Jesus Rolls - Niemand verarscht Jesus -

Review

Der Dude aus „The Big Lebowski“ ist Kult, sein Konterfrei ziert bis heute sowohl Alt-Hippie-Buden wie auch Studenten-WGs. Und ein anderer Charakter in diesem Film hat ihm dabei beinahe die Show gestohlen. Die Rede ist von Jesus Quintana, verkörpert von John Turturro, denn „Niemand verarscht Jesus!“. Ein Sequel zum Film der Coen-Brüder wird es wahrscheinlich nicht mehr geben, die Rechte, den Jesus-Charakter weiterverwenden zu dürfen, sicherte sich Turturro aber schon 2016. Dabei ist es weniger ein Sequel zu „The Big Lebowski“ als vielmehr eine Nacherzählung des Klassikers „Die Ausgebufften“ (im Original „Les Valseuses“ mit Gérard Depardieu) von Bertrand Blier nach demselben Buch aus dem Jahre 1974, lediglich durch die Jesus-Brille gesehen.

„Jesus Rolls“ – Ein Kultcharakter rechtfertigt noch keinen abendfüllenden Spielfilm

Der Film startet mit der Entlassung von Jesus aus dem Knast, wo schon sein Freund Petey auf ihn wartet. Aber der Kleinkriminelle hat weniger kleinbürgerliches Leben mit seiner neu gewonnen Freiheit im Sinn und stiehlt gleich schon das nächste Auto, wobei Petey in die Kronjuwelen geschossen wird. Das ist erst der Auftakt zu einem sich über die nächsten etwa eineinhalb Stunden aufspannenden Road-Movie. So cool der Jesus-Charakter von Turturro auch (immer noch) ist, so fad und öde bleibt die Story. Neben ein paar Kalauern, viel Sex und allerhand absurder Zufälle soll der Film auch ein wenig die herzige Seite des Charakters zeigen, wenn er sich um seine Mutter, eine Prostituierte, sorgt, aber auch seinen besten Freund Petey nicht im Stich lässt.

Das kommt allerdings weder tragikomisch noch irgendwie herzelnd rüber und wirkt eher aufgesetzt. Weder storytechnisch noch charakterlich gibt es hier solche Glanzleistungen wie in „The Big Lebowski“ zu bestaunen. Alles bleibt relativ zahm und vorhersehbar und ist vom Spannungslevel etwa auf dem eines sonntäglichen Ausflugs angesiedelt.

Hier wäre deutlich mehr drin gewesen

Wenn man nichts besseres zu tun hat, lässt sich „Jesus Rolls – Niemand verarscht Jesus“ durchaus aushalten. Aber weder hat der Film das Zeug zu einem neuen Klassiker, noch gewinnt der Jesus-Charakter von John Turturro irgendwelche neuen Facetten dazu oder wird irgendwie weiter entwickelt. Der Rest des Casts macht seine Sache ok, glänzt aber auch nicht unbedingt mit schauspielerischen Meisterleistungen. Auch cinematografisch gibt es wenig Finesse, auch wenn schon ein paar nette Einstellungen und Bilder dabei sind. Wer Lust auf ein witziges Road-Movie hat, kann gleich das Original „Die Ausgebufften“ schauen, der filmisch wesentlich interessanter ist. Ganz ehrlich, „Jesus Rolls – Niemand verarscht Jesus“ hätte es nicht gebraucht. Nun ist er halt da und man kann ihn sich auch anschauen. Es ist kein Totalausfall, aber selber Bowlen gehen ist wahrscheinlich unterhaltsamer.

25.04.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

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