust ablassen kann und gehen dabei äußert derb aber nicht platt vor. Durch den kühlen Sound entsteht erst der Eindruck, dass hier irgendetwas fehlt und eine gewisse Eindimensionalität herrscht – von Durchlauf zu Durchlauf wird aber klarer, dass „Red Gold“ genauso klingen muss genau und erst deshalb so derart knallt. Auch ohne Hit kann die Platte dank konstanter Qualität überzeugen. Für Leute, die mit FIT FOR AN AUTOPSY und HACKTIVIST genauso viel anfangen können wie mit DEVILDRIVER – hört mal rein!

19.02.2014

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