Korpse - Insufferable Violence

Review

KORPSE zertrümmern Köpfe aus ihrer Homebase im Tulpenland seit 2013, mit „Insufferable Violence“ steht Langspieler Nummer Drei ins Haus, sogar mittlerweile bei Unique Leader. Und auch hier gibt es wieder Gitarren und Bass, gestimmt irgendwo kurz über dem Marianengraben, die Snare pingt, tiefstes Grabesgeröchel, Breakdowns und Blastbeats en masse, zusammen mit wieder einem genre-typisch passend abartigen Cover und auch Film-Samples zwischen den Songs. Was bei Brutal-Death-Vertretern wie MORTICIAN in seiner Primitivität und Asozialität noch irgendwo Charme hat(te), ist hier irgendwo ein wenig über. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Rein musikalisch beherrschen hier alle mehr als ausreichend ihr Handwerk und das Level zu etwa erwähnten MORTICIAN in Sachen technischem Können ist ein hoher Sprung nach oben, es will aber nicht wirklich etwas auf dem ganzen Album nachhaltig hängen bleiben.

KORPSE mögen brutal sein, werden aber wahnsinnig schnell eintönig

Auch wenn sich manche Parts durchaus Moshpit-tauglich oder zum Abschädeln eignen („Insufferable Violence“, „Self Preservation“, „A Final Lesson“), wird die ganze Chose auf Dauer doch eher langweilig und durchschaubar. Dabei zeigt gerade „Epochs of Melancholy“ als Rausschmeißer mit einem eher runtergefahrenem, in Teilen wirklich eher melancholischeren Ansatz in den Riffs und beinahe Doom-artigem Finale, wie gut sich KORPSE machen könnten mit ein wenig mehr Ausbruch aus Schema F. Schade, angesichts der zweifelsohne vorhandenen musikalischen Fähigkeiten.

Die Kollegen von DISAVOWED haben letztens erst vorgemacht, wie man das besser hinbekommt. Und auch das Nebenprojekt CADAVEROUS unter der Fittiche von Bassist Robin van Rijswijk’s Bruder Frank hat letztes Jahr mit „Luguber“ erst ein instrumental wie songwriterisches Sahnestückchen im Brutal/Tech-Death abgeliefert, wo quasi im Sekundentakt arschcoole Riffs abgeliefert werden. Dem können KORPSE vielleicht in Sachen Härtegrad das Wasser reichen, was die Qualität angeht, ziehen sie aber eindeutig den kürzeren. Denn im Grunde gilt hier in Bezug auf Songs:

„Insufferable Violence“ krankt an unnötig eindimensionalem Songwriting

Kennste einen, kennste alle. Den Mix aus Attacke und lange herausgezögerten Slams variiert die Band über Lauflänge nur minimal. Coole, groovige Riffs wie zu Anfang von „Genocidal Bloodbath“, die zumindest mal ein wenig Abwechslung hineinbringen, bleiben eher die Ausnahme. Somit kranken KORPSE auch drei Alben tief in ihre Karriere an äußerst eindimensionalem Songwriting, auch wenn alle Zutaten zu einer guten Slam/Brutal-Death-Kombo da sind. Für Leute die nur neues Futter brauchen ist die Platte ein aussichtsreicher neuer Snack. „Insufferable Violence“ bringt aber wahrscheinlich weder neue Leute ins Genre, noch dürfte es Brutal-Death-Kenner angesichts der schieren Masse an (guten) Bands in dem Metier die ähnlich geländegängig sind wirklich hinter dem Ofen hervorlocken.

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21.02.2021

"You can't spell Funeral without Fun!"

Der metal.de Serviervorschlag

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