Kathaaria - The Complex Void Of Negativity

Review

Wenn es um die erste Veröffentlichung einer Band geht, ist die Zielsetzung zwar hoch, kann aber nicht immer erreicht werden. Das liegt entweder an einem Mangel an Budget, musikalischem Talent oder außergewöhnlichen Ideen. Wo Debüts wie Demos auf den Markt geschmissen werden, ist die explosive Mischung der deutschen KATHAARIA eine willkommene Abwechslung dazu. Mit „The Complex Void Of Negativity“ haben sie es geschafft, ein eigenständiges Debüt mit einer Professionalität und Reife auf die Beine zu stellen, das den Eindruck erweckt, es würde sich hier um eine Band handeln, die schon einiges herausgebracht hat. Lediglich weist die Diskographie aber nur ein Promo- sowie Rehearsal-Tape auf, die 2000 in bekannter limitierter Auflage selbst veröffentlicht wurden.

Inwieweit sich KATHAARIA, hinter denen Opolus und Asakku (ex-PARIA) stehen, zu den Demo-Tapes entwickelt haben, kann ich nicht sagen, da es sich als äußerst schwierig erweist, an die Tapes heranzukommen. Bei der geringen Auflage ist das auch kein Wunder. Was sich aber sofort herauskristallisiert, ist, dass die deutschen ZARATHUSTRA oder auch SECRETS OF THE MOON wohl bei der Entwicklung Pate stehen durften. Vor allen Dingen der intensiv-fesselnde und tief-krächzende Gesang ähnelt dem Stil von Alastor (ZARATHUSTRA). Es sind aber auch, von der avantgardistischen Experimentierfreudigkeit her, Parallelen zu den norwegischen VED BUENS ENDE oder den schwedischen MORTUUS gegeben.
Verstörende Harmonien in Symbiose mit avantgardistisch-disharmonischen Akkorden und dröhnend-progressiven Melodien erzeugen einen überlappenden Strudel aus extremen, selten überbrutalem Black Metal, der jedoch nie die künstlerische Seite der zwei Akteure überschattet. Negativ, wie der Titel vermuten lässt, klingt das anfangs störrische Gewitter KATHAARIAs jedoch nicht. Im Gegenteil haben sich sehr viele unterschiedliche Emotionen im überlagerten Netz verwoben. Geradlinigkeit gibt es bei KATHAARIA demnach nicht. Sie haben es jedoch geschafft, dem Hörer kein großes Fragezeichen, wie bei anderen Bands dieser Gattung, über dem Kopf zu hinterlassen, sondern auch Wiedererkennbarkeit hineinzubringen. Dies erleichtert den Weg in den komplexen Abgrund der Negativität und muss nicht erst tausend Mal angehört werden, um Lieblingspassagen und -stücke zu finden.

KATHAARIA haben eine angenehme und interessante Debüt-Leistung mit hohem Standard abgeliefert, die beweist, dass auch „neue“ Bands aus Deutschland, Talent, Niveau und einen eigenen Stil mitbringen können und nicht auf einem Proberaum- oder Cover-Status hängen bleiben müssen. „The Complex Void Of Negativity“ ist nicht nur eine Errungenschaft für die Band selber, sondern verdient auch in erster Linie die Aufmerksamkeit des Hörers.

Anspieltipps: „Archives Of Doubt“, „Venus Dementia“, „Aenigma“

19.10.2008

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