Midas Fall - Fluorescent Lights EP

Review

Erst im April dieses Jahres beglückten uns die Briten MIDAS FALL mit einem wunderbaren Album, nun legt das Trio aus Edinburgh in Form einer EP nach. Die Scheibe bietet drei Stücke mit einer für Genre-Verhältnisse insgesamt recht überschaubaren Spielzeit von etwas weniger als einer Viertelstunde. Musikalisch schließt die Platte an den letzten Longplayer der Truppe an, geboten wird sehr zart inszenierter Post-Rock mit elektronischem Anstrich, der strategisch über weite Strecken auf die Stimme von Gitarristin Elizabeth Heaton ausgerichtet ist. Diese Tatsache ist es letztlich auch, welche MIDAS FALL von vielen anderen artverwandten Bands unterscheidet: Die Songs sind sehr gesangsfokussiert, phasenweise fast schon poppig, was Struktur und Machart anbelangt.

Und so dürften vielleicht nicht alle Liebhaber des Genres bei Songs wie beispielsweise dem Opener und Titeltrack auf ihre Kosten kommen. Die Nummer verzichtet auf die Post-Rock-typischen, ausladenden Spannungsbögen und minutenlang anschwellendes Vorgeplänkel, sondern kommt mit unverhofft einsetzenden Vocals und markanter Rhythmik sofort auf den Punkt. Natürlich agieren die Briten dabei auch sehr stimmungsvoll, vor allem die dezent eingewobenen Gitarren und Keys sorgen im Hintergrund für viel Atmosphäre. Etwas übertrieben wirken dabei allerdings die elektronischen Beats, die sehr hart und steril klingen und so mit dem Rest des Instrumentariums kein wirklich homogenes Klangbild ergeben. Es ist jedoch der einzige Wermutstropfen des ansonsten sehr überzeugenden Auftakts.

Im Anschluss folgt mit dem schlicht „Low“ betitelten der stärkste Song der Platte. Nach harschem, intensivem Auftakt mit dem Hauptriff nimmt sich der Track alsbald merklich zurück. Und was Fronterin Heaton dann abliefert, sorgt für absolute Gänsehaut-Feeling – natürlich vorausgesetzt, man kann mit ihrer eindringlichen Stimme etwas anfangen. Die elektronischen Anteile wurden in diesem Fall merklich zurückgefahren, es geht insgesamt deutlich post-rockiger zu Werke. Allerdings offenbaren sich auch beim zweiten Song Schwächen im Sound: Gerade die härteren Passagen tönen hörbar inhomogen – hier hätte man entweder im Studio oder beim Mischen auf mehr Stimmigkeit achten müssen, insbesondere was das sehr scherbelige Schlagzeug angeht. Etwas besser gelungen ist dies immerhin beim abschließenden „Tracks“, einer eher zurückhaltenden Nummer, die vor allem atmosphärisch viel zu bieten hat.

Mit ihrer aktuellen EP beweisen MIDAS FALL, dass sie zweifelsfrei eine Menge wunderbare Ideen und großes Talent besitzen. Mit Frau Heaton am Mikro hat man zudem ein absolutes Alleinstellungskriterium auf seiner Seite. Die Songs sind definitiv gehobene Klasse – die Abmischung von „Fluorescent Lights“ allerdings nicht. Für eine Top-Wertung meinerseits reicht es folglich (noch) nicht. Dennoch: tolle Band!

08.12.2013

"Am Ende isses immer Arbeit."

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