Midas Fall - Wilderness

Review

Es gibt solche Veröffentlichungen, die einen ab den ersten paar Tönen des Openers in ihren Bann ziehen und dies über die gesamte Laufzeit hinweg aufrechterhalten. Ein solches ist „Wilderness“, das zweite Album der Engländer MIDAS FALL, das zwar durchaus einige Durchläufe benötigte, bis sich jeder Song wirklich erschlossen hatte, aber dennoch sofort eine äußerst starke Faszination ausübte.

Besagter Opener ist „The Unravelling King“, das mit leisen elektronischen und Pianoklängen startet, gefolgt von der klaren, ausdrucksstarken Stimme von Sängerin Elizabeth Heaton, die sich durch ihre Wandelbarkeit auszeichnet – oft wunderschön zart und sehnsuchtsvoll, ätherisch-fragil, doch in den richtigen Momenten auch dramatisch und kraftvoll, ohne ihre Emotionalität zu verlieren. Die Musik ist hörbar von Post Rock inspiriert, bedient sich dabei auch vieler elektronischer Elemente, welche aber nie zu dominant werden, sondern zusammen mit den „echten“ Instrumenten eine harmonische Klangcollage bilden. Dabei bleiben MIDAS FALL immer sehr filigran, meist sanft und elegant-verträumt, setzen ab und an aber auch Akzente in Form von etwas dichteren, flächigeren Parts (beispielsweise zu Ende von „BPD“), die meist durch eine allmähliche Steigerung herausgearbeitet wurden.

Die teils unerwarteten Gesangslinien und Arrangements halten das Hörerinteresse aufrecht, und dank der verschiedenen Schichten wirkt die Musik sehr lebendig und dynamisch, obgleich die vorherrschende Atmosphäre von entrückter Verträumtheit geprägt ist. Und diese Atmosphäre in Verbindung mit dem einnehmenden Gesang sowie den geschickt konstruierten Soundlandschaften ist es, die das Album für mich so gelungen macht.

Des Öfteren tendiert Post Rock bekanntlich dazu, etwas zu sehr dahinzuplätschern, dieses Phänomen allerdings tritt bei MIDAS FALL nicht auf: „Wilderness“ ist zwar sehr homogen, flüssig und lässt sich meiner Meinung nach am besten am Stück hören, wird aber nicht langweilig – sofern man ihm seine Aufmerksamkeit widmet, denn zum Nebenbeihören erscheint mir das Album eher ungeeignet. Dafür aber umso mehr, wenn man etwas für Musik übrig hat, die mit ihrer Intensität und ihren melancholisch-schwebenden Melodien 45 Minuten lang den Alltag aus dem Kopf verbannt.

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24.04.2013

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