Last Beautiful June - Ungrund EP

Review

LAST BEAUTIFUL JUNE entwickeln sich – zumindest stilistisch, wie ich schon angesichts des 2012er Outputs „Schemes“ deutlich machen konnte. Gab es zwischen „Welcome To The Crisis“ und genanntem Album zwar musikalisch erhebliche Unterschiede, hatte sich das Quintett aus dem Leipziger Raum qualitativ nicht wirklich vom Fleck bewegt. Ich war daher wirklich gespannt auf die „Ungrund“-EP, die drei Jahre und einen Besetzungswechsel nach „Schemes“ noch immer unter dem stilistischen Banner „Post-Hardcore / Metalcore“ erscheint…

…und siehe da: „Last We Forget“ ist direkt eine Überraschung! Mit einem treffsicheren Post-Hardcore-Riff kommen LAST BEAUTIFUL JUNE um die Ecke – ganz so, als hätten sie nie etwas anderes gemacht! Dem überzeugenden Eingangsmotiv folgen in gut dreineinhalb Minuten noch schwebende Post-Rock-Leadgitarren, treibendes Drumming und nicht nur corige Screams, sondern auch zweistimmigen Klargesang, der zwar immer noch stark nach Metalcore riecht, aber deutlich eigenständiger und besser geworden ist.

„Misantrophilus“ ist eher Metalcore-lastig – im Vergleich zum Einstieg steht hier die „Post“-Leichtigkeit etwas im Hintergrund und überlässt Breakdowns und souveränen Doublebass-Passagen die Bühne. Hier merkt man LAST BEAUTIFUL JUNE ihre Thrash-Vergangenheit an, wie ich finde. Im anschließenden „Pivotal“ schlägt die Band dagegen zeitweise wieder etwas ruhigere Töne an – diese ziehen sich in Form von weiteren schwebenden Leads und vergleichsweise reduzierten Klängen durch das Stück und verleihen diesem einen etwas fragmentarischen Charakter, der nicht zuletzt durch die teils sehr Punk-lastigen Vocals verstärkt wird.

Zum Abschluss gibt es mit „Nights Conjecture“ aber noch einmal die volle Breitseite aus angethrashtem Metalcore, der erfolgreich(er als zuvor) auch Post-Hardcore-Elemente einbindet. So zeigen sich LAST BEAUTIFUL JUNE auf „Ungrund“ als spürbar gereifte Band, die nach wie vor eine Vielzahl an Einflüssen verarbeitet, diese aber nicht nur souveräner, sondern auch atmospärisch zielführender einsetzt. Ich ziehe meinen Hut, die Herren – und bin gespannt, ob das auch auf Albumlänge geht.

18.08.2015

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