Miasmata - Unlight: Songs Of Earth And Atrophy

Review

Die neuseeländische Band MIASMATA war bisher ein gänzlich unbeschriebenes Blatt innerhalb der Black Metal Szene. Mastermind Mike Wilson hingegen könnte zumindest dem ein oder anderen Anhänger progressiv angehauchten Death Dooms aufgrund seines Mitwirkens bei LYSITHEA bekannt sein. Unter dem Banner des innerhalb der Szene durchaus namenhaften Labels Naturmacht Productions erscheint nun dieser Tage mit „Unlight: Songs Of Earth And Atrophy“ die erste Veröffentlichung seines neuen Einmann-Projekts MIASMATA, auf welchem er sich dem melodischen Black Metal schwedischer Prägung verschrieben hat.

MIASMATA – Ein Hybrid aus Black- und Heavy Metal

Schon im Opener „Caverns Of Malachites“ ist der Einfluss großer Genre-Vorreiter, wie etwa DISSECTION und SACRAMENTUM, auf das Klangbild von MIASMATA kaum zu überhören. Harsche Screams, unterlegt mit flirrend verspielten Gitarren, pfeilschnellem Drumming und dezenten Keyboardmelodien sind Trademarks, die schon in den Neunzigern auf Alben wie „Storm Of The Light’s Bane“ hervorragend zum Tragen gekommen sind und deren Zeitlosigkeit sich auch über 20 Jahre später noch im Sound von neu aufstrebenden Bands wie MIASMATA widerspiegelt. „Unlight: Songs Of Earth And Atrophy“ fühlt sich nicht selten wie eine Hommage an eben jene stilprägende Ära des Black Metals an, ohne dabei aber zumindest ein gewisses Maß an Eigenständigkeit aus den Augen zu verlieren. So finden sich auf dem folgenden „Artifacts“ immer wieder Riffs, die vielmehr dem Heavy Metal zugeordnet werden könnten, wäre da nicht das im Black Metal verwurzelte Fundament, welches jedem einzelnen Song zugrunde liegt. Dennoch bricht MIASMATA auch im weiteren Verlauf des Debüts nicht selten mit  den vorgegebenen Genre-Konventionen und schafft somit eine überraschend homogene Mischung aus Black-, Heavy- und hin und wieder Speed Metal.

Als Herzstück kristallisiert sich schnell der mit sieben Minuten verhältnismäßig lang geratene Song „A Blaze Of Starfire“ heraus. Zu Beginn in seinem schwarzmetallischen Gebolze noch recht generisch klingend, wandelt sich die Nummer schnell in eine erhebende, intensive Hymne die mit jeder verstrichenen Minute an Intensität gewinnt. Der Song lebt von einem hohen Maß an melodischer Varianz und der puren Spielfreude, die Multiinstrumentalist Mike Wilson seine Zuhörerschaft zu jeder Sekunde spüren lässt.
Das abschließende „Spell Of Unlight“ ist ähnlich hymnisch aufgebaut und bietet einen hervorragenden Rückblick auf die musikalischen Qualitäten, die das musikalische Schaffen des Neuseeländers auszeichnen.

MIASMATA findet die Waage zwischen Ehrerbietung und Eigenständigkeit

Wer sich von „Unlight: Songs Of Earth And Atrophy“ die Neuerfindung des Rads erhofft, wird von dieser Veröffentlichung womöglich ein wenig enttäuscht werden. Die Verehrung der großen schwedischen Vorbilder lässt sich auf dem Einstand von MIASMATA nicht leugnen, das ist gewiss. Dennoch wäre es vermessen, das Projekt schlichtweg als uninspirierte Nachahmung anderer, größerer Bands abzutun. Das Album wartet mit einem hohen Maß an melodischer Dynamik und Virtuosität auf, welches in Kombination mit der unüberhörbaren Passion des Musikers hinter MIASMATA einen starken ersten Eindruck zu hinterlassen vermag. Eine klare Empfehlung für jeden, der sich für schwedischen Black Metal der alten Schule oder schlichtweg richtig gute Riffs begeistern kann.

27.02.2021

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